Angst vor Heated Rivalry Vermischen sich Fiktion und Realität auf besondere Weise?
Die nordamerikanische Eishockeyliga NHL bereitet sich offenbar intensiv auf die zweite Staffel der Serie „Heated Rivalry“ vor. Hintergrund sind Befürchtungen innerhalb der Liga, die Darstellung des fiktiven Liga-Commissioners Roger Crowell könnte auf NHL-Chef Gary Bettman zurückfallen.
Das Wichtigste im Überblick
- NHL-Verantwortliche beobachten die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ mit wachsender Aufmerksamkeit
- Im Mittelpunkt steht erneut die Beziehung der Eishockey-Stars Shane Hollander und Ilya Rozanov
- Liga-Funktionäre fürchten negative Vergleiche zwischen Serienfigur Roger Crowell und NHL-Commissioner Gary Bettman
- Bettman selbst hatte die erste Staffel zuvor ausdrücklich gelobt
- Die Serie verschafft der NHL zusätzliche Aufmerksamkeit in der LGBTIQ+-Community
Homophober Gegenspieler
Die erste Staffel der Serie erzählte die geheime Liebesgeschichte zwischen den rivalisierenden Eishockeyspielern Ilya Rozanov (Connor Storrie) und Shane Hollander (Hudson Williams). In der kommenden zweiten Staffel, die auf Rachel Reids Roman „The Long Game“ basiert, geraten die beiden durch äußeren Druck zunehmend unter Belastung. Besonders die Figur des Commissioners Roger Crowell tritt dabei als homophober Gegenspieler in Erscheinung, der versucht, dem schwulen Paar das Leben schwer zu machen.
Kim Davis, Executive Vice President der NHL, sagte dem Magazin PR Week, die Liga müsse weiterhin daran arbeiten, neue Fans willkommen zu heißen. Zugleich erklärte sie, Bettman habe den Co-Produzenten mitgeteilt, „dass das, was über ihn gesagt wird, überhaupt nicht der Art entspreche, wie er reagieren würde“. Davis ergänzte: „Wir haben in Vorbereitung darauf noch Arbeit vor uns.“
Lob vom echten Commissioner
Bereits zuvor hatte sich Bettman positiv über die Serie geäußert. Der NHL-Commissioner erklärte, er habe die erste Staffel in einer Sitzung angesehen und halte sie für „eine wunderbare Geschichte“. Zugleich räumte der 73-Jährige ein: „Der Inhalt könnte – besonders für junge Menschen – stellenweise etwas gewagt sein, deshalb muss man das ausbalancieren.“
Dennoch zeigte sich Bettman beeindruckt von der Handlung. „Ich fand die Geschichte sehr fesselnd. Und sie hat viel Spaß gemacht, weil ich erkennen konnte, an welchen Punkten sie Dinge aufgegriffen haben, die wir als Liga in der Vergangenheit tatsächlich gemacht haben – sei es Sotschi oder das All-Star-Game in Tampa. Das war sehr gut umgesetzt“, sagte er. Unter Bettmans Führung verfolgt die NHL seit Jahren Programme zur Förderung von LGBTIQ+-Inklusion, darunter das Projekt „You Can Play“. Gleichzeitig steht die Liga immer wieder in der Kritik. 2023 hatte die NHL Pride-Nächte und Pride-Klebebanden zunächst verboten. Die Entscheidung wurde später wieder zurückgenommen, sorgte jedoch nachhaltig für Diskussionen unter Fans.
Größere Sichtbarkeit von Eishockey
Bettman betonte damals, die Maßnahmen hätten sich nicht speziell gegen Pride-Veranstaltungen gerichtet. „Es ging nicht um Pride-Trikots oder Pride-Nächte“, erklärte er. Vielmehr habe man verhindern wollen, „Themen aufs Eis zu bringen, die von Spielern möglicherweise nicht unterstützt werden“. Weiter sagte er: „Es ist eine Fehlinterpretation unserer Entscheidung, zu behaupten, es sei um Pride-Trikots gegangen. Es ging grundsätzlich darum, was auf dem Eis präsentiert wird und wie Situationen vermieden werden können, in denen Spieler bestimmte Anliegen nicht unterstützen. Das führt zu Ablenkungen und erfüllt letztlich nicht den Zweck, Pride-Veranstaltungen zu stärken.“ Die Popularität von „Heated Rivalry“ hat der NHL zugleich neue Aufmerksamkeit verschafft. Besonders schwule Zuschauer interessieren sich zunehmend für die Liga und die laufende NHL-Saison 2025/26. Die Serie gilt inzwischen als wichtiger Faktor für eine größere LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Eishockey.