Gewalt in Brandenburg Mehr Straftaten gegen queere Menschen registriert
In Brandenburg hat die Polizei im vergangenen Jahr deutlich mehr Straftaten erfasst, die sich gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität richten. Die Zahl der Attacken stieg um rund 21 Prozent an. Das geht jetzt aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.
Massiver Anstieg 2025
Demnach wurden 2025 insgesamt 115 entsprechende Delikte registriert. Für das Jahr 2024 lag die Zahl bei 95 Fällen. Die Behörden weisen in diesem Zusammenhang erneut daraufhin, dass die allermeisten Angriffe gar nicht erst polizeilich erfasst werden, die dokumentierten Fälle machen dabei nach Einschätzung der Polizei sowie der EU-Grundwerteagentur nur 10 Prozent aller tatsächlich stattfindenden Übergriffe aus. Die tatsächliche Anzahl der Angriffe dürfte also bei über 1.100 Fällen liegen.
Nach Einschätzung des Innenministeriums könnte der jüngste Anstieg teilweise allerdings auch auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen sein. „Es ist ein Anstieg erkennbar, der unter anderem auf ein verändertes Anzeigeverhalten aufgrund von mehr ‚Awareness‘ und Vertrauen in Institutionen der Geschädigten zurückzuführen sein könnte“, teilte das Ministerium mit. Ob das stimmt oder wie stark ein mögliches verändertes Anzeigeverhalten die Zahlen beeinflusst haben könnte, kann allerdings nicht nachvollzogen werden.
Mehr Einsatz gegen Hassverbrechen
Die Behörden versuchen nach eigenen Angaben, stärker auf das Problem aufmerksam zu machen. Dazu gehören unter anderem Informationsveranstaltungen, Netzwerkarbeit sowie Sensibilisierungsmaßnahmen innerhalb der Polizei Brandenburg und weiterer Sicherheitsbehörden. Das Ministerium bezeichnete Hasskriminalität als besonders schwere Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Solche Taten richteten sich nicht nur gegen einzelne Personen, sondern zielten auch darauf ab, ganze Bevölkerungsgruppen einzuschüchtern.
Queerfeindliche Hasskriminalität könne sich zudem gegen Institutionen, Organisationen und Vereine richten. Entsprechende Vorfälle wurden 2025 in mehreren Landkreisen Brandenburgs registriert. Bei den erfassten Delikten gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle und trans* Menschen handelt es sich um vorläufige Zahlen. Durch laufende Ermittlungen oder spätere Meldungen könnten sie noch steigen. Bereits für das Jahr 2024 waren nachträglich elf weitere Fälle hinzugekommen. Zuletzt wurde erst gestern aus Hamburg ein ähnlich starker Anstieg der Hasskriminalität publik, die Rede ist von einem Rekordhoch im Bereich LGBTIQ+.