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Russischer Künstler erschossen Semen Skrepetsky mit mehreren Schüssen in Polen ermordet

Von ms - 17.06.2026 - 09:30 Uhr
Russischer Künstler erschossen
Foto: Semen Skrepetsky privat / Bildbearbeitung FASH Medien
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Der russische Exilkünstler und politische Satiriker Semen Skrepetsky ist in Polen erschossen worden. Der 44-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Robert Kuzovkov hieß, wurde am Montagvormittag in der ostpolnischen Stadt Biała Podlaska nahe der Grenze zu Belarus getötet. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der russische Künstler und Satiriker Semen Skrepetsky wurde am 15. Juni in Polen erschossen.
  • Der 44-Jährige lebte seit 2021 im Exil und war für seine Kritik an Wladimir Putin und anderen autoritären Politikern bekannt.
  • Die Tat ereignete sich in der Grenzstadt Biała Podlaska nahe Belarus.
  • Die polnischen Behörden gehen von einem gezielten Angriff aus.
  • Zu möglichen Tätern und Hintergründen gibt es bislang keine offiziellen Erkenntnisse.
  • Skrepetsky galt als enger Verbündeter und Unterstützer der LGBTIQ+-Community
  • Italienische Menschenrechtsorganisationen sprechen von einem mutmaßlich politischen Mord.

Aktiv bis zuletzt

Skrepetsky stammte aus der russischen Region Altai und lebte seit 2021 in Polen. Nach eigenen Angaben hatte er Russland wegen der politischen Repression verlassen. Unter seinem Künstlernamen wurde er vor allem durch satirische Zeichnungen und Karikaturen bekannt, in denen er unter anderem den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, den tschetschenischen Regierungschef Ramsan Kadyrow sowie den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny kritisierte.

Seinen Lebensunterhalt bestritt Skrepetsky überwiegend mit seiner Kunst. Nach Angaben des Berichts erzielte er durch die Monetarisierung seiner Inhalte auf YouTube und in sozialen Netzwerken monatlich rund 500 US-Dollar. Noch wenige Stunden vor seinem Tod arbeitete er an neuen Projekten. Gemeinsam mit dem Blogger Wladislaw Bohan plante er eine weitere politische Aktion in Berlin oder Warschau. Zuvor hatte er am 12. Juni, dem russischen Nationalfeiertag, eine Performance in der Nähe der russischen Botschaft in Deutschland durchgeführt.

Angriff auf offener Straße

Die tödliche Attacke ereignete sich am 15. Juni 2026 gegen 10 Uhr in der Regina-Jadwiga-Straße in Biała Podlaska. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde Skrepetsky aus nächster Nähe mit mehreren Schüssen getroffen. Die Täter flüchteten anschließend vom Tatort. Rettungskräfte konnten dem Künstler nicht mehr helfen. Er starb noch am Ort des Angriffs. Die polnische Polizei leitete unmittelbar nach der Tat umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein. Kontrollstellen wurden eingerichtet, Fahrzeuge überprüft und Schulen sowie Kindergärten, die von den Kindern des Opfers besucht wurden, verstärkt überwacht. Polizeisprecher Andrzej Fijolek erklärte, die bisherigen Erkenntnisse deuteten auf einen gezielten Mord hin.

Unklare Spurensuche

Die Zahl der möglichen Täter ist bislang nicht geklärt. Nach Angaben des polnischen Fernsehsenders wPolsce24 könnten zwei Personen an dem Anschlag beteiligt gewesen sein. Berichten zufolge soll ein belarussischer Taxifahrer die mutmaßlichen Täter zum Tatort gebracht haben. Als diese ihn angeblich mit einer Waffe bedrohten, sei er in Richtung des belarussischen Konsulats geflüchtet. In den Stunden nach dem Verbrechen wurde über eine mögliche Festnahme in der Nähe des Konsulats berichtet. Demnach soll ein belarussischer Staatsbürger vorübergehend ins Visier der Ermittler geraten sein.

Der Radiosender RMF meldete jedoch, die Polizei habe entsprechende Berichte über eine Festnahme zurückgewiesen. Auch Polsat News berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass zwischenzeitlich festgehaltene Personen wieder freigelassen worden seien. Polizei und Staatsanwaltschaft machten bislang keine offiziellen Angaben zu möglichen Verdächtigen. Die Behörden riefen Zeugen dazu auf, sich zu melden.

Politischer Hintergrund im Fokus

Skrepetsky erhielt seit Jahren regelmäßig Drohungen. Seine satirischen Arbeiten gegen die politischen Führungen in Russland und Belarus hätten ihn zu einer Zielscheibe gemacht. Gleichzeitig wird auf einen weiteren Aspekt hingewiesen. Der Künstler hatte sich nicht nur kritisch gegenüber Moskau und Minsk geäußert, sondern auch ukrainische Behörden kritisiert. In der Folge wurde er in die Datenbank „Myrotvorets“ aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine inoffizielle ukrainische Liste von Personen, denen „Verbrechen gegen die Ukraine“ vorgeworfen werden. Bislang gibt es jedoch keine bestätigten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dieser Einstufung und dem Mord. Die Ermittlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Offizielle Belege für eine Beteiligung russischer oder belarussischer staatlicher Stellen liegen bislang nicht vor. Die Umstände der Tat erinnern Beobachter jedoch an frühere Fälle von im Ausland getöteten russischen Regimekritikern. Skrepetsky unterstützte mit zahlreichen Aktionen immer wieder auch die LGBTIQ+-Community und betonte die Homophobie in seiner Heimat Russland.  

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