Angriff auf Pride-Aktivisten Regenbogenrucksack als Auslöser für Attacke in Turin
Ein Aktivist des Torino Pride wurde am vergangenen Wochenende in Turin Opfer eines homophoben Übergriffs. Der 35-jährige Volontär, der als Juror beim Lovers Film Festival tätig war, wurde von einer Gruppe von Jugendlichen beschimpft und körperlich angegriffen, nachdem er mit einem Regenbogen-Rucksack in der Nähe des Cinema Massimo unterwegs war.
Das Wichtigste im Überblick:
- Aktivist des Torino Pride wird nach dem Lovers Film Festival angegriffen
- Angriff durch Gruppe von Jugendlichen wegen Regenbogen-Rucksack
- Volontär wird durch Zufall nur leicht unverletzt, aber emotional erschüttert
- Lovers Film Festival und Torino Pride verurteilen den Vorfall
- Fehlende gesetzliche Maßnahmen gegen Homophobie in Italien kritisiert
Freund des Täters stoppt Attacke
Laut seiner Schilderung begann der Vorfall, als einer der Jugendlichen ihm „Bist du schwul?“ zurief, nachdem er den Regenbogen-Rucksack gesehen hatte. Der Täter näherte sich schnell mit weiteren Kumpels und verpasste ihm ohne Vorwarnung eine Ohrfeige. Der junge Mann, der auf dem Weg nach Hause war, versuchte gelassen und deskalierend zu bleiben, während ihn der junge Täter weiter attackierte – die Situation wurde erste beendet, als ein Freund des Täters eingriff. Der junge Aktivist wurde so glücklicherweise nur leicht verletzt, ist seitdem aber psychisch angegriffen. Zuletzt haben die Fälle von homophober Hassgewalt massiv zugenommen in Italien.
Der Lovers Film Festival verurteilte die Gewalt und stellte klar, dass der Betroffene zuvor als Juror für den Torino Pride Award tätig war. Festivaldirektorin Vladimir Luxuria äußerte ihre Besorgnis und unterstrich die Notwendigkeit, weiterhin öffentlich über Homophobie und Diskriminierung zu sprechen. „Es ist tragisch, wie wichtig es noch immer ist, diese Themen zu behandeln – in den Medien, in der Schule und in der Politik“, sagte sie.
Gewalt gegen alle, die „anders“ sind
Der Torino Pride kritisierte zudem die gesellschaftliche und gesetzliche Situation in Italien, insbesondere den fehlenden Schutz für LGBTIQ+ Personen vor Hassverbrechen. In einer Stellungnahme wies die Organisation darauf hin, dass solche Gewaltakte häufig ohne nachvollziehbaren Grund ausgelöst werden und tief in gesellschaftlichen Strukturen verwurzelt sind. „Die Gewalt richtet sich gegen alles, was als ‚anders‘ wahrgenommen wird. Ein Regenbogen-Rucksack kann ausreichen, um eine Gruppe zu provozieren“, hieß es in der Erklärung des Torino Pride. Zudem wurde das Fehlen eines spezifischen Gesetzes gegen Homophobie als ein wesentliches Problem in Italien hervorgehoben. Die queeren Aktivisten sind sich sicher, dass die Attacke wesentlich schwerwiegender ausgefallen wäre, wenn der gewaltbereite Täter nicht von seinem eigenen Kumpel gestoppt worden wäre.