Direkt zum Inhalt

Keine Pride-Symbole im Fußball Frankreichs Ligaverband beendet alle queeren Aktionen

Von ms - 27.03.2026 - 10:00 Uhr
Keine Pride-Symbole in Frankreich
Foto: IMAGO / Beautiful Sports
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Ligue de Football Professionnel (LFP) hat angekündigt, Regenbogenfarben und Pride-Symbole nicht mehr auf den Trikots der Spieler zu zeigen. Auch anderweitig sollen Symbole dieser Art offenbar der Vergangenheit angehören. Die LFP ist der Dachverband der französischen ersten und zweiten Liga im Fußball. Die Entscheidung wurde in dieser Woche in einer Sitzung der Liga den Partnervereinen mitgeteilt.

Keine Pride-Symbole mehr 

Explizit geht es dabei vor allem um Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit am 17. Mai (IDAHOBIT), seit 2019 organisierte der Verband an diesem Tag besondere Aktionen inklusive Pride-Symbolen, um die Sichtbarkeit der LGBTIQ+-Community zu stärken und diese zu unterstützen. Allerdings hatten in der Vergangenheit bereits mehrere Spieler verschiedener Klubs immer wieder Kritik geübt und ihre Teilnahme daran verweigert – beispielsweise wollten Kicker wie  Idrissa Gueye, Abdou Diallo, Mostafa Mohamed, Saïd Hamulic, Moussa Diarra, Zakaria Aboukhlal, Mohamed Camara, Ahmed Hassan und Nemanja Matic keine Trikots mit Regenbogenfarben tragen.

Alles inklusive ohne Regenbogen

Die LFP kündigte daher nun an, an einem neuen Kommunikationskonzept zu arbeiten, das den Kampf gegen Diskriminierungen bündeln soll. „So wie wir Workshops gegen Rassismus und Homophobie entwickeln, möchten wir auch in diesem Bereich Aufklärungsarbeit leisten. Die Arbeit ist im Gange und es ist noch zu früh, um Details zu kommunizieren“, erklärte die Liga. Man versicherte, die Unterstützung der Partnerverbände zu haben, die den Sinn des Vorgehens verstanden hätten. Künftig sollen Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Homophobie in einer einzigen Botschaft zusammengeführt werden. 

Scharfe Kritik aus der Community 

Bereits vor zwei Jahren hatte die Liga auf Druck reagiert und Trikots mit Spielerzahlen in Regenbogenfarben kurzfristig abgeschafft, was zum Rückzug und Ende der Partnerschaften mit den Verbänden SOS Homophobie und Panam Pride Football Club führte. Angesichts der vielen fortlaufenden Fälle von Homophobie im französischen Fußball herrscht innerhalb der LGBTIQ+-Community in Frankreich großes Unverständnis über die jüngste Entscheidung.  

Der frühere Profifußballer Ouissem Belgacem erklärte dazu: „Die Entscheidung ist ein totales Fiasko. Zwar hat die Initiative auch früher schon nur begrenzte Wirkung gezeigt, doch sie war die Einzige, die sich aktiv gegen LGBTIQ+-Feindlichkeit einsetzte – und wird nun ersatzlos gestrichen. Das sendet eine besonders schlechte Botschaft an alle homosexuellen und queeren Sportlerinnen und Sportler.“ Der 38-Jährige hatte früh seine Karriere beendet, weil laut eigener Aussage die Belastung für ihn, als muslimischer schwuler Jugendlicher mit seiner sexuellen Orientierung zurechtzukommen, schlicht zu groß gewesen sei. Belgacem fühlte sich zudem von Mannschaft, Trainerstab und Verband im Stich gelassen. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterGossip und Paranoia: Warum wir Promi-Verschwörungstheorien liebenndQueercore | Team Dresch: Die Schönheit der GleichwertigkeittazAusstellung, Buch und Queeres Leben: Sich von Arschlöchern nicht kleinkriegen lassenDER SPIEGELBerlin: Gedenkort für CSD-Anschlag zum dritten Mal attackiertAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Williams fordert Festnahmen

Sexuelle Übergriffe an Universität

Hudson Williams fordert Festnahmen nach einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff an der Cornell University. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall neu.
Viel Aufregung in Nigeria

Schwule Webserie wird zum Hit

Die schwule Webserie „Living in Colors“ aus Nigeria ist ein Zuschauer-Hit, während die nigerianische Filmbehörde versucht, die Folgen zu verbieten.
Angriff auf den Regenbogen

Dritter Fall von Vandalismus

Traurig aber immer weniger überraschend für viele: Zum dritten Mal wurde jetzt die Regenbogenbank in Berlin Tiergarten verwüstet.
Fake News aus der KI

KI wird zur Propagandawaffe

Russische Akteure sollen Claude für Propaganda, Fake News und die Überwachung politischer Gegner in Zentralafrika eingesetzt haben, auch gegen LGBTIQ+
Schüler warten auf Schutz

Dramatische Lage an US-Schulen

Unter Präsident Trump liegen zahlreiche Bürgerrechtsfälle an US-Schulen auf Eis. Betroffen sind Vorwürfe zu Rassismus und sexueller Belästigung.
US-Lesbenbar im Rampenlicht

Masken-Streit beschäftigt Hollywood

Eine US-Lesbenbar lockert ihre hauseigene Corona-Maskenpflicht und löst heftigen Streit aus. Nun interessiert sich sogar Hollywood für die Geschichte.
Island setzt Europas Maßstab

Europa führt bei Gleichstellung

Europa führt weltweit bei der Gleichstellung von Frauen und Männern - eine gute Entwicklung auch für LGBTIQ+-Menschen. Weltweit führend ist Island.
Forscher kämpfen für Lambda

Queeres Jugendnetzwerk unter Druck

141 Wissenschaftler fordern eine langfristige Finanzierung des queeren Jugendnetzwerks Lambda und kritisieren das Ende der bisherigen Bundesförderung.
Keine Homophobie bei Nike

Aktionäre stützen LGBTIQ+-Kurs

Ein Antrag zur Überprüfung von Nikes LGBTIQ+-Engagement ist bei den Aktionären deutlich gescheitert: Nur ein Prozent stimmte dafür.