Keine Pride-Symbole im Fußball Frankreichs Ligaverband beendet alle queeren Aktionen
Die Ligue de Football Professionnel (LFP) hat angekündigt, Regenbogenfarben und Pride-Symbole nicht mehr auf den Trikots der Spieler zu zeigen. Auch anderweitig sollen Symbole dieser Art offenbar der Vergangenheit angehören. Die LFP ist der Dachverband der französischen ersten und zweiten Liga im Fußball. Die Entscheidung wurde in dieser Woche in einer Sitzung der Liga den Partnervereinen mitgeteilt.
Keine Pride-Symbole mehr
Explizit geht es dabei vor allem um Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit am 17. Mai (IDAHOBIT), seit 2019 organisierte der Verband an diesem Tag besondere Aktionen inklusive Pride-Symbolen, um die Sichtbarkeit der LGBTIQ+-Community zu stärken und diese zu unterstützen. Allerdings hatten in der Vergangenheit bereits mehrere Spieler verschiedener Klubs immer wieder Kritik geübt und ihre Teilnahme daran verweigert – beispielsweise wollten Kicker wie Idrissa Gueye, Abdou Diallo, Mostafa Mohamed, Saïd Hamulic, Moussa Diarra, Zakaria Aboukhlal, Mohamed Camara, Ahmed Hassan und Nemanja Matic keine Trikots mit Regenbogenfarben tragen.
Alles inklusive ohne Regenbogen
Die LFP kündigte daher nun an, an einem neuen Kommunikationskonzept zu arbeiten, das den Kampf gegen Diskriminierungen bündeln soll. „So wie wir Workshops gegen Rassismus und Homophobie entwickeln, möchten wir auch in diesem Bereich Aufklärungsarbeit leisten. Die Arbeit ist im Gange und es ist noch zu früh, um Details zu kommunizieren“, erklärte die Liga. Man versicherte, die Unterstützung der Partnerverbände zu haben, die den Sinn des Vorgehens verstanden hätten. Künftig sollen Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Homophobie in einer einzigen Botschaft zusammengeführt werden.
Scharfe Kritik aus der Community
Bereits vor zwei Jahren hatte die Liga auf Druck reagiert und Trikots mit Spielerzahlen in Regenbogenfarben kurzfristig abgeschafft, was zum Rückzug und Ende der Partnerschaften mit den Verbänden SOS Homophobie und Panam Pride Football Club führte. Angesichts der vielen fortlaufenden Fälle von Homophobie im französischen Fußball herrscht innerhalb der LGBTIQ+-Community in Frankreich großes Unverständnis über die jüngste Entscheidung.
Der frühere Profifußballer Ouissem Belgacem erklärte dazu: „Die Entscheidung ist ein totales Fiasko. Zwar hat die Initiative auch früher schon nur begrenzte Wirkung gezeigt, doch sie war die Einzige, die sich aktiv gegen LGBTIQ+-Feindlichkeit einsetzte – und wird nun ersatzlos gestrichen. Das sendet eine besonders schlechte Botschaft an alle homosexuellen und queeren Sportlerinnen und Sportler.“ Der 38-Jährige hatte früh seine Karriere beendet, weil laut eigener Aussage die Belastung für ihn, als muslimischer schwuler Jugendlicher mit seiner sexuellen Orientierung zurechtzukommen, schlicht zu groß gewesen sei. Belgacem fühlte sich zudem von Mannschaft, Trainerstab und Verband im Stich gelassen.