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Vergewaltigung eines 18-Jährigen

Community in Italien geschockt Ein junger Schwuler wurde in eine Falle gelockt und vergewaltigt

ms - 10.03.2026 - 11:00 Uhr
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Ein 18-jähriger schwuler Mann wurde nahe Turin Opfer der Dating-Masche, dabei schlug der unbekannte Angreifer nicht nur auf den Heranwachsenden ein, sondern vergewaltigte ihn auch brutal. Der 18-Jährige kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, der Fall schockiert in diesen Tagen die queere Community in Italien. 

Treffen mittels Dating-App

Laut Angaben des jungen Mannes ereignete sich die Tat nach einem Treffen, das über eine Online-Dating-App vereinbart worden war. Der junge Mann erschien sichtbar erschüttert und mit körperlichen Verletzungen im Krankenhaus und sagte den Ärzten: „Bitte helft mir, ich wurde vergewaltigt.“ Der Vorfall ereignete sich in der Gegend der Via Blatta am Stadtrand von Chivasso, einer italienischen Gemeinde in der Stadt Turin, Region Piemont. Der 18-Jährige erklärte, er habe auf der schwulen Dating-Plattform Grindr einen deutlich älteren Mann kennengelernt. Nach mehreren Nachrichten vereinbarten beide ein persönliches Treffen. Vor Ort stieg der Jugendliche dann in den Wagen des Mannes, einen Fiat Doblò, ein. Das Treffen sollte zunächst nur ein Kennenlernen sein, das wurde auch offen kommuniziert.

Vergewaltigt und zurückgelassen

Dem Bericht zufolge begann das Treffen zunächst auch einvernehmlich. Laut Aussage des 18-Jährigen tauschten beide anfangs zärtliche Gesten aus, die Situation eskalierte jedoch, als der Mann dann plötzlich Geschlechtsverkehr verlangte. Nachdem der Jugendliche ablehnte, schlug der ältere Mann schlussendlich auf den Jüngeren ein und zwang ihn zu ungeschütztem Analsex. Danach habe der Täter ihn auf dem Parkplatz der Via Blatta zurückgelassen und sei davongefahren, so der 18-Jährige weiter. 

Allein und unter Schock habe der Jugendliche dann das Krankenhaus zu Fuß aufgesucht. Dort leitete das Personal sofort das Schutzverfahren für Opfer sexueller Gewalt ein. Zunächst wurden die körperlichen Verletzungen behandelt, gleichzeitig wurde eine postexpositionelle Prophylaxe (PEP) eingeleitet, ein medikamentöses Verfahren, das nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr das Risiko von Infektionen wie HIV senkt. Während der Behandlung äußerte der Heranwachsende auch die Sorge, dass seine Eltern von dem Vorfall erfahren könnten, und bat deswegen: „Bitte sagt es nicht meinen Eltern.“ Da er volljährig ist, genießt er das Recht auf ärztliche Schweigepflicht.

In den letzten Jahren wurden auch in Italien vermehrt Fälle bekannt, in denen schwule Männer online angesprochen und anschließend Opfer von Gewalt oder Erpressung wurden. Viele Vorfälle bleiben ungemeldet, aus Angst davor, dass die Polizei den Opfern nicht glaubt oder sie erneut Stigmatisierung erleben müssen. Die Organisation Arcigay erklärte: „Plattformen wie Grindr bieten vielen LGBTIQ+-Personen soziale Kontakte, bergen jedoch auch Gefahren. Die Apps sollen ein Raum für Freiheit, Spaß, Sozialisation und Entdeckung sein – nicht eine Falle!“ 

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