ESC-Gastgeber Thorsten Schorn Familiäre ESC-Wurzeln und Spitzen gegen „Mr. Grand Prix“
Der deutsche ESC-Kommentator Thorsten Schorn macht aktuell mehrfach Schlagzeilen, zum einen aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Verbindung zum Eurovision Song Contest, zum anderen wegen eines sehr bissigen Kommentars gegenüber ESC-Urgestein Ralph Siegel.
Das Wichtigste im Überblick
- ESC-Kommentator Thorsten Schorn hat familiäre Verbindungen zu einem früheren deutschen ESC-Teilnehmer.
- Über seinen Mann ist er mit der Familie von Nino de Angelo verwandt.
- Schorn kommentiert den Eurovision Song Contest in diesem Jahr zum dritten Mal.
- Im zweiten ESC-Halbfinale kam es zu einer spitzen Bemerkung im deutschen Kommentar.
- Kommentator Schorn spielte dabei auf ESC-Komponist Ralph Siegel an.
Familiäre ESC-Verbindung
Wie der 50-Jährige der Deutschen Presse-Agentur sagte, habe er „in die Familie eines früheren deutschen ESC-Acts eingeheiratet“. Konkret gehe es um den Sänger Nino de Angelo, der 1989 für Deutschland beim damaligen „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ in Lausanne antrat und den 14. Platz belegte. „Nino de Angelo, der 1989 für Deutschland angetreten ist, ist der Onkel zweiten Grades meines Mannes“, erklärte Schorn. Daraus ergebe sich eine entfernte familiäre Beziehung, die er augenzwinkernd als „Schwieger-Großcousin“ bezeichnete. Weiter sagte er: „Bei seiner Mutter sind wir immer herzlich auf Pasta und Espresso eingeladen.“ Nino de Angelo hatte damals den Titel „Flieger“ gesungen, der von Dieter Bohlen geschrieben wurde. Ein erneuter ESC-Versuch im Jahr 2002 blieb erfolglos, als er im Vorentscheid an Corinna May scheiterte.
ESC-Fan mit Schokobrunnen
Schorn kommentiert den Eurovision Song Contest in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. Das Finale findet am Samstag in Wien statt. Seit 2024 ist er als Nachfolger von Peter Urban als deutscher Kommentator im Einsatz. Mit der neuen Aufgabe habe sich sein Blick auf den Wettbewerb verändert. Früher habe er die Show gemeinsam mit Freunden verfolgt und dabei auch typische Fanrituale gepflegt. „Ich habe immer total gerne mit Freunden in einem Wohnzimmer zusammengesessen und wir hatten natürlich auch den klassischen Käseigel mit den Fähnchen drauf und jeder hatte einen Zettel für Notizen“, sagte Schorn.
Auch Tippspiele gehörten dazu. „Am Ende wird gewettet, wer die ersten und die letzten Drei sind. Als ich zuletzt mitgemacht habe, habe ich gewonnen, und zwar einen Schokoladenbrunnen als freundeskreisinternen Wanderpokal“, berichtete er. „Der würde sich eigentlich auch gut in meiner Kommentatorenkabine machen.“ Die gemeinsamen ESC-Abende vermisse er ein Stück weit, sagte Schorn. Gleichzeitig sei es aber schön, dass seine früheren Mitgucker ihn weiterhin „dabei“ hätten – nur eben nun so, dass sie ihn per Fernbedienung laut und leise stellen könnten.
Eklat um Ralph Siegel
Während der Übertragung des zweiten Halbfinales des Eurovision Song Contest hat Schorn gestern mit einer Bemerkung über ESC-Komponist Ralph Siegel allerdings kurzerhand für Aufsehen gesorgt. Auslöser war ein Einspieler der bulgarischen Sängerin Dara, der in der Klosterbibliothek des Stifts Admont gezeigt wurde. Der 50-jährige Kommentator nutzte die Szene für eine Anmerkung zu dem traditionsreichen Ort und stellte dabei einen Bezug zu dem langjährigen ESC-Komponisten her.
Schorn sagte: „Die Klosterbibliothek beherbergt über 200.000 Bücher – viele davon jahrhundertealt, handgeschrieben oder aus der Frühzeit des Buchdrucks. Außerdem eine Sammlung historischer Musikhandschriften – vielleicht findet man dort auch irgendwo die ersten Kompositionen von Ralph Siegel.“ Siegel gilt als eine der prägendsten Figuren in der Geschichte des Eurovision Song Contest. Der Komponist steuerte über mehrere Jahrzehnte hinweg zahlreiche Beiträge zum Wettbewerb bei und wurde wegen seiner langjährigen Präsenz auch als „Mr. Grand Prix“ bezeichnet. Insgesamt war er zwischen den 1970er-Jahren und 2016 an 45 ESC-Beiträgen beteiligt und gilt als verbissener ESC-Produzent mit dem unbedingten Willen, gewinnen zu wollen.