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Verzicht auf WM 2026 Englischer LGBTIQ+-Fanverein betont Sicherheitsbedenken wegen USA

Von ms - 15.06.2026 - 13:00 Uhr
Verzicht auf WM 2026
Foto: IMAGO / IPA Sport
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Three Lions Pride, die offizielle LGBTIQ+-Fanorganisation der englischen Fußball-Nationalmannschaft wird nach eigenen Angaben nicht an der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen. Als Grund nennt die Gruppe Sicherheitsbedenken für offen queere Fans. Bereits im Januar hatte der Verein erklärt, sich weitestgehend von dem Event zurückzuziehen, nun folgte die komplette Absage an das sportliche Großereignis. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Three Lions Pride, die offizielle LGBTIQ+-Fanorganisation der englischen Nationalmannschaft, wird nicht zur Fußball-WM 2026 reisen.
  • Die Gruppe sieht derzeit keine Möglichkeit, ihren Mitgliedern eine sichere Teilnahme als offen LGBTIQ+ lebende Fans zu garantieren.
  • Besonders kritisch bewertet die Organisation die Situation in Teilen der USA.
  • Sorgen bestehen vor allem hinsichtlich der Rechte von trans* Menschen.
  • Die Fanorganisation kritisiert zudem mangelnden Austausch mit FIFA und den Turnierorganisatoren.
  • Die Weltmeisterschaft 2026 wird in Kanada, den USA und Mexiko ausgetragen.

Zweifel an sicherem Auftreten 

Three Lions Pride teilte mit, man könne queeren Mitgliedern derzeit keine Sicherheit garantieren. Die Entscheidung wurde in einer Stellungnahme der Organisation bekanntgegeben. Zudem äußerte sich ein Mitglied der Gruppe in einem von Amnesty International veröffentlichten Erfahrungsbericht zu den Beweggründen. „Wir können den Menschen derzeit nicht guten Gewissens sagen, dass sie als offen LGBTIQ+-Fans bei dieser Weltmeisterschaft sicher sein werden. Deshalb werden wir dort keine sichtbare Präsenz zeigen. Das ist eine Entscheidung, die wir ganz bewusst getroffen haben.“

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startete Ende letzter Woche und wird erstmals gemeinsam von Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko ausgerichtet. Robert, ein 33-jähriges Mitglied von Three Lions Pride, erklärte, er habe zunächst gehofft, das Turnier besuchen zu können. Inzwischen habe sich seine Einschätzung jedoch verändert. „Als queere Person könnte ich an mehreren WM-Standorten nicht offen ich selbst sein. Das liegt unmittelbar an politischen Entscheidungsträgern, den Strafverfolgungsbehörden und der aktuellen Entwicklung in den USA.“

Besonders besorgt zeigt sich der Fanvertreter über die Situation von trans* Menschen. „Vor allem in den USA erleben wir einen gefährlichen Rückschritt bei den Menschenrechten, insbesondere bei den Rechten von trans* Menschen. Hinzu kommt, dass die gesetzlichen Regelungen von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich sind.“ Nach Einschätzung der Organisation führen unterschiedliche gesetzliche Regelungen in den einzelnen Bundesstaaten zu Unsicherheit über die tatsächlichen Bedingungen für LGBTIQ+-Fans während des Turniers.

Entstanden vor der WM in Russland

Three Lions Pride wurde nach Angaben von Robert vor der Weltmeisterschaft in Russland gegründet. Gemeinsam mit Freunden habe er die Initiative ins Leben gerufen, weil es bereits LGBTIQ+-Fanorganisationen für Vereinsmannschaften gegeben habe, jedoch nicht für die englische Nationalmannschaft. Die Organisation sollte queeren Fans ermöglichen, gemeinsam zu reisen, sich gegenseitig zu unterstützen und durch gemeinsames Auftreten mehr Sicherheit zu schaffen. LGBTIQ+-Fanorganisationen haben in den vergangenen Jahren im britischen Fußball zunehmend an Bedeutung gewonnen. Neben der Organisation von Treffen und Veranstaltungen übernehmen sie häufig auch informelle Unterstützungs- und Beratungsaufgaben bei Reisen zu Spielen.

Kritik an FIFA und Organisatoren

Die öffentliche Präsenz von Three Lions Pride war in der Vergangenheit mehrfach Gegenstand von Diskussionen. So berichtete die Organisation während der Europameisterschaft 2024 über den Diebstahl eines Pride-Banners, das bei der Unterstützung der englischen Mannschaft eingesetzt worden war. Nach Ansicht von Robert trifft die aktuelle Weltmeisterschaft die LGBTIQ+-Community besonders hart, weil viele Fans zunächst große Hoffnungen mit dem Turnier verbunden hätten. „Diese Weltmeisterschaft hat LGBTIQ+-Fans stärker enttäuscht und ausgeschlossen als jede andere zuvor, gerade weil so viele Hoffnungen mit ihr verbunden waren.“

Neben den Sicherheitsbedenken äußert die Fanorganisation auch Kritik am Umgang der Verantwortlichen mit den Sorgen queerer Fans. Robert sprach von „dem mangelnden Dialog mit der FIFA und den Organisatoren“. Amnesty International unterstützt unterdessen eine Petition, die die Gastgeberländer und die FIFA dazu auffordert, den Schutz der Menschenrechte sowie die Sicherheit von Fans und lokalen Gemeinschaften während des Turniers stärker in den Mittelpunkt zu stellen. 

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