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Russisch-orthodoxe Kirche in Afrika

Russisch-orthodoxe Kirche Export von Homophobie nach Afrika

ms - 19.03.2026 - 11:30 Uhr
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Die russisch-orthodoxe Kirche baut ihre Präsenz in Afrika immer weiter aus und befeuert dabei gezielt Homophobie in der Bevölkerung. Nach Angaben des Moskauer Patriarchats existieren inzwischen rund 350 Gemeinden in mehr als 30 afrikanischen Ländern. In Staaten wie Südafrika, Tansania, Uganda oder Kenia entstehen zudem neue Kirchengebäude, die sich in Ausstattung und Gestaltung an russischen Vorbildern orientieren.

Ausbau der Macht in Afrika 

Fachleute sehen nach Angaben der Deutschen Welle diese Entwicklung sehr kritisch. Regina Elsner, katholische Theologin und Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik an der Universität Münster: „Die russisch-orthodoxe Kirche muss ganz klar als Teil der russischen Soft Power bewertet werden (…) In Afrika ist die russisch-orthodoxe Kirche seit vielen Jahren vor allem in den russischen diplomatischen Vertretungen präsent. Seit 2022 wurde diese Präsenz ausgebaut mit einer eigenen kirchlichen Struktur und dem Anspruch, die einzige, wahre orthodoxe Kirche für den afrikanischen Kontinent zu sein.“

Kampf gegen Menschenrechtspolitik

Dabei gehe es weniger um direkte Einflussnahme als um langfristige Strategien, so Elsner weiter. „Die russische Kirche nutzt und festigt hier weit verbreitete Vorbehalte gegen die Demokratie und Menschenrechtspolitik westlicher Länder, besonders unter der religiösen Bevölkerung und unter den schon existierenden afrikanischen Kirchen – und so kann sie Unterstützung für russische Präsenz legitimieren.“

Auch andere Beobachter sehen politische Motive hinter der Ausweitung der Aktivitäten. Die Theologin und Politikwissenschaftlerin Natallia Vasilevich führt die Entwicklung unter anderem auf die Zeit zurück, als Leonid Gorbatschow das Exarchat in Afrika leitete. „Sein Aufstieg stand in engem Zusammenhang mit der allgemeinen russischen Präsenz auf dem Kontinent, einschließlich der Netzwerke um den verstorbenen Wagner-Gründer Jewgeni Prigoschin und der privaten Militärstruktur Wagner. Vor diesem Hintergrund versuchte er, unter dem Deckmantel der kirchlichen Mission den Einfluss des Moskauer Patriarchats in Afrika sowie seinen eigenen Einfluss in Afrika auszuweiten.“ Den Einfluss zu steigern gelingt dabei besonders gut, wenn Homosexuelle und queere Community als Feindbilder und Sündenböcke bestätigt und gefestigt werden. 

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