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Ehrung für Olivia Jones

Ehrung für Olivia Jones Neuer Olivia Jones-Platz im Geburtsort der Dragqueen

ms - 15.05.2026 - 08:00 Uhr
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Die Stadt Springe in der Region Hannover will Deutschlands bekanntester Dragqueen Olivia Jones eine besondere Ehrung zukommen lassen. Geplant ist, einen Platz neben dem Alten Rathaus nach der Künstlerin zu benennen. Olivia Jones wurde als Oliver Knöbel in Springe geboren und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Stadt Springe plant, einen Platz nach Olivia Jones zu benennen.
  • Die Dragqueen wurde als Oliver Knöbel in Springe geboren und wuchs dort auf.
  • Bürgermeister Christian Springfeld sieht darin ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz.
  • Über die Umbenennung muss noch der Stadtrat entscheiden.
  • Anlass ist das Biopic „Olivia“ im ZDF über das Leben der Dragqueen 
  • Jones spricht über einst schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter.
  • ZDF erreichte höchste TV-Quote des Mittwochabends, 3,59 Millionen Zuschauer sahen den Film.

Platzbenennung für Olivia Jones

Vor dem Alten Rathaus wehen derzeit drei Regenbogenflaggen. Damit setzt die Stadt traditionell ein Zeichen gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit rund um den internationalen Aktionstag am 17. Mai (IDAHOBIT). In diesem Jahr wurden die Fahnen bereits früher gehisst. Hintergrund ist ein Fernsehfilm über das Leben von Olivia Jones, den das ZDF am Mittwochabend ausgestrahlt hat und der inzwischen auch in der Mediathek verfügbar ist.

„Der Film erinnert daran, wie schmerzhaft Ausgrenzung sein kann. Zugleich zeigt die Lebensgeschichte von Olivia Jones, wie stark Menschen sein können, wenn sie ihren eigenen Weg gehen“, sagte Springes Bürgermeister Christian Springfeld (parteilos). Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Stefanie Hoffmann brachte er die Idee einer Platzbenennung auf den Weg. Alternativ werde auch über die Bezeichnung „Platz der Vielfalt“ nachgedacht.

Freude bei der Dragqueen 

Olivia Jones begrüßte die Pläne der Stadt. „Dass Springe mal einen Olivia-Jones-Platz bekommt, macht mich stolz und dankbar zugleich“, sagte die 56-Jährige. Dies zeige, „was Springe heute für eine tolle und weltoffene Stadt ist“. Weiter erklärte Jones: „Auf dem Platz trinke ich dann mein Käffchen mit meiner Mutter künftig doppelt gerne.“ Ob der Platz tatsächlich umbenannt wird, entscheidet nun der Rat der Stadt.

Im Rahmen des Films hatte Jones auch über ihre belastete Beziehung zu ihrer Mutter gesprochen. „So Leute wie du sind Abschaum!“ – diesen Satz habe sie früher von ihrer Mutter gehört, berichtete sie im Gespräch mit dem Magazin Bunte. Heute ordne sie die Aussage anders ein: „Ich habe das damals natürlich sehr persönlich genommen, aber sie meinte damit eigentlich, was die Gesellschaft über Menschen wie mich dachte.“ Wie schwierig das Verhältnis zeitweise gewesen sei, verdeutlichte Jones auch gegenüber der Bild-Zeitung. „Meine Mutter ging nicht mehr mit mir auf die Straße“, sagte die 56-Jährige. In ihrer niedersächsischen Heimat habe ihre Mutter das Auto bewusst weit entfernt von der Schule abgestellt, um nicht gemeinsam mit ihrem „rebellischen“ Sohn gesehen zu werden.

Nach Angaben von Jones stand ihre Mutter als alleinerziehende Frau stark unter Druck, insbesondere nach dem kriminellen Absturz des Vaters. „Meine Mutter sagte immer: ‚Was sollen denn die Leute von uns denken?‘“, erinnerte sich die Entertainerin. Die Konflikte führten schließlich zu einem vollständigen Bruch. Nach dem Umzug nach Hamburg habe es zwischen Mutter und Kind über sieben Jahre hinweg kaum Kontakt gegeben. Erst eine gemeinsame Therapie habe die Beziehung wieder verbessert. „Danach war das Verhältnis von meiner Mutter und mir wie nach einem Gewitter. Die Wolken waren weg und es war alles wieder etwas reiner. Ich habe meiner Mutter verziehen, weil ich sie heute viel besser verstehe.“

Nach Einschätzung von Bürgermeister Springfeld steht die Entwicklung der Stadt für mehr Offenheit und Gleichberechtigung. „Unsere Stadt hat sich verändert. Sie ist gleichberechtigter und toleranter geworden. Und diese Entwicklung wollen wir sichtbar machen“, sagte er. Die Regenbogenflaggen sollen noch bis zum 18. Mai am Alten und am Neuen Rathaus zu sehen sein.

Top-Quote für Fernsehfilm 

Das Interesse an Olivia Jones bleibt damit ungebrochen. Das ZDF hat sich am Mittwochabend mit dem Biopic „Olivia“ die Spitzenposition im deutschen Fernsehprogramm gesichert. Der Film über das Leben von Olivia Jones erreichte zur besten Sendezeit ein Millionenpublikum und ließ die Konkurrenz deutlich hinter sich. Nach Angaben des Senders verfolgten durchschnittlich 3,59 Millionen Menschen die Ausstrahlung ab 20.15 Uhr. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei 17,4 Prozent. Damit war „Olivia“ die erfolgreichste Sendung des Abends. Deutlich schwächer schnitt RTL mit dem Hollywoodfilm „Barbie“ ab. Die Produktion aus dem Jahr 2023 erreichte lediglich 570.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Auch die übrigen Sender konnten am Mittwochabend keine vergleichbaren Reichweiten erzielen

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