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Dating-Masche in Offenbach Mehrere schwule Männer nach Angriffen im Krankenhaus

Von ms - 15.06.2026 - 09:30 Uhr
Dating-Masche in Offenbach
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Die Kriminalpolizei Offenbach ermittelt nach mehreren Überfällen auf schwule Männer, die nach einem ähnlichen Muster abgelaufen sein sollen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Betroffenen über Dating-Plattformen kontaktiert und unter dem Vorwand eines Treffens an abgelegene Orte gelockt. Dort wurden sie demnach von mehreren maskierten Personen attackiert.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Offenbach werden mehrere gezielte Angriffe auf homosexuelle Männer untersucht.
  • Die Opfer sollen über Dating-Apps zu abgelegenen Treffpunkten gelockt worden sein.
  • Insgesamt sind der Polizei sieben vergleichbare Fälle bekannt.
  • Mehrere Betroffene wurden bei den Angriffen verletzt und mussten medizinisch behandelt werden.
  • Die Polizei bittet um Zeugenhinweise und rät zu besonderer Vorsicht bei Online-Verabredungen.

Angelockt und krankenhausreif geschlagen 

Aktuell beschäftigen die Ermittler zwei neue Fälle. Hinzu kommt ein weiterer Vorfall vom 27. Februar. Bereits im vergangenen Jahr registrierte die Polizei nach Angaben von Sprecher Thomas Leipold vier ähnliche Taten. Die Behörden prüfen, ob zwischen den einzelnen Fällen ein Zusammenhang besteht. Einer der jüngsten Angriffe ereignete sich am 3. Juni gegen 23 Uhr im Bereich des Brunnenwegs. Ein 40 Jahre alter Mann hatte sich zuvor über das Internet mit einem unbekannten Kontakt verabredet und wartete am vereinbarten Treffpunkt. Statt eines Dates sei er dort von mehreren maskierten Personen angegriffen worden. Die Täter hätten auf ihn eingeschlagen und dabei nach Polizeiangaben auch einen „harten Gegenstand“ sowie eine Pfefferpistole eingesetzt. Der Mann musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

21-Jähriger brutal attackiert 

Nur drei Tage später kam es zu einem weiteren Vorfall. Betroffen war ein 21-Jähriger, der sich bereit erklärt hat, anonym über seine Erlebnisse zu sprechen. „Ich habe über eine Dating-App mit einem anderen Mann geschrieben und wir haben uns gut verstanden“, berichtete der junge Mann. Nach seinen Angaben sei ihm kurz darauf ein persönliches Treffen vorgeschlagen worden. „Das war zwar an einem relativ abgelegenen Ort, aber ich habe mir da noch nichts dabei gedacht“, sagte er. 

Am vereinbarten Treffpunkt habe sich die Situation schlagartig verändert. „Dann sind plötzlich, wie aus dem Nichts, mehrere maskierte junge Männer aufgetaucht“, schilderte er. „Ich habe sofort versucht zu flüchten, wurde aber festgehalten.“ Anschließend sei eine Pfefferpistole eingesetzt worden. Danach hätten die Angreifer auf ihn eingeschlagen und eingetreten. „Es war grauenhaft. Ich habe mich so wehrlos gefühlt.“ Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm, dass die Täter während der gesamten Tat geschwiegen hätten. Schließlich habe er sich losreißen können. „Sie haben mich Gott sei Dank nicht verfolgt. Eine Passantin hat mir dann geholfen und den Rettungswagen gerufen, ich konnte wegen des Pfeffersprays nicht mehr sehen.“

Der 21-Jährige wurde im Krankenhaus behandelt. Besonders belastend seien für ihn die Folgen des Erlebten. „Das Schlimme sind nicht die körperlichen Verletzungen“, sagte er. „Es ist der Schock und die daraus resultierende Angst, dass so etwas wieder geschehen könnte. Mein Misstrauen gegenüber der Gesellschaft insgesamt ist gewachsen.“ Bis zu dem Angriff habe er Offenbach stets als offene Stadt wahrgenommen. „Ich dachte immer, die Stadt sei besonders weltoffen.“

Opfer beschreiben arabische Männergruppe

Ein weiterer ähnlicher Fall liegt bereits einige Monate zurück. Auch dort soll ein schwuler Mann über eine Dating-App zu einem Treffen gelockt worden sein. Nach den vorliegenden Informationen wurde er kurz vor 23 Uhr überfallen. Die Täter hätten ihm das Handy aus der Hand geschlagen, ihn zu Boden geworfen und anschließend gemeinschaftlich auf ihn eingetreten. Der Mann musste noch am Tatort medizinisch versorgt werden. Im Rahmen der Ermittlungen prüfen die Behörden auch mögliche Gemeinsamkeiten bei den Tatverdächtigen. 

Nach Opferbeschreibungen soll es sich in mindestens fünf der sieben bekannten Fälle um junge Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren gehandelt haben, die einem „arabischen oder südländischen Phänotyp“ entsprechen. Verschiedene Quellen innerhalb des Polizeipräsidiums sehen dem Bericht zufolge einen möglichen Zusammenhang zwischen der Auswahl der Opfer und einem mutmaßlich homophoben Weltbild. Ob hinter den Überfällen jeweils dieselbe Gruppierung steckt, ist nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Leipold Teil der laufenden Ermittlungen. Die Polizei ruft Zeugen dazu auf, verdächtige Beobachtungen zu melden. Insbesondere Hinweise aus dem Bereich des Brunnenwegs sowie der Eberhard-von-Rochow-Straße könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein.

Polizei rät zu Vorsicht bei Treffen

Im Zusammenhang mit den Vorfällen verweist die Polizei auf mehrere Sicherheitsmaßnahmen bei Verabredungen über Dating-Plattformen. Erstkontakte sollten möglichst an belebten Orten stattfinden. Freunde oder Angehörige sollten über das Treffen informiert werden. Skepsis sei angebracht, wenn Treffpunkte kurzfristig an abgelegene Orte verlegt werden oder sich Unstimmigkeiten im Verhalten des Gegenübers ergeben. In akuten Gefahrensituationen sollte umgehend der Notruf 110 gewählt werden. Hinweise zu den aktuellen Fällen nimmt die Polizei Offenbach unter der Telefonnummer 069 8098-1234 entgegen.

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