Kein Schutz für queere Schüler Rücknahme von Diskriminierungsverboten an US-Schulen
Die Regierung von Donald Trump hebt laut einem Bericht der New York Times jetzt schrittweise Vereinbarungen zum Schutz von queeren sowie trans* Schülern auf. Unter den Regierungen von Barack Obama und Joe Biden waren Regelungen der Bürgerrechtsnovelle Title IX so definiert worden, dass das Diskriminierungsverbot im Bildungsbereich auch Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtsidentität einschließt. Diese erweiterten Richtlinien werden jetzt zurückgenommen.
Aufhebung von Schutzrechten
Betroffen sind aktuell Schulbezirke in den Bundesstaaten Delaware, Pennsylvania, Washington und Kalifornien, die Abkommen dort wurden jetzt aufgekündigt, sodass sich die US-Regierung aus der Durchsetzung dieser Vereinbarungen zurückzieht. Das zuständige Ministerium habe demnach erklärt, man wolle sicherstellen, dass das Geschlecht künftig „ausschließlich nach der biologischen Zuweisung bei der Geburt“ definiert werde. Den Schulen drohe bei Nichtbeachtung der Entzug von Bundesmitteln.
Während der Obama-Administration 2016 war in einer zusätzlichen Vereinbarung festgehalten worden, dass geschlechtsbezogene Diskriminierung auch Benachteiligungen aufgrund von Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und trans* Status umfasst. Zudem mussten Schulbezirke gleichen Zugang zu Programmen und Einrichtungen gewährleisten sowie Schulungen und strukturelle Änderungen umsetzen. Diese Linie wurde jetzt geändert, die damals beanstandeten Bezirke wurden angewiesen, die im Zuge der Vereinbarung eingeführten Regelungen zurückzunehmen. Es ist der erste bekannte Fall, in dem die Regierung bestehende Vereinbarungen zum Schutz von Bürgerrechten mit Bildungseinrichtungen aktiv aufhebt.
Umfassendes Vorgehen der Regierung
Nach Informationen der New York Times ist dies Teil eines umfassenderen Vorgehens. Hintergrund ist eine Anordnung, wonach Bundesbehörden ausschließlich das bei der „Geburt zugewiesene Geschlecht“ anerkennen sollen. Dies steht im Zusammenhang mit Bestrebungen, Programme zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion aus dem öffentlichen Bildungsbereich immer stärker zurückzudrängen. Queere Verbände wie das Trevor Projekt in den USA verurteilen die jüngsten Schritte der US-Regierung scharf und verweisen auf Studien der Organisation Glisten aus dem Jahr 2025, demnach Diskriminierung und Belästigung an US-Schulen nach wie vor weit verbreitet ist. Bundesdaten zufolge berichten rund 40 Prozent der trans* Jugendlichen von Mobbing an Schulen und weisen deutlich höhere Werte bei Depressionen auf.