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Kommunikation ohne Big Brother Russische Community testet Wege wie Sprachlern-Apps

Von ms - 28.04.2026 - 10:00 Uhr
Kommunikation ohne Big Brother
Foto: iStock / Drazen_
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In Russland verschärft der Kreml zunehmend die Kontrolle über digitale Kommunikationskanäle wie WhatsApp oder Telegram, überwacht das Internet und sperrt Anbieter wie YouTube – besonders davon betroffen ist die sowieso bereits stark marginalisierte LGBTIQ+-Community. Viele Menschen suchen daher derzeit nach kreativen Möglichkeiten, um weiterhin miteinander in Kontakt zu bleiben.

Das Wichtigste im Überblick:

  • In Russland verschärft der Kreml zunehmend die Kontrolle über digitale Kommunikationskanäle wie WhatsApp und Telegram, besonders betroffen ist die LGBTIQ+-Community. 
  • Messenger-Dienste werden zunehmend gesperrt, und die Nutzung von VPNs erschwert, während die staatliche App „Max“ als einzige Kommunikationsplattform genutzt werden soll. 
  • Viele LGBTIQ+-Personen und andere Nutzer suchen nach kreativen Wegen, um weiterhin miteinander in Kontakt zu bleiben, zum Beispiel über Online-Schach-Apps, Dating-Plattformen oder durch den Einsatz von Alltagsgeräten wie Saugrobotern. 
  • Die klassische Methode, Sperren zu umgehen, bleibt die Nutzung von VPNs, die es ermöglichen, blockierte Dienste wie Telegram und WhatsApp weiterhin zu nutzen. 

Eine Alternative, die keine ist 

Seit Monaten weitet die Regierung die Liste teilweise oder vollständig gesperrter Messenger-Dienste aus. Gleichzeitig wird die Nutzung von VPNs erschwert, während die staatliche Mega-App „Max“ immer mehr zur einzigen Kommunikationsplattform wird – für homosexuelle Menschen ein Angebot, das nicht wirklich eines ist. Über die App lassen sich zwar nicht nur Nachrichten austauschen, sondern auch Karten abrufen oder Behördengänge digital erledigen, aber alles unter Beobachtung der staatlichen Stellen. Kommunikation innerhalb der Community läuft immer Gefahr, als extremistisch eingestuft zu werden und damit einen Straftatbestand darzustellen. 

Kreative Wege der Kommunikation 

Eine ungewöhnliche Lösung haben Spieler in Online-Schach-Apps entdeckt. Dort lassen sich über integrierte Chat-Funktionen Nachrichten austauschen, berichtet das Portal „Meduza“. Auch andere Apps, etwa Dating-Plattformen oder die Chatfunktion von Sprachlern-Apps wie Duolingo, werden als alternative Kommunikationswege derzeit verstärkt genutzt.

Kreative Nutzer experimentieren zudem offenbar derzeit verstärkt mit Alltagsgeräten: Eine Moskauerin, die auf Bali lebt, nutzte den Futterautomaten ihrer Katze, um Videoanrufe mit ihren Eltern zu führen. Das entsprechende Video ging viral, in den Kommentaren wurden weitere Haushaltsgeräte für ähnliche Zwecke diskutiert. Sogar Saugroboter mit Mikrofon, Lautsprecher und Kamera werden als improvisierte Kommunikationsmittel eingesetzt, ebenso wie geteilte Online-Dokumente auf Plattformen wie Google Docs oder Yandex, über die Textnachrichten hinterlassen werden können. Ein weiterer Weg führt über Kleinanzeigen-Plattformen: Nutzer kommunizieren über gefälschte Anzeigen, solange die Plattformen freigeschaltet bleiben. 

Die klassische Methode, die Sperren zu umgehen, bleibt allerdings die Nutzung von VPNs. Sie ermöglicht es, die IP-Adresse zu verschleiern und weiterhin auf blockierte Dienste wie Telegram und Whatsapp zuzugreifen. Trotz zunehmender Einschränkungen durch den Kreml nutzen viele Russen VPN-Technologien, um ihre digitale Freiheit zu wahren. 

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