Direkt zum Inhalt

25 Jahren nicht in Deutschland Dresden alleinige Bewerberin für Europride 2029

Von tb - 02.04.2026 - 15:30 Uhr
Dresden alleinige Bewerberin für Europride 2029
Foto: © iStock / Alexander Shelegov
ANZEIGE
Loading audio player...

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029. Die sächsische Landeshauptstadt ist als einzige Bewerberin für das europaweit bedeutendste LGBTIQ+-Event im Rennen. Sollte die European Pride Organizers Association (EPOA) im Oktober dem Antrag zustimmen, kehrt der Europride nach 25 Jahren erstmals nach Deutschland zurück. Dieses Signal ist besonders relevant vor dem Hintergrund aktueller politischer Auseinandersetzungen um die Anerkennung von CSDs im Osten Deutschlands.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Dresden ist die einzige Stadt, die sich fristgerecht für den Europride 2029 beworben hat.
  • Die endgültige Entscheidung fällt beim EPOA-Jahrestreffen im Oktober in Magdeburg.
  • Der Europride würde erstmals seit 2004 wieder in eine deutsche Stadt vergeben.
  • Der Dresdner CSD-Verein kämpft derzeit um die Einordnung des Straßenfests als politische Versammlung.
  • 2029 finden Bundestags-, Europa- und mehrere Landtagswahlen in Ostdeutschland statt.

 

Europride 2029: Einzige Bewerbung aus Dresden

Bis zur Bewerbungsfrist am 31. März 2026 ging bei der EPOA lediglich eine Bewerbung ein: Der CSD-Verein Dresden hatte die Unterlagen abgegeben und wurde von keinem anderen europäischen Veranstalter herausgefordert. Somit gilt die Vergabe des Europride– dem größten jährlichen LGBTIQ+-Event Europas – an Dresden als höchstwahrscheinlich. Die Entscheidung wird am 10. Oktober im Rahmen des jährlichen Treffens der EPOA in Magdeburg formell getroffen. Erst kürzlich hatte sich der EPOA-Vorstand selbst vor Ort in Dresden vom Potenzial der Stadt überzeugt.

 

Streit um Anerkennung als politische Versammlung

Dresden befindet sich aktuell in einer schwierigen Ausgangslage: Der sächsische Staat verweigert dem dortigen CSD den Status einer politischen Veranstaltung und droht damit, das Straßenfest künftig nicht mehr als Versammlung anzuerkennen. Der Vorsitzende des CSD-Vereins, Ronald Zenker, betont gegenüber den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ die Bedeutung des Europride-Bewerbungsverfahrens:

„Jetzt ist die Zeit, größer zu denken und weg vom Klein-Klein hin zu einer starken, sichtbaren Pride in Europa. Dresden ist bereit, diese Brücke zu bauen.“

Unterstützung erfährt der Verein von Politikerinnen und Politikern mehrerer demokratischer Parteien, inklusive Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Die Organisatorinnen und Organisatoren kündigten an, notfalls auch vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen, sollte die Anerkennung weiterhin verweigert werden.

 

Hintergrund: Bedeutung des Europride und Wahljahr 2029

Mit der möglichen Vergabe an Dresden würde der Europride zum ersten Mal seit 2004 wieder nach Deutschland vergeben. Bisher richteten nur Berlin (1993), Köln (2002) und Hamburg (2004) das internationale Event aus. Europride zieht regelmäßig Hunderttausende Besucher*innen sowie internationale Aufmerksamkeit an. Für 2029 setzt die Veranstaltergemeinschaft auf eine besondere Signalwirkung: Parallel zu den Bundestags- und Europawahlen sowie Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg soll ein sichtbares Zeichen für Akzeptanz im Osten Deutschlands gesetzt werden.

Der Europride wird in Jahren mit einem europäischen Worldpride ausgesetzt. In den kommenden Jahren sind Turin und zwei irische Grafschaften Gastgeber.

 

Nächste Schritte und offene Fragen

Sollte die Entscheidung im Oktober zugunsten Dresdens ausfallen, beginnt die konkrete Planungsphase für das Großereignis. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung um die rechtliche Anerkennung von CSD-Veranstaltungen in Sachsen ein Unsicherheitsfaktor. Ob und wie der Freistaat seine bisherige Haltung ändert, wird das Verfahren noch maßgeblich bestimmen. Die Aufmerksamkeit wird damit auf die kommenden Monate und auf die politische Dynamik im Superwahljahr 2029 gerichtet sein.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILD„Das Versteckspiel ist vorbei“ - Ex-Bundesliga-Handballer spricht offen über Coming-outndQueerfeindlichkeit | »Autoritäre Staaten versuchen, trans Existenz zu verhindern«Süddeutsche ZeitungHandballer Lucas Krzikalla: „Mein Freund wurde im Gruppenchat der Spielerfrauen aufgenommen“BILDJuden-Hass und Schwulen-Schläger - Traditionsklub versinkt im ChaosAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gewaltvorwurf bei TeBe

U19-Spieler unter Verdacht

Ein TeBe-U19-Spieler soll einen Mann homophob beleidigt und angegriffen haben. Trotz Suspendierung soll er weiter trainiert haben.
„Heated Rivalry“ Staffel 2

Geheime Hinweise am Set

Speakulationen nach geleakten Drehfotos: Fans hoffen, dass Staffel 2 von "Heated Rivalry" zahlreiche Höhepunkte aus den Romanvorlagen aufgreift.
Halloween und schwule Jungs

Warten auf den sexy Priester

Weniger Heterosexuelle suchen nach freizügigen Halloween-Kostümen. Bei Männern indes stieg die Lust auf sexy Outfits zuletzt stark an.
Verbotene Liebe in Spanien

Lorcas schwules Geheimnis

Das schwule Historiendrama „La Bola Negra“ erzählt von Federico García Lorca und seiner tragischen Liebe zu Rafael Rodríguez Rapún.
Cruising in der Kirche

Eklat um schwule Party

Online ist eine Debatte entbrannt um ein queeres Festival in New Orleans, dass schwules Cruising in einer ehemaligen Kirche feierte.
Verbot von Fetisch-Inhalten

Neue Regeln treffen Community

Neue britische Pornografie-Gesetze schränken bestimmte Fetisch-Darstellungen ein. Nun reagierte die erste Plattform mit der Sperrung von 17 Kategorien
Homophobie vor Gericht

Argentinien kämpft um Gerechtigkeit

Nach einem tödlichen Brandanschlag auf vier lesbische Frauen in Argentinien fordert die Staatsanwaltschaft jetzt lebenslange Haft für den Täter.
Sexuelle Gewalt in Irland

Homosexuelle stark betroffen

Sexualisierte Gewalt ist in Irland ein großes Problem. Eine neue Studie zeigt nun auf: Besonders betroffen sind Schwule, Lesben und Bisexuelle.

Grindr-Treffen endet brutal

Schwuler US-Mann schwer verletzt

Nach einem mutmaßlich homophoben, sehr brutalen Angriff auf einen schwulen Mann in Missouri muss sich ein 18-Jähriger jetzt vor Gericht verantworten.