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Historischer WM-Einsatz Erste offen homosexuelle Schiedsrichterin bei WM-Spiel

Von ms - 17.06.2026 - 14:30 Uhr
Historischer WM-Einsatz
Foto: Professional Referee Organization PRO
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Bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 wird erstmals eine offen homosexuelle Spieloffizielle bei einem WM-Spiel auf dem Platz stehen. Die Schiedsrichterassistentin Brooke Mayo wird beim Gruppenspiel zwischen Tschechien und Südafrika im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta an der Seitenlinie eingesetzt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schiedsrichterassistentin Brooke Mayo wird bei der Männer-Weltmeisterschaft 2026 Geschichte schreiben.
  • Die 37-Jährige ist die erste offen homosexuelle Spieloffizielle bei einem Männer-WM-Spiel der FIFA.
  • Mayo wird beim Gruppenspiel zwischen Tschechien und Südafrika in Atlanta an der Seitenlinie eingesetzt.
  • Die US-Amerikanerin hatte bereits 2024 öffentlich über ihre Erfahrungen als Mitglied der LGBTIQ+-Community gesprochen.
  • Auch Hauptschiedsrichterin Tori Penso setzt einen Meilenstein als erste US-Amerikanerin, die ein Männer-WM-Spiel leitet.
  • LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Spitzenfußball der Männer gilt weiterhin als vergleichsweise gering.

Offenheit zwischen Authentizität und Sicherheit

Die lesbische 37-Jährige gehört zum Schiedsrichterteam um Hauptschiedsrichterin Tori Penso. Als weitere Assistentin ist Kathryn Nesbitt nominiert. Gegenüber dem Portal Outsports bestätigte Mayo ihre sexuelle Orientierung. Bereits in einem Blogbeitrag der National Intercollegiate Soccer Official Association (NISOA) aus dem Jahr 2024 hatte sie sich als Mitglied der LGBTIQ+-Community beschrieben. In sozialen Medien wurde ihre Nominierung als historischer Schritt gewürdigt. Dort wird Mayo als „die erste offen geoutete und stolze Schiedsrichterin bezeichnet, die auf diesem Wettbewerbsniveau an dem Turnier teilnimmt.“

In ihrem Beitrag zum Pride Monat 2024 schilderte Mayo die Herausforderungen, offen mit ihrer Identität umzugehen und gleichzeitig die eigene Sicherheit im Blick zu behalten. „Im Süden der USA aufzuwachsen war nicht einfach, und ich habe immer mit dem schwierigen Gleichgewicht zwischen Authentizität und Sicherheit gerungen“, schrieb sie. Auch über die Gründe für ihren Umzug in einen anderen Bundesstaat sprach die Schiedsrichterin offen. „Viele Menschen fragen mich, warum ich den Bundesstaat gewechselt habe, und ich antworte gerne: ,Wegen der Berge.‘ Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass ich wegen echter Sorgen um die Sicherheit meiner Familie umgezogen bin.“

Weitere Premiere durch Tori Penso

Den Fußball beschreibt Mayo als einen Ort, an dem sie sich akzeptiert fühlt. „Es gibt jedoch einen Ort, an dem ich mich am meisten unterstützt fühle, wenn ich ganz ich selbst bin: das Fußballfeld.“  Zum Abschluss ihres Beitrags richtete sie einen Appell an die Schiedsrichtergemeinschaft: „Ich möchte unsere Schiedsrichterfamilie dazu herausfordern, weiterhin dafür zu sorgen, dass das Fußballfeld ein sicherer Ort für alle bleibt.“

Auch die Berufung von Tori Penso gilt als bedeutender Meilenstein. Die US-Amerikanerin wird als erste Schiedsrichterin aus den Vereinigten Staaten ein Spiel bei einer Männer-Weltmeisterschaft leiten. Die FIFA-Weltmeisterschaft der Männer zählt zu den meistverfolgten Sportereignissen weltweit. Entsprechend große Aufmerksamkeit erhalten Entwicklungen bei Repräsentation und Sichtbarkeit auf dem Spielfeld. Während im Frauenfußball offen queere Spielerinnen und Offizielle vergleichsweise häufiger vertreten sind, bleibt die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Personen im Spitzenfußball der Männer weiterhin begrenzt. Der Einsatz von Brooke Mayo wird deshalb von vielen Beobachtern als bedeutender Schritt für mehr Repräsentation im internationalen Fußball gewertet.

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