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Kriminalstatistik 2025 580 Gewaltdelikte jeden Tag

Von ms - 20.04.2026 - 11:00 Uhr
Kriminalstatistik 2025
Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler
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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat heute Vormittag zusammen mit Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), und Andy Grote, Vorsitzender der Innenministerkonferenz IMK sowie Senator für Inneres und Sport der Stadt Hamburg, die neue Kriminalstatistik für 2025 vorgestellt. Die Fälle von allen registrierten Straftaten sowie explizit im Bereich der Gewaltkriminalität gingen erstmals seit 2022 wieder leicht zurück, bleiben aber auf sehr hohem Niveau. Gleichzeitig gibt es Anstiege bei polizeilich erfassten Sexualdelikten sowie auch beim Wohnungseinbruchsdiebstahl.

580 Gewaltdelikte jeden Tag

Insgesamt wurden 5,5 Millionen Straftaten registriert, ein Minus von 5,6 Prozent – der Rückgang ist teilweise auf die Legalisierung von Cannabis zurückzuführen, zudem spiele laut Grote auch der Rückgang der Migration eine Rolle. Im Detail zeigt sich: Es kommt zu 335 Fällen von Gewaltkriminalität sowie 335 Sexualdelikten jeden Tag, alles zusammen spricht Dobrindt von 580 Gewaltdelikten tagtäglich. Insgesamt wurden rund 2,05 Millionen Tatverdächtige registriert. Im Bereich der Sexualdelikte ist ein Plus von 2,8 Prozent zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote bei allen Straftaten liegt bei 57.9 Prozent. „Der Rückgang der Gewaltkriminalität ist ein Anfang, aber kein Grund zur Entwarnung. Entscheidend ist, dass sich Menschen im Alltag sicher fühlen. Dafür braucht es weitere Maßnahmen: Mit einem harten Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität, mit konsequenten Abschiebungen von Intensivtätern und mit klaren, unmissverständlichen Gesetzen zum Schutz unserer Polizistinnen und Polizisten", so Dobrindt. 

Jugendliche Straftäter 

Sowohl Grote wie auch Dobrindt betonten überdies, dass ausländische Tatverdächtige mit 42,9 Prozent aller Taten „erheblich überrepräsentiert“ sind. Die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen (-7,4 %) und der tatverdächtigen Zuwanderer (-7,2%) ist dabei rückläufig, gerade bei den Jugendlichen liegt die Gewaltbereitschaft laut Münch allerdings weiterhin auf einem überproportional hohem Niveau. Im Altersvergleich zeigen sich die höchsten Belastungen bei männlichen Jugendlichen. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder stieg dagegen erneut an (+3,3%). Die sogenannte Tatverdächtigenbelastungszahl ist bei nichtdeutschen Tatverdächtigen etwa viermal höher als bei deutschen Tatverdächtigen, besonders junge Menschen werden auch hier zu Tätern. 

Mehr Messerangriffe und Sexualdelikte 

Die Zahl der Messerangriffe hat erneut leicht zugenommen (+0,8%) auf inzwischen 29.243 gemeldeten Fällen im Jahr 2025, das sind mehr als 80 Angriffe pro Tag. Bedrohungen mit einem Messer haben um 9,5 Pozent zugenommen. Mit Blick auf die Sexualdelikte kam es zu 131.335 registrierten Fällen, insgesamt ein Plus von 2,8 Prozent. Bei Vergewaltigungen, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen inklusive Todesfolgen ist ein Plus von 8,5 Prozent zu verzeichnen. Seit 2018 ist die Anzahl der Vergewaltigungen insgesamt um rund 71,7 Prozent gestiegen. Frauen erleben sexuelle Belästigung dabei viermal öfter als Männer. Bedenklich ebenso: Die Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornographischer Inhalte hat um 19,9 Prozent zugenommen.

BKA-Präsident Münch betonte: „Die registrierte Kriminalität ist 2025 gesunken, wir sehen Rückgänge bei Gewaltkriminalität und bei der Zahl der Tatverdächtigen. Gleichzeitig verändert sich Kriminalität – sie wird digitaler, internationaler und in manchen Bereichen auch brutaler. Sicherheit ist kein Selbstläufer.“ Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie SKiD zeigen dabei überdies, dass das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung grundsätzlich zwar mit 74 Prozent hoch ist, allerdings: Rund 45 Prozent der Menschen fühlen sich nachts besonders im Öffentlichen Nahverkehr unsicher. Noch geringer ausgeprägt ist das Sicherheitsempfinden an Bahnhöfen (27,0 Prozent), öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen (40,1 Prozent) sowie Parks (22,8 Prozent). Verstärkt dürfen diese Zahlen noch einmal für queere Menschen an Bedeutung gewinnen. 

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