Direkt zum Inhalt

Hate Crime in Großbritannien House of Lords verabschiedet härtere Strafmaßnahmen

Von ms - 06.03.2026 - 09:00 Uhr
Hasskriminalität in Großbritannien
Foto: iStock / LeoPatrizi
ANZEIGE
Loading audio player...

Mitte Februar wurde erstmals über die Idee debattiert, nun hat das britische House of Lords tatsächlich eine neue Gesetzesänderung verabschiedet, die LGBTIQ+-Hassverbrechen zu einer verschärften Straftat im Rahmen des „Crime and Policing Bill“ machen soll. Die Änderung sieht vor, dass Hassverbrechen gegen Homosexuelle und queere Menschen sowie gegenüber Personen mit Behinderung künftig ähnlich wie rassistisch oder religiös motivierte Hassverbrechen behandelt werden. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass solche Verbrechen mit einer höheren Höchststrafe belegt werden können.

Starke Botschaft für die Community

Der Gesetzesentwurf wird nun im House of Commons weiter geprüft, bevor er voraussichtlich in Kraft tritt. Simon Blake, Geschäftsführer von Stonewall, begrüßte die Verabschiedung des Gesetzes und betonte, dass es eine „starke Botschaft“ sende, dass LGBTIQ+-Menschen „gleichen Zugang zur Justiz verdienen“. Blake fügte hinzu: „Effektive Interessenvertretung ist heute wichtiger denn je. Stonewall und viele andere haben unermüdlich für diese Änderung gekämpft, und ich bin stolz zu sehen, dass sie nun einen Schritt näher an der Realität ist.“ Neben der Aussicht auf höhere Strafen bedeutet die Einstufung von LGBTIQ+-Hassverbrechen als verschärfte Straftaten auch, dass Opfer mehr Zeit haben, um juristisch Klage zu erheben und Gerechtigkeit zu erfahren.

30.000 Angriffe auf Homosexuelle

Stonewall hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Gesetzesänderung in Kraft tritt, unter anderem im Rahmen der „Hold My Hand“-Kampagne. Laut einem Bericht der BBC erklärte die Labour-Abgeordnete Rachel Taylor, die die Änderung initiiert hatte, dass zwischen März 2024 und 2025 mehr als 30.000 Hassverbrechen gegen Menschen in England und Wales registriert wurden, die auf deren sexuelle Orientierung zurückzuführen sind. Seit Jahren steigen die Fälle von Hasskriminalität gegenüber der Community an, zuletzt schockte der grausame Mord an einem 19-jährigen Studenten in London zu Beginn des Jahres. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Überraschender Trend

Bisexualität stark rückläufig

In den USA bezeichnen sich deutlich weniger junge Menschen als homo- oder bisexuell, vor allem Mädchen. Forscher rätseln über die Ursachen.
Neue Wege in der Kirche

Papst Leo mahnt zur Offenheit

Papst Leo fordert einen offeneren Umgang mit familiären Krisen und neuen Lebensmodellen, LGBTIQ+ nennt er aber nicht explizit.
Neue Meldeverordnung In BW

Queere Verbände schlagen Alarm

Eine neue Meldeverordnung in Baden-Württemberg sorgt für Kritik. Eine Petition soll jetzt die automatische Weitergabe sensibler Daten verhindern.
Queere Vielfalt im Tierreich

Wenn Widder auf Widder stehen

Manche Widder bevorzugen andere Männchen. Gleichgeschlechtliches Verhalten ist weit verbreitet – was Studien zeigen und wo Vergleiche hinken.
Ältere Brüder, schwule Söhne?

Was die Forschung wirklich zeigt

Ältere Brüder und schwule Söhne: Studien finden Zusammenhänge. Doch die Ursache ist nicht bewiesen – und die Statistik bleibt umstritten.
Dresden holt den EuroPride

Rückkehr nach 25 Jahren

Dresden richtet den EuroPride 2029 aus. Nach 25 Jahren kehrt das europäische Pride-Event nach Deutschland zurück. Das Motto setzt auf Brücken.
Streit um Pornoseiten

Sperren vorerst gestoppt

Pornhub und YouPorn müssen vorerst nicht gesperrt werden. Das OVG NRW verweist auf EU-Recht. Der Streit um wirksamen Jugendschutz geht weiter.
Empörung auf Bestellung

Ragebait ist Jugendwort 2026

„Ragebait“ ist das Jugendwort 2026. Was der Begriff bedeutet, warum Provokation Reichweite bringt und was die LGBTIQ+-Community daraus lernen kann.
Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.