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Festnahme in Ankara

Festnahme in Ankara LGBTIQ+-Aktivist Yıldız Tar sowie rund 200 weitere Menschen betroffen

ms - 26.06.2026 - 12:00 Uhr
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In der Türkei ist der bekannte Journalist und LGBTIQ+-Aktivist Yıldız Tar kurz vor einem anstehenden Gerichtstermin festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte am in der Hauptstadt Ankara im Rahmen von Razzien, wie türkische Medien berichteten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Journalist und LGBTIQ+-Aktivist Yıldız Tar in Ankara festgenommen.
  • Festnahme erfolgte einen Tag vor einem geplanten Gerichtstermin.
  • Fall steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen linke Plattform HDK.
  • Bereits frühere Inhaftierung und laufende gerichtliche Aufsicht.
  • Kritik von Journalistengruppen und Pressefreiheitsorganisationen.

Festnahem ohne Begründung 

Tar ist Chefredakteur des LGBTIQ+-Nachrichtenportals KaosGL.org. Er sollte am Mittwoch in einem Verfahren erscheinen, das im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den linken zivilgesellschaftlichen Dachverband HDK steht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden insgesamt Haftbefehle gegen 241 Personen wegen mutmaßlicher Verbindungen zu verbotenen militanten Gruppen erlassen. Insgesamt seien bislang 209 Personen festgenommen worden. Zunächst blieb unklar, ob es einen konkreten Vorwurf gegen Tar gab. Berichten zufolge wurde den Festgenommenen der Zugang zu Rechtsbeiständen für 24 Stunden eingeschränkt. Tar war bereits im Februar 2025 im Rahmen derselben Ermittlungen festgenommen worden. Ihm war die Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation vorgeworfen worden. Er wurde im Mai 2025 freigelassen, stand jedoch weiterhin unter richterlicher Aufsicht.

Scharfe Kritik am Vorgehen 

Die Gewerkschaft der progressiven Arbeitnehmerverbände der Türkei (DİSK) verurteilte die Festnahme scharf. „Die Festnahme eines Journalisten bei einer Hausdurchsuchung ist ein schwerwiegender Eingriff in die Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit“, erklärte die Gewerkschaft und forderte die sofortige Freilassung aller Betroffenen. Auch Erol Önderoğlu, Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen, kritisierte die Maßnahme. Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit einem internationalen Gipfel könnten die Festnahme eines Journalisten nicht rechtfertigen.

Weitere Journalistengewerkschaften sprachen von einer politischen Motivation der Festnahme und forderten ebenfalls die Freilassung von Tar. Das Gouverneursamt von Ankara hatte zuvor umfangreiche Einschränkungen für Versammlungen und Demonstrationen im Zeitraum vom 28. Juni bis 10. Juli angekündigt. Hintergrund seien Sicherheitsmaßnahmen für den NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli. Die Türkei gehört laut Organisationen wie Amnesty International weiterhin zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalistinnen und Journalisten weltweit. Im „World Press Freedom Index 2025“ von Reporter ohne Grenzen fiel das Land auf Platz 159 von 180 Staaten zurück. Zudem verschärft das Land immer mehr seine Angriffe auf die LGBTIQ+-Community und arbeitet aktuell zudem an einem extremen und allumfassenden Anti-LGBTIQ+-Gesetz

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