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Kritik an der Gen-Z Zu wenig Einsatz für wichtige Projekte?

Von ms - 29.04.2026 - 12:00 Uhr
Kritik an der Gen-Z
Foto: iStock / Image Source
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Die Generation Z steht weltweit immer wieder unter starker Beobachtung. Während junge Menschen in vielen Ländern in den vergangenen Jahren mit Protestbewegungen gerade auch im Bereich LGBTIQ+ auf sich aufmerksam machten, wirkt die deutsche Jugend im Vergleich mitunter eher zurückhaltend. Zu diesem Eindruck kommt zumindest der Sozialforscher Rüdiger Maas, der seit Jahren internationale Trends beobachtet – er sieht klare Unterschiede im Handeln der Jugendlichen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Generation Z weltweit: In vielen Ländern führten Jugendliche, besonders aus der Gen Z, erfolgreiche Protestbewegungen, die teils Regierungswechsel herbeiführten, um bessere Lebensbedingungen und gegen Korruption zu kämpfen.
  • Unterschiede in Deutschland: In Deutschland zeigt die Jugend im Vergleich eine zurückhaltendere Haltung. Laut Sozialforscher Rüdiger Maas fehlen klare Forderungen und eigenständiges Handeln, insbesondere bei Themen wie dem Klimawandel.
  • Motivation weltweit: In Ländern wie Madagaskar, Nepal und Marokko haben Jugendliche durch digitale Vernetzung und internationalen Austausch große Erfolge erzielt.
  • Aufruf zu mehr Aktivismus: Maas fordert eine aktivere Haltung der deutschen Jugend, besonders bei der queeren Community, die mit klaren Zielen und Forderungen mehr erreichen könnte.
  • Queere Jugend in Deutschland: 22% der Jugendlichen in Deutschland definieren sich als LGBTIQ+ und benötigen laut Maas verinnerlichte Ziele und konkrete Taten für mehr Veränderung.

Klare Ziele für den Erfolg 

„Die Jugend weltweit hat 2025 enormen Druck aufgebaut und in einigen Ländern sogar Regierungswechsel herbeigeführt“, sagte Maas im Gespräch mit dem Portal watson. Häufig ging es den jungen Menschen dabei um bessere Lebensstandards, gegen Korruption oder ineffiziente Regierungen. In Madagaskar etwa hatten viele Menschen keinen Zugang zu fließendem Wasser oder Strom, schilderte der Forscher. Die Jugendlichen dort hätten nach erfolgreichen Protesten erklärt: „Wir haben erreicht, was wir wollten“ und seien anschließend in den Alltag zurückgekehrt. „Es war eine erwachsene Reflexion und sie waren stolz auf das Erreichte“, so Maas.

Maas erklärt das Engagement der Gen Z mit einem besonderen Antrieb: „Die Proteste wurden vor allem in Ländern von der Gen Z angeführt, in denen diese hungriger ist, also mehr Antrieb hat. Sie hat erkannt, dass traditionelle Werte ihre Probleme nicht lösen werden und dass sie selbst aktiv werden muss.“ Auch digitale Vernetzung und Social Media spielten eine zentrale Rolle, um internationale Solidarität herzustellen und Bewegungen zu koordinieren. In Nepal, Madagaskar und Marokko hätten dabei junge Menschen aus allen sozialen Schichten gemeinsam demonstriert.

Weniger Jammern, mehr Aktivität 

Für Deutschland beobachtet Maas ein anderes Bild: „Die Jugend hierzulande nimmt ihren Handlungsraum zu wenig wahr. Es gibt viele Themen, aber die Haltung ist oft: ‚Das wird schon irgendwer lösen.‘“ Als Beispiel nennt er die Klimaproteste: „Es gab Forderungen, aber wenig Konkretes, und die Jugendlichen haben selbst zu wenig gehandelt.“ Maas fordert daher mehr eigenständiges, aktives Engagement: „Raus aus der Komfortzone und mehr die Möglichkeiten sehen als die ‚Unmöglichkeiten‘, kurz: vom passiven Jammern zum aktiven Handeln.“ 

Besonders relevant ist dies auch für die queere Community: Laut einer Ipsos-Studie definieren sich 22 Prozent der jungen Menschen in Deutschland als LGBTIQ+. „Es braucht verinnerlichte Ziele, zudem klarere Forderungen, die für alle nachvollziehbar sind, und auch klarere Taten. Man könnte bestimmte Dinge blockieren und sagen: Stopp, hier machen wir nicht mit“, so der Experte.  

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