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Appell für Schutz im Ausland Schwuler Geflüchteter schildert Zwangshinrichtungen im Iran

Von mr - 30.03.2026 - 18:00 Uhr
Schwuler Geflüchteter schildert Zwangshinrichtungen im Iran
Foto: © IMAGO / ZUMA Press Wire
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Ein schwuler iranischer Geflüchteter berichtet, dass er im Iran gezwungen wurde, Hinrichtungen mitanzusehen, um ihn und andere Gefangene einzuschüchtern. Ramtin Zigorat floh vor der systematischen Verfolgung homosexueller Menschen in seiner Heimat und lebt seit über sechs Jahren als Asylsuchender in Spanien. Sein persönlicher Bericht offenbart die Brutalität, mit der queere Menschen im Iran verfolgt werden. Menschenrechtsorganisationen stufen das Vorgehen der iranischen Behörden als schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte ein.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ramtin Zigorat war gezwungen, im Gefängnis Hinrichtungen zu beobachten.
  • Im Iran steht Homosexualität weiterhin unter der Todesstrafe.
  • Für seine Freilassung zahlte die Familie eine hohe Summe an Bestechungsgeldern.
  • Zigorat lebt inzwischen als Geflüchteter seit 6,5 Jahren in Spanien.

 

Zwang zum Zeugen von Hinrichtungen

Laut Zigorat wurde er nach seiner Festnahme in einem iranischen Gefängnis wiederholt misshandelt, sowohl körperlich als auch psychisch. Jeden Morgen zwangen ihn die Wärter, am Fenster des Gefängnishofes zu stehen und die Exekution von Gefangenen mitanzusehen. Die Gefangenen mussten lidlos zusehen, wie Menschen erhängt wurden, bei jedem Versuch, wegzuschauen, wurden sie verprügelt. Zigorat betont, dass er weiterhin unter schweren Albträumen leidet. Internationale Beobachter bestätigen regelmäßig, dass im Iran Homosexualität unter Todesstrafe steht und Hinrichtungen öffentlich als Abschreckungsmaßnahme zelebriert werden.

 

Willkürliche Haft, Folter und Flucht

Ramtin Zigorat wurde im Rahmen seiner Verhaftung über vierzig Tage lang inhaftiert, laut eigenen Angaben unter absurden Vorwürfen wie Spionage oder „Verbreitung homosexueller Krankheiten“, aber vor allem wegen seiner sexuellen Orientierung. Während seiner Haft erlebte er systematische Gewalt: Er wurde geschlagen, beleidigt, gefilmt und erniedrigt. Seine Mutter musste ihren gesamten Besitz verkaufen, um gegen Bestechungsgelder seine Freilassung zu erkaufen. Nach zweijähriger Zwangsisolation in seinem Zuhause gelang ihm mit Hilfe weiterer Angehöriger die Flucht nach Europa.

 

Lebensrealität queerer Menschen im Iran

Die Situation von LGBTIQ+-Personen im Iran ist weiterhin lebensgefährlich. Homosexualität wird im Strafsystem als Kapitalverbrechen behandelt, und laut Berichten von Human Rights Watch sowie Amnesty International werden regelmäßig Todesurteile vollstreckt. Öffentlichkeit und internationale Medien erhalten selten gesicherte Einblicke, doch Zeugenaussagen von Überlebenden wie Zigorat zeigen die systematische Grausamkeit der Strafverfolgung. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass sich an der Rechtslage im Iran trotz internationaler Proteste nichts geändert hat.

Die Flucht von Zigorat und sein anschließendes Engagement machen deutlich, wie notwendig internationale Unterstützung und Schutzmaßnahmen für LGBTIQ+-Geflüchtete sind. Die Situation queerer Menschen im Iran bleibt weiterhin kritisch, und internationale Organisationen fordern verstärkten Druck auf die iranische Regierung, die Todesstrafe für Homosexualität abzuschaffen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie häufig werden im Iran Todesstrafen gegen queere Menschen vollstreckt? Laut Amnesty International bleibt die genaue Zahl unbekannt, aber Aktivist*innen berichten von mehreren Fällen pro Jahr.

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Betroffene, den Iran zu verlassen? Asyl in sicheren Drittstaaten ist für queere Menschen oft der einzige Weg, wobei dafür meist hohe Kosten und gefährliche Umstände in Kauf genommen werden müssen.

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