Direkt zum Inhalt

Kritik an US-Regierung LSVD+ und Pride 7 sehen Bedrohung für queere Gesundheitshilfe

Von ms - 03.03.2026 - 12:00 Uhr
Neue Regeln bei Entwicklungshilfe
Foto: iStock / welcomia
ANZEIGE
Loading audio player...

Die US-Regierung hat jetzt die internationale Entwicklungshilfe an politische Vorgaben geknüpft, die sogenannte Global Gag Rule. Die neuen Richtlinien bedrohen dabei direkt auch den Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie die Rechte von Frauen und LGBTIQ+-Personen weltweit, wie der deutsche Verein LSVD+ sowie die queere Gruppe Pride7 jetzt betonten. Die G7-Staaten müssten daher nun ein klares Statement dagegen setzen. 

Warnung des LSVD+

Alva Träbert aus dem LSVD+-Bundesvorstand warnt: „Die erneute und nun drastisch ausgeweitete Anwendung der `Global Gag Rule´ ist ein massiver Angriff auf die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung sowie auf die Rechte von LSBTIQ*-Personen weltweit. Wenn Entwicklungszusammenarbeit an ideologische Bedingungen geknüpft wird, trifft das vor allem jene, die ohnehin am stärksten marginalisiert sind.“ Mit Blick auf die schwarz-rote Regierung bekräftigt Träbert deswegen: „Die Bundesregierung und die G7-Staaten müssen jetzt klar Haltung zeigen und sicherstellen, dass internationale Zusammenarbeit auf Menschenrechten, Evidenz und Solidarität basiert, nicht auf politischer Erpressung.“ 

Streit um Abtreibungsrechte 

Ein Streitpunkt ist dabei das Recht auf Abtreibungen – bereits mehrfach in der Vergangenheit nutzten republikanische Präsidenten die Global Gag Rule, auch Mexiko-Stadt-Politik genannt, um ausländischen Organisationen vorzuschreiben, keine Informationen oder Dienstleistungen für Schwangerschaftsabbrüche bereitzustellen. Wer dies trotzdem tat, verlor in der Vergangenheit immer wieder einmal die Fördergelder. Demokratische Präsidenten haben die Richtlinien aufgehoben, republikanische Machthaber gerne wieder eingesetzt, auch Donald Trump.

Diese Richtlinie habe laut Pride7 „weltweit schwerwiegende Auswirkungen auf den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, einschließlich Verhütung, Nachsorge nach Abtreibungen und Mutterschaftsversorgung, insbesondere für Frauen und LGBTIQ+-Personen.“ Die neue Trump-Agenda gilt dabei fast ausnahmslos für alle Einrichtungen im Bereich der Entwicklungshilfe. 

Hilfe als politische Waffe? 

Dazu kommen die Kürzungen und Einschränkungen, die die US-Regierung sowieso bereits im Gesundheitsbereich und bei LGBTIQ+ beschlossen haben, auch davon sind queere und homosexuelle Personen wie aber auch Menschen mit HIV betroffen. „Die Ausweitung der Global Gag Rule ist nicht nur eine Finanzierungsbeschränkung – sie ist eine politische Waffe. Sie fördert die Diskriminierung von trans Personen, ermöglicht die Rückkehr sogenannter ‚Konversionstherapien‘ und bringt Organisationen zum Schweigen, die lebensrettende, evidenzbasierte Hilfe leisten. Durch die Angriffe auf die Meinungsfreiheit entsteht Raum für Anti-Rechte-Gesetze gegen trans Communitys. Die erweiterte Politik dient auch dazu, die Anti-DEI-Agenda der US-Administration international durchzusetzen. Dies ist ein direkter Angriff auf Menschenwürde und Grundrechte“, so Michaël Arnaud, Geschäftsführer von Égides und Vorsitzender von Pride7.

Die G7-Länder, darunter auch Deutschland, seien daher jetzt dazu aufgerufen, die neuen Richtlinien öffentlich zu verurteilen und die „Souveränität der Empfängerstaaten gegenüber politischem, ideologischem und finanziellem Druck der USA zu schützen.“ Außerdem sollten die G7 im Gegenzug „zusätzliche und planbare Finanzmittel“ bereitstellen, um das „Defizit durch den massiven US-Hilferückzug auszugleichen.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILD„Das Versteckspiel ist vorbei“ - Ex-Bundesliga-Handballer spricht offen über Coming-outndQueerfeindlichkeit | »Autoritäre Staaten versuchen, trans Existenz zu verhindern«Süddeutsche ZeitungHandballer Lucas Krzikalla: „Mein Freund wurde im Gruppenchat der Spielerfrauen aufgenommen“BILDJuden-Hass und Schwulen-Schläger - Traditionsklub versinkt im ChaosAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Rapinoe bezieht Stellung

Menschenrechte statt Ausgrenzung

Megan Rapinoe spricht im Podcast über trans Menschen im Sport. Sie fordert Empathie und mehr Haltung von einflussreichen Athleten.
Leon’s in Baltimore ist zurück

Die Schwulenbar lebt weiter

Baltimores historische Schwulenbar Leon’s hat wieder geöffnet. Nach dem Tod des Besitzers rettete seine Familie den Treffpunkt der Community.
Rick Welts verlässt Mavericks

Schwuler NBA-Pionier hört auf

Rick Welts verlässt die Dallas Mavericks zum Jahresende. Der offen schwule NBA-Manager hat den US-Profisport über Jahrzehnte geprägt.
Fanfiction-Archiv AO3 offline

Sicherheitsvorfall trifft Fandoms

Nach einem Sicherheitsvorfall bleibt das Fanfiction-Archiv AO3 offline. Die Betreiber nennen eine erste Schätzung für die Rückkehr.
Taiwan Pride feiert Freiheit

150.000 gegen Ausgrenzung

Rund 150.000 Menschen kamen laut Veranstaltern zur Taiwan Pride. Nach der Razzia in einer Schwulenbar ging es auch um Würde und Sicherheit.
Bedrohungen in Berlin

Bedroht im Gym und am Bahnhof

Im Wedding flüchtete eine Person nach einer Bedrohung in einen Personalraum. An der Landsberger Allee soll ein Mann ein Messer gezeigt haben.
Gewaltvorwurf bei TeBe

U19-Spieler unter Verdacht

Ein TeBe-U19-Spieler soll einen Mann homophob beleidigt und angegriffen haben. Trotz Suspendierung soll er weiter trainiert haben.
„Heated Rivalry“ Staffel 2

Geheime Hinweise am Set

Speakulationen nach geleakten Drehfotos: Fans hoffen, dass Staffel 2 von "Heated Rivalry" zahlreiche Höhepunkte aus den Romanvorlagen aufgreift.
Halloween und schwule Jungs

Warten auf den sexy Priester

Weniger Heterosexuelle suchen nach freizügigen Halloween-Kostümen. Bei Männern indes stieg die Lust auf sexy Outfits zuletzt stark an.