Direkt zum Inhalt
Griechenland bestätigt Ehe für alle

Ehe für alle in Griechenland Zweites wegweisendes Urteil für Schwule und Lesben

ms - 24.03.2026 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Griechenland hat in einem wegweisenden Urteil die gleichgeschlechtliche Ehe und das Recht auf Adoption für homosexuelle Paare bestätigt. Der Staatsrat, das höchste Verwaltungsgericht des Landes, entschied mit überwältigender Mehrheit, dass die entsprechenden Gesetze nicht gegen die Verfassung verstoßen. 

Konservative Klage abgewiesen

Das Gericht wies damit Petitionen von zwei konservativen Verbänden und einer gemeinnützigen Organisation ab, die die Umsetzung des Gesetzes in Bezug auf Eheschließungen und Standesamtsregister beanstandet hatten. Die Entscheidung bestätigt die Reformen, die 2024 vom griechischen Parlament verabschiedet wurden und gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Ehe und Adoption einräumen. Die homosexuelle Ehe ist in Griechenland seitdem legal.

Der Staatsrat stellte klar, dass die Regeln und Traditionen der orthodoxen Kirche zur Eheschließung und Familiengründung nicht betroffen seien, da deren Einhaltung weiterhin „auf dem freien Willen der gläubigen orthodoxen Bürger“ beruhe. Die Richter betonten außerdem, dass die Ausweitung der zivilrechtlichen Ehe auf gleichgeschlechtliche Paare weder die traditionelle Familienstruktur noch die Rechte heterosexueller Paare untergrabe. Auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare sei verfassungsgemäß, erklärte der Staatsrat, es „verstößt nicht gegen den verfassungsmäßigen Schutz der Kindheit und das oberste Wohl des Kindes“. Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Paaren adoptiert werden, erfahren demnach keine Diskriminierung im Vergleich zu Kindern, die bei heterosexuellen Eltern aufwachsen. Ein traditionelles Eltern-Modell sei rechtlich nicht vorgeschrieben: „Es ist nicht erforderlich, dass die Adoption die Beziehung eines Kindes zu zwei Eltern unterschiedlichen Geschlechts nachbildet.“

Erneute Stärkung der Community 

Das höchste Verwaltungsgericht hat damit zum zweiten Mal in weniger als einem Jahr die Rechte der schwul-lesbischen Community bekräftigt. Bereits im Juni 2025 hatte der Staatsrat die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes bestätigt. Anschließend legten die zwei Verbände und die gemeinnützige Organisation vergebens Klage ein, um das Gesetz aufzuheben. Der griechische Staatsrat wies nun die Klage zurück und bestätigte damit erneut die Verfassungsmäßigkeit von gleichgeschlechtlicher Ehe und Adoption. Griechenland ist damit das erste Land mit orthodoxer Christenmehrheit, das die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hat.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Minderheitenstress Community

Neue Studiendaten gehen ins Detail

Diskriminierung sorgt bei LGBTIQ+-Menschen für Minderheitenstress. Je mehr Akzeptanz, je besser wird es? Ganz so einfach scheint es doch nicht zu sein
Krise bei Influencern

Erschöpfung in der digitalen Welt

Ein Leben als queerer Social-Media-Influencer ist toll? Nicht unbedingt! Eine neue Studie zeigt nun auf, rund die Hälfte von ihnen kennt ein Burnout.
Fortschritte im Bereich HIV

Der lange Weg zur Heilung

HIV-Forscher aus den USA haben nun bekräftigt, dass eine HIV-Heilung bis 2040 denkbar ist. Dazu müssten mehrere Ansätze kombiniert werden.
Kritik an der Gen-Z

Weniger Jammern, mehr Handeln

Die Jugend in Deutschland jammert zu viel und handelt zu wenig, betont ein Sozialforscher. Davon betroffen sind auch queere Jugendliche.
Homosexuelle Flüchtlinge

Neue humane Wege in Kenia

Kenias Regierung will Flüchtlingslager in neue Dörfer überführen. Homosexuelle haben neue Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebensrealität.
Keine Jobs für Homosexuelle?

Sehr schwierige Lage in Afrika

Homosexuelle haben in Afrika nicht „nur“ mit Diskriminierung zu kämpfen, auch die Jobsuche wird zum Hürdenlauf, betont jetzt eine Hilfsorganisation.
Indonesien im Zwiespalt

Zwischen Hass und Herzlichkeit

Indonesien kämpft seit zehn Jahren zwischen den Extremen: LGBTIQ+-Menschen bekämpfen oder integrieren. Ein neue Studie untersuchte das Phänomen.
Kommunikation ohne Big Brother

Neue kreative Wege in Russland

Russland schränkt digitale Wege immer mehr ein, die queere Community und viele Bürger experimentieren derzeit mit neuen Kommunikationsideen.