Porter kritisiert US-Politik US-Schauspieler warnt vor massiven Einschränkungen
Im Zuge von Protesten am Kennedy Center in Washington, D.C. hat der schwule US-Schauspieler und Aktivist Billy Porter (56) vor Auswirkungen der Kulturpolitik von Donald Trump gewarnt. Künstler sehen durch geplante Veränderungen an der Einrichtung die künstlerische Freiheit in Gefahr.
Massive Proteste im Land
An der Demonstration beteiligten sich unter anderem Jane Fonda, Joan Baez und Jim Acosta. Anlass sind unter anderem Personalabbau, eine geplante zweijährige Schließung sowie eine Neuausrichtung des Programms am Kennedy Center. Kritiker befürchten Einschränkungen für freie künstlerische Arbeit und Meinungsäußerung. Die Protestaktion fand im Vorfeld landesweiter Demonstrationen statt. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich mehr als acht Millionen Menschen an „No Kings“-Protesten in allen 50 US-Bundesstaaten. Insgesamt wurden mehr als 3.300 Veranstaltungen gezählt, auch in Europa gab es große Demonstrationen. Themen waren unter anderem die Einwanderungspolitik, der Konflikt mit dem Iran, wirtschaftliche Entwicklungen und Kritik an einer zunehmenden Konzentration politischer Macht.
Veränderungen der Kulturszene
In einem Interview bei „PoliticsNation“ mit Al Sharpton stellte Porter einen Zusammenhang zwischen Kulturpolitik und den Protesten her. „Autoritäre Regierungen greifen zuerst die Künste an“, sagte er. „Denn die Kunst hat die Macht, in Menschen hineinzuwirken und ihre innere Struktur zu verändern.“ Mit Blick auf seine eigene Situation erklärte er: „Als schwarzer, offen schwuler Künstler habe ich die Welle dessen erlebt, was wir heute als performative Wokeness kennen. Und ich habe gläserne Decken durchbrochen, die aus Beton waren. Und ich habe bemerkt, dass die Möglichkeiten für die Arbeit, die ich mache, langsam weniger werden.“
Kritik am US-Fernsehen
Zugleich kritisierte Porter aktuelle Entwicklungen in Film und Fernsehen: „Die Midwest-CBS-Serien und die Cop-Shows … all das existiert weiterhin“, sagte er. „Aber wenn es darum geht, über Herz zu sprechen, über Verbindung, über Menschen, die nicht aussehen wie alle anderen … davon gibt es derzeit nicht viel.“ Auch weitere Redner warnten bei der Kundgebung vor Auswirkungen auf Kultur, Medien und Bildung. Porter betonte die Bedeutung öffentlicher Stellungnahmen: „Menschen fühlen sich sicherer, wenn wir uns äußern. Sie denken: ‚Okay, vielleicht kann ich auch etwas von mir einbringen… und mich nicht allein fühlen.‘“ Abschließend rief er zu verstärktem Engagement auf: „Das ist kein normaler Widerstand. Wir müssen neu definieren, was es bedeutet, den moralisch besseren Weg zu gehen. Wir haben eine Regierung, die sich nicht an die Regeln hält.“