Direkt zum Inhalt
Blutspende in Australien

Blutspende in Australien Diskriminierung von Schwulen und trans* Personen endet

ms - 21.04.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Seit Anfang dieser Woche dürfen in Australien tausende schwule und bisexuelle Männer sowie trans* Personen Blut spenden, nachdem eine bedeutende Regeländerung nun endlich in Kraft getreten ist. Die zuvor gültigen Regeln, die homosexuelle Männer und trans* Personen von der Blutspende ausschlossen, wenn sie in den letzten drei Monaten sexuellen Kontakt hatten, wurden nun reformiert. Auch in monogamen Beziehungen lebende LGBTIQ+-Personen konnten so nicht spenden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Regeländerung in Australien: Ab dieser Woche dürfen tausende schwule und bisexuelle Männer sowie trans* Personen in Australien Blut spenden.
  • Frühere Regelung: LGBTIQ+-Personen waren ausgeschlossen, wenn sie in den letzten drei Monaten sexuellen Kontakt hatten, auch bei monogamen Beziehungen.
  • Neue Richtlinien: Alle Spender werden nun unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung nach ihren sexuellen Aktivitäten gefragt.
  • Erwartete Wirkung: Bis zu 20.000 neue Spender aus der queeren Community werden erwartet.
  • Plasma-Spende: Personen, die nicht für Blutspenden infrage kommen, können nun Plasma spenden.

Neue Blutspende-Regeln für LGBTIQ+

Bereits im letzten Jahr wurden die Neu-Regelungen beschlossen, erste Aspekte davon wurden bereits umgesetzt, seit dieser Woche nun gelten landesweit die neuen Richtlinien. Die Änderungen sehen vor, dass alle potenziellen Blutspender nun unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung nach denselben Kriterien gefragt werden, wenn es um ihre sexuelle Aktivität geht. Das bedeutet, dass schwule und bisexuelle Männer sowie trans* Menschen Blut spenden dürfen, wenn sie in langfristigen, monogamen Beziehungen leben und andere Kriterien wie Alter und Eisenwerte erfüllen. Stephen Cornelissen, CEO von Australian Red Cross Lifeblood, erklärte dazu: „Dies ist etwas, an dem wir schon seit einiger Zeit zusammen mit Regierungen, LGBTIQ+-Interessengruppen und der breiteren Gemeinschaft gearbeitet haben. Wir freuen uns darauf, ab heute viele neue Spender in unseren Zentren begrüßen zu dürfen, die Blut und Blutplättchen spenden.“

Hoffnung auf 20.000 neue Spender

Die Änderung soll dazu beitragen, dass bis zu 20.000 neue Spender aus der LGBTIQ+-Community gewonnen werden können. Eine frühere Regeländerung im Jahr 2025, die es auch Sexarbeitern und queeren Menschen ermöglichte, Plasma zu spenden, selbst wenn sie in den letzten drei Monaten Geschlechtsverkehr hatten, führte bereits zu 10.000 Plasma-Spenden von rund 3.000 neuen Spendern. Cornelissen betonte, dass die alten Regeln ursprünglich dazu dienten, die Sicherheit der Blutversorgung zu gewährleisten, aber auch zur Stigmatisierung vieler LGBTIQ+-Personen beigetragen hätten. „Wir hoffen, dass dieser Schritt ein Wendepunkt für Lifeblood und die LGBTIQ+-Community darstellt, und dass sich viele neue Menschen dazu entschließen, sich für Blut- oder Plasma-Spenden anzumelden“, so Cornelissen weiter.

In Australien existierte ein Blutspendeverbot für homosexuelle Männer und trans* Personen über mehrere Jahrzehnte hinweg. Das Verbot wurde in den 1980er Jahren eingeführt, als die HIV/AIDS-Pandemie weltweit eskalierte. Die damaligen Regeln sollten verhindern, dass HIV über Blutspenden verbreitet wird, da homosexuelle Männer zu den besonders gefährdeten Gruppen gehörten. Obwohl sich die medizinische Forschung und Bluttests seitdem erheblich verbessert haben, wurde das Verbot lange Zeit beibehalten. Erst im Jahr 2020 begannen erste Lockerungen, die es Schwulen unter bestimmten Bedingungen ermöglichte, Blut zu spenden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Anklage nach Brandanschlag

Angriff auf OpenAI-CEO Sam Altman

In Kalifornien wurde nun Anklage gegen einen 20-Jährigen erhoben, der offenbar den schwulen OpenAI-CEO Sam Altman aus Angst vor KI ermorden wollte.
Asylbetrug in Großbritannien

BBC-Recherche sorgt für Aufregung

Laut der BBC erfanden bei Asylanträgen in England Migranten ihre Homosexualität auf Anraten von Anwälten, um einen positiven Bescheid zu erhalten.
Scharfe Kritik des LSVD+

Staatsversagen der Bundesregierung

Der LSVD+ hat im Rahmen ihrer 38. Mitgliederversammlung der Bundesregierung Staatsversagen vorgeworfen, es müsse mehr für LGBTIQ+ gemacht werden.
Neuer Fall für Supreme Court

Angriff auf Regenbogenfamilien

Der Supreme Court in den USA wird dieses Jahr darüber entscheiden, ob religiöse Schulen Kinder von LGBTIQ+-Eltern abweisen dürfen.
Rücktritt von Tim Cook

Apple ab Herbst unter neuer Leitung

Tim Cook wird im Herbst seinen Posten als CEO von Apple räumen - er war der erste offen schwule CEO eines Fortune-500-Unternehmens.
Urteil in Ungarn erwartet

Anti-Homosexuellen-Gesetz

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) will heute seinen Beschluss zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in Ungarn verkünden. Wie geht es dann weiter?
Report Amnesty International

Menschenrechte in Gefahr

Die Menschenrechte sind weltweit unter Beschuss, auch in Deutschland, so der neue Jahresbericht von Amnesty International.