Direkt zum Inhalt
Minnesota Aurora verpflichtet ersten trans* Spieler
ANZEIGE

Signal gegen Ausgrenzung Minnesota Aurora verpflichtet ersten trans* Spieler

tb - 08.05.2026 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Mit der Verpflichtung von Isaac Ranson als erstem offen trans* Mann in der Geschichte der Frauenfußballmannschaft Minnesota Aurora FC setzt der USL W-League-Club ein Zeichen für Inklusion und Sichtbarkeit. Der 23-jährige Torhüter, der zuvor für die Cal State Fullerton Titans auf höchstem College-Niveau spielte und dort zweimal als "Big West Conference Goalkeeper of the Year" ausgezeichnet wurde, soll die Defensive der Aurora verstärken. Die Entscheidung ist ein Meilenstein, da damit erstmals ein trans* Mann offiziell für ein Frauenteam im US-Profifußball nominiert wurde.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Isaac Ranson ist der erste offen trans* Spieler bei Minnesota Aurora FC.
  • Ranson zählt zu den erfolgreichsten Torhütern in der Geschichte von Cal State Fullerton.
  • Minnesota Aurora spielt in der USL W League, der zweithöchsten Frauenliga der USA.
  • Das Team ist seit 2021 als mitgliedergeführter Verein in Saint Paul, Minnesota, aktiv.

 

Ransons Weg zur Profikarriere

Ranson wurde bei seiner Geburt weiblich zugeordnet, identifiziert sich aber als Mann. Seinen Weg zu dieser Identität beschreibt er als Prozess, der besonders im College Fahrt aufnahm. Dort fand er die nötige Unterstützung, um offen mit seinem Geschlecht umzugehen. Im Teamsport war dies jedoch mit Hindernissen verbunden. Ranson berichtete mehrfach darüber, wie belastend das wiederholte Fehlgeschlechtwerden und das Verwenden seines alten Namens ("Deadnaming") für ihn waren. Erst durch die Unterstützung seiner Mitspielerinnen und Coachs konnte Ranson seine Rolle im Team sichern: "Wenn die Menschen um mich herum mich akzeptieren und lieben, kann ich mich selbst endlich annehmen."

 

Bedeutung für den Fußballstandort Minnesota

Minnesota Aurora verfolgt seit Gründung im Jahr 2021 das Ziel, Diversität und Teilhabe im Fußball zu fördern. Nach eigenen Angaben bietet der Verein aktiv einen "sicheren Ort für alle Spielerinnen", wie Präsidentin Saara Hassoun erklärt: "Aurora glaubt daran, dass alle eine faire Chance verdienen, Fußball zu spielen… Wir freuen uns, Isaac bei uns zu begrüßen." Seit Ransons Verpflichtung hat der Verein zahlreiche positive Reaktionen aus der lokalen Sport- und queeren Community erhalten, die das Signal für größere Sichtbarkeit von trans* Athletinnen und trans* Athleten begrüßen.

 

Hintergrund: Trans*anteil im US-Sport

Trans* Personen stoßen im US-Leistungssport weiter auf Widerstände — insbesondere aufgrund zahlreicher neuer Gesetze, die vorschreiben, dass Schülerinnen und Schüler nur noch in dem Team antreten dürfen, das ihrem bei Geburt festgelegten Geschlecht entspricht. Minnesota Aurora positioniert sich damit bewusst gegen den aktuellen Trend, trans* Sportlerinnen und trans* Sportler auszugrenzen. Fachleute bewerten die Verpflichtung von Ranson daher als wichtigen Schritt in einer Zeit, in der entsprechende Regeln in vielen Bundesstaaten verschärft werden.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Könnte Isaac Ranson künftig am regulären Ligabetrieb teilnehmen?
Nach aktuellem Regelwerk der USL W League ist seine Spielberechtigung gesichert, solange der Verein ihn wie jede andere Frau im Kader anmeldet.

Gibt es vergleichbare Fälle in anderen US-Frauenteams?
Bislang wurden kaum Fälle öffentlich bekannt, in denen offen trans* Männer in US-Frauenteams spielten; Isaac Ranson nimmt hier eine Vorreiterrolle ein.

Minnesota Aurora sieht sich mit Ransons Verpflichtung als Pionier für mehr Offenheit im amerikanischen Fußball. Der Verein plant, sein Engagement für Inklusion weiter auszubauen und so eine Plattform für Vielfalt im Spitzensport zu schaffen.

Anzeige

Auch Interessant

Queere Generation Alpha

Wie verändert sie die Welt?

Gen-Z war gestern, die jüngste Jugend ist die Generation Alpha, mehr als je zuvor definiert sie sich als queer. Was verändert sich in der Community?
30 Jahre „Beautiful Thing“

Ein besonderes Jubiläum

Im Juli vor 30 Jahren kam "Beautiful Thing" in die Kinos, ein Kultklassiker des schwulen Films, der damals wie heute Mut macht auf ein besseres Morgen
Schwitzewelle

Hotte Pride-Tage

Die Schwitzewelle 2026: Schwule, Schmelzender Sommerstolz und hotte Pride-Tage.
Internationaler Drag Tag

Wie wird man eine Queen of Drag?

Drag Queens sind seit jeher das Sahnehäubchen auf der queeren Szene. Am Internationalen Drag Tag erinnert die Community an diese wichtige Kunstform.
Eine Kirche für alle?

Zukunft von LGBTIQ+-Gläubigen

Kirche und queere Katholiken? Seit jeher ein Spannungsfeld, auch wenn es immer wieder Hinwendungen gibt. Was wünschen sich LGBTIQ+-Gläubige heute?
Neuer Typ von Traummann

Hässliche Männer als Beziehungstyp?

Hässlich ist das neue Schön! Zumindest greift der MUG-Trend gerade um sich, hässliche Männer gelten als der beste Beziehungstyp. Was ist da drann?