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Erste Homo-Ehe in Polen Erste Anerkennung eines schwulen Ehepaares in Warschau

Von ms - 15.05.2026 - 09:00 Uhr
Erste Homo-Ehe in Polen
Foto: iStock / ilbusca
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Die polnische Hauptstadt Warschau hat erstmals eine in einem anderen EU-Mitgliedstaat geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe offiziell anerkannt. Das teilte Warschaus Bürgermeister Rafal Trzaskowski am gestrigen Vatertag mit. Die Community feiert die Anerkennung als historischen Schritt, nachdem zu Beginn der Woche bereits Ministerpräsident Donald Tusk angekündigt hatte, entsprechende Urteile europäischer und polnischer Gerichte zur Stärkung gleichgeschlechtlicher internationaler Ehen umsetzen zu wollen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Warschau hat erstmals eine im EU-Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt.
  • Grundlage ist ein Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts in Polen.
  • Das betroffene Paar hatte 2018 in Berlin geheiratet.
  • Polens Regierungschef Donald Tusk sprach von einer „Frage der Menschenwürde und der Menschenrechte“.
  • In Polen sind weder die Ehe für alle noch eingetragene Partnerschaften legalisiert.
  • Mehrheit der Polen befürwortet rechtliche Anerkennung homosexueller Paare.

Schwules Paar bekommt Heiratsurkunde

„Heute Morgen haben wir die erste Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Ehe vorgenommen“, sagte Trzaskowski vor Journalisten. Die beiden Ehepartner Jakub Cupriak-Trojan und Mateusz Trojan bestätigten anschließend, eine Kopie ihrer polnischen Heiratsurkunde erhalten zu haben. „Wir freuen uns und hoffen, dass die nächsten Urkundenumschreibungen, auf die viele Paare warten, ohne unnötige Verzögerungen ausgestellt werden“, erklärten sie. 

Das Paar hatte 2018 in Berlin geheiratet und plant nun, sich dauerhaft in Polen niederzulassen. Ein erster Antrag auf Anerkennung der Ehe war zuvor abgelehnt worden. Hintergrund ist die polnische Verfassung, nach der eine Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wird. Im März hatte das Oberste Verwaltungsgericht Polens entschieden, dass gleichgeschlechtliche Ehen, die in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union geschlossen wurden, vom polnischen Staat anerkannt werden müssen. Das Gericht setzte damit ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom November 2025 in nationales Recht um.

Historischer Schritt 

LGBTIQ+-Organisationen bezeichneten die Entscheidung als „historischen Schritt“ und als „Wendepunkt“ für das traditionell katholisch geprägte Land. Auch Polens Ministerpräsident Tusk äußerte sich zu dem Thema. Die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare sei „vor allem eine Frage der Menschenwürde und der Menschenrechte“. Innerhalb seiner Mitte-Koalition gibt es allerdings unterschiedliche Positionen zu homosexuellen Rechten, zudem scheiterte die Öffnung der Ehe für alle sowie eine angedachte zivile Partnerschaft an Polens rechtskonservativem Staatspräsident Karol Nawrocki, der mit seinem Veto jedes Gesetzvorhaben stoppen kann. 

Polen gehört gemeinsam mit Bulgarien, Rumänien und der Slowakei zu den wenigen europäischen Staaten, die weder die gleichgeschlechtliche Ehe noch eingetragene Partnerschaften gesetzlich anerkennen. Menschenrechtsorganisationen zufolge haben zwischen 30.000 und 40.000 gleichgeschlechtliche Paare aus Polen im Ausland geheiratet. Nach einer Ipsos-Umfrage aus dem vergangenen Jahr unterstützt inzwischen eine Mehrheit von 62 Prozent der Polen rechtliche Partnerschaften für Schwule und Lesben.

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