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Landratswahl in Brandenburg AfD thematisierte Homosexualität der Amtsinhaberin

Von ms - 16.04.2026 - 08:30 Uhr
Landratswahl in Brandenburg
Foto: IMAGO / Martin Müller
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In Brandenburg wird an diesem Sonntag (19.04.) eine Landratswahl zum Prüfstein für die politische Stimmung in Ostdeutschland. Besonders im Fokus: die Uckermark, ein Landkreis zwischen Naturidylle und grenznaher Politik. Hier tritt der 35-jährige AfD-Landtagsabgeordnete Felix Teichner gegen die 61-jährige CDU-Landrätin Karina Dörk an, die in dieser Woche auch zur neuen Präsidentin des Brandenburger Landkreistags gewählt worden ist. 

Das Wichtigste im Überblick

  • AfD-Landtagsabgeordneter Felix Teichner tritt in der Uckermark gegen CDU-Landrätin Karina Dörk an.
  • Ein Sieg der AfD würde deutschlandweit Signalwirkung haben; bisher gibt es nur einen AfD-Landrat in Sonneberg (Thüringen).
  • Wahlkampf geprägt von Unzufriedenheit mit Bundespolitik, Proteststimmung und lokalem Tourismusinteresse.
  • Kontroverse um ein Wahlplakat der AfD, das Dörk als lesbische Frau thematisiert.
  • CDU-Landrätin fordert staatliches Gegensteuern gegen Frustnutzung durch die AfD.

AfD fordert CDU-Landrätin heraus

Die bisherige Amtsinhaberin Dörk ist seit rund acht Jahren im Amt und gilt als bodenständig. Ihr Erfolgsrezept umfasst den Erhalt des Krankenhauses, Breitbandausbau, Unterstützung für Unternehmen, Tourismus und Kultur. Sie lebt mit ihrer langjährigen Lebenspartnerin zusammen. Ihr Wahlkampfslogan lautete: „Damit’s funktioniert.“

Teichner will für die AfD eine „historische Wende“ erreichen. In der Kampagne betont er, eine Flüchtlingsunterkunft in Prenzlau verhindert zu haben, und setzt auf wirtschaftliche Themen wie die touristische Entwicklung des Uckersees. Seine Plakate tragen Botschaften wie „Keine Pflicht zur Unterbringung Illegaler“ und „Kreispleite verhindern“.

„Schlimmer kann es nicht mehr werden…“

Unterstützt wird der AfD-Kandidat von einer allgemeinen Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. Hohe Energiepreise, Reformstau und globale Krisen geben der Partei laut Umfragen Rückenwind. Bei einer Wahlkampfveranstaltung äußerte eine Bürgerin: „Schlimmer kann es nicht mehr werden, die haben das schon an die Wand gefahren.“

Dörk sieht hingegen die Verantwortung nicht nur auf kommunaler Ebene: „Wir als Staat, die Bundesregierung, müssen jetzt dann, wenn wir wollen, dass die AfD nicht so stark wird, auch mal gegensteuern.“ Ihrer Ansicht nach lebt die AfD davon, „den Frust der Menschen aufzugreifen und aus jeder Kleinigkeit eine große Empörungskultur zu machen.“ Die Uckermark gilt als AfD-Hochburg: Rund 36 bis 38 Prozent bei Bundestags- und Landtagswahlen, die Partei ist in Kreistag und Prenzlauer Stadtparlament führend. 

Debatte über Wahlplakat 

Vor der Wahl warnte das Bündnis „Lebenswerte Uckermark für alle“ in einem offenen Brief vor der AfD: „Sie leben von Ausgrenzung. Sie spalten dort, wo wir Zusammenhalt brauchen. Sie erklären Menschen zu Problemen, statt Probleme zu lösen.“ Die Region ist touristisch attraktiv, aber dünn besiedelt und wirtschaftlich herausgefordert. Der Uckermärker Andreas Büttner äußerte jedoch gegenüber der dpa Sorgen um den Tourismus: „Möchte man da dann hinfahren, wenn die Region von einem AfD-Landrat regiert wird?“ Teichner spricht hingegen von „Angst- und Panikmache“.

Diskussionen gibt es auch um ein Wahlplakat der AfD: Dörk zeigt darauf eine Raute, eingerahmt in ein rosafarbenes Dreieck, eine Anspielung auf die Homosexualität der CDU-Politikerin und überdies eine NS-Symbolik. Dörk bezeichnet das Plakat als „unter der Gürtellinie“ und verweigert Teichner den Handschlag, solange es hängt. Zur Frage der „Brandmauer“ gegen die AfD gibt es in der Region pragmatische Ansätze. Teichner verweist auf Unterstützung für CDU-Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Prenzlau. Dörk meidet das Wort ebenfalls: „Wir müssen zusehen, dass wir hier unsere Probleme, die wir haben, gelöst kriegen.“

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