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Angst vor Diskriminierung

Angst vor Diskriminierung Jede dritte LGBTIQ+-Frau meidet wichtige Arzttermine

ms - 22.04.2026 - 12:00 Uhr
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Mehr als jede dritte LGBTIQ+-Frau hat laut einer aktuellen Untersuchung medizinische Behandlungen verschoben oder ganz vermieden, weil sie Diskriminierung befürchtet hat. Das offenbart eine neue Studie, deren Teilnehmerinnen auch aus Deutschland kommen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine Studie zeigt: Mehr als jede dritte LGBTIQ+-Frau und nicht-binäre Person verschiebt medizinische Versorgung aus Angst vor Diskriminierung.
  • Befragt wurden 3.212 Personen in Großbritannien, den USA, Indien, Südafrika und Deutschland.
  • Nur rund ein Viertel fühlt sich in öffentlichen Räumen wie Cafés oder öffentlichen Verkehrsmitteln sehr sicher.
  • Fast die Hälfte berichtet von negativen Erfahrungen im Gesundheitswesen.
  • Anlass sind Aussagen von Lady Phyll und Dame Kelly Holmes zur Lesbian Visibility Week 2026.

Angst vor Arztbesuchen

Die Studie wurde von Kantar im Auftrag des DIVA Charitable Trust und der Curve Foundation durchgeführt. Insgesamt nahmen 3.212 LGBTIQ+-Frauen und nicht-binäre Personen aus Großbritannien, den USA, Indien, Südafrika und Deutschland teil. Die Erhebung steht im Zusammenhang mit der aktuell laufenden Lesbian Visibility Week 2026. Während 62 Prozent der Befragten angaben, sich zu Hause sehr sicher zu fühlen, sinkt dieses Sicherheitsgefühl außerhalb des eigenen Umfelds deutlich. Nur etwa jede vierte Person fühlt sich in öffentlichen Räumen wie Bars, Cafés, Restaurants oder in öffentlichen Verkehrsmitteln noch sehr sicher.

Fast die Hälfte der Befragten berichtete zudem, im Gesundheitswesen Erfahrungen gemacht zu haben, in denen sie sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität nicht ernst genommen, missverstanden oder abgewertet fühlten. Lady Phyll, Geschäftsführerin des DIVA Charitable Trust, sagte: „Diese Forschung erzählt eine zutiefst menschliche Geschichte darüber, was passiert, wenn Sichtbarkeit noch immer an Bedingungen geknüpft ist.“ Weiter erklärte sie: „Wenn mehr als eine von drei Personen medizinische Versorgung verzögert, weil sie Diskriminierung fürchtet, sprechen wir nicht mehr über symbolische Inklusion – wir sprechen darüber, dass Menschen ihre Lebensentscheidungen ändern, um sicher zu bleiben.“

Sichtbarkeit besonders wichtig 

Sie ergänzte: „Lesbian Visibility Week existiert, weil LGBTIQ+-Frauen und nicht-binäre Menschen weiterhin zu oft unsichtbar sind in Daten, Medien, Führung und Finanzierung. Unsere Aufgabe ist es, Kultur zu verändern, Ungleichheit zu hinterfragen und Bedingungen zu schaffen, in denen unsere Communities nicht nur gesehen werden, sondern gedeihen können.“ 

Auch die ehemalige Olympionikin Dame Kelly Holmes äußerte sich zu den Ergebnissen. „Was mich an dieser Forschung am meisten beeindruckt, ist die emotionale Belastung durch das ständige Abwägen, ob es sicher ist, man selbst zu sein. Wenn Angst vor Diskriminierung Menschen davon abhält, grundlegende Gesundheitsversorgung zu nutzen, zeigt das, wie wichtig Sichtbarkeit im Alltag bleibt“, sagte sie. Holmes hatte sich 2022 öffentlich als homosexuell geoutet. Sie erklärte zudem: „Ich bin stolz darauf, den DIVA Charitable Trust und die Lesbian Visibility Week zu unterstützen und zu helfen, Bewusstsein zu schaffen.“ Die Aktionswoche wird unter anderem in Großbritannien, Kanada, den USA, in Deutschland sowie in mehreren europäischen Ländern begangen.

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