Direkt zum Inhalt
Kein Schutz für queere Schüler
ANZEIGE

Kein Schutz für queere Schüler Rücknahme von Diskriminierungsverboten an US-Schulen

ms - 07.04.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Die Regierung von Donald Trump hebt laut einem Bericht der New York Times jetzt schrittweise Vereinbarungen zum Schutz von queeren sowie trans* Schülern auf. Unter den Regierungen von Barack Obama und Joe Biden waren Regelungen der Bürgerrechtsnovelle Title IX so definiert worden, dass das Diskriminierungsverbot im Bildungsbereich auch Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtsidentität einschließt. Diese erweiterten Richtlinien werden jetzt zurückgenommen. 

Aufhebung von Schutzrechten

Betroffen sind aktuell Schulbezirke in den Bundesstaaten Delaware, Pennsylvania, Washington und Kalifornien, die Abkommen dort wurden jetzt aufgekündigt, sodass sich die US-Regierung aus der Durchsetzung dieser Vereinbarungen zurückzieht. Das zuständige Ministerium habe demnach erklärt, man wolle sicherstellen, dass das Geschlecht künftig „ausschließlich nach der biologischen Zuweisung bei der Geburt“ definiert werde. Den Schulen drohe bei Nichtbeachtung der Entzug von Bundesmitteln.

Während der Obama-Administration 2016 war in einer zusätzlichen Vereinbarung festgehalten worden, dass geschlechtsbezogene Diskriminierung auch Benachteiligungen aufgrund von Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck und trans* Status umfasst. Zudem mussten Schulbezirke gleichen Zugang zu Programmen und Einrichtungen gewährleisten sowie Schulungen und strukturelle Änderungen umsetzen. Diese Linie wurde jetzt geändert, die damals beanstandeten Bezirke wurden angewiesen, die im Zuge der Vereinbarung eingeführten Regelungen zurückzunehmen. Es ist der erste bekannte Fall, in dem die Regierung bestehende Vereinbarungen zum Schutz von Bürgerrechten mit Bildungseinrichtungen aktiv aufhebt.

Umfassendes Vorgehen der Regierung

Nach Informationen der New York Times ist dies Teil eines umfassenderen Vorgehens. Hintergrund ist eine Anordnung, wonach Bundesbehörden ausschließlich das bei der „Geburt zugewiesene Geschlecht“ anerkennen sollen. Dies steht im Zusammenhang mit Bestrebungen, Programme zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion aus dem öffentlichen Bildungsbereich immer stärker zurückzudrängen. Queere Verbände wie das Trevor Projekt in den USA verurteilen die jüngsten Schritte der US-Regierung scharf und verweisen auf Studien der Organisation Glisten aus dem Jahr 2025, demnach Diskriminierung und Belästigung an US-Schulen nach wie vor weit verbreitet ist. Bundesdaten zufolge berichten rund 40 Prozent der trans* Jugendlichen von Mobbing an Schulen und weisen deutlich höhere Werte bei Depressionen auf.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.
Grindr-Fallen vor Gericht

Urteilsspruch in Frankreich

Sechs Männer sind nach Grindr-Fallen in Frankreich verurteilt worden. Trotz gezielter Angriffe erkannte das Gericht kein homophobes Tatmotiv an.
Oradea Pride trotzt Verbot

CSD-Geldstrafen in Rumänien

Trotz Verbots und Geldbußen ist der Pride in Oradea durch die Innenstadt gezogen. Nun droht der rumänischen Stadt eine Beschwerde auf EU-Ebene.
Forderungen nach CSD-Amoklauf

Sicherheit für LGBTIQ+-Community

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ist der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Die politische Debatte nimmt Fahrt auf.