Direkt zum Inhalt
Homophobe Angriffe in Sydney

Homophobe Angriffe in Sydney 16-Jährige von gleichaltrigen Islamisten geschlagen und beschimpft

ms - 26.02.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

In Sydney sind drei schwule Jugendliche Ziel homophober Angriffe geworden, die offenbar mit demselben extremistischen Netzwerk in Verbindung stehen wie die Schüsse am Bondi Beach im Dezember 2025. Bei der Attacke am Bondi Beach waren 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Brutale Gewalt gegen schwule Jugendliche 

Bei öffentlichen Anhörungen, die in dieser Woche begonnen haben, wurde Videomaterial vorgestellt, das zeigt, wie drei 16-jährige Jungen zu Boden gezerrt, getreten, geschlagen und homophob beleidigt wurden. Staatsanwälte erklärten, die Täter seien mit einem an den sogenannten Islamischen Staat (IS) angelehnten Netzwerk verbunden, das auch die Bondi-Schützen Naveed Akram und Sajid Akram betraf. Es gebe bisher jedoch keine Hinweise, dass die Bondi-Angreifer von einer größeren Terrorzelle gesteuert wurden.

Einem der Opfer soll Gewalt in einer Toilettenanlage widerfahren sein, dabei soll er wiederholt geschlagen und mit homophoben Beschimpfungen attackiert worden sein. Ein weiteres Opfer wurde im Strathfield Park zu Boden gezerrt und getreten, während ein Angreifer filmte. Ein dritter Jugendlicher wurde als „gay dog“ beschimpft, getreten und hörte die Täter „Dawlatul Islam“ rufen, zu Deutsch: „Islamischer Staat“. Ein Angreifer soll zudem gedroht haben: „Ich werde dich verdammt noch einmal erschießen, du kleiner Hund!“ Fünf Jugendliche wurden bislang wegen der Übergriffe verurteilt.

Ermittler stellten jetzt Verbindungen einiger Täter zu denselben IS-nahen Kreisen fest, die bereits in der Untersuchung des Massakers am Bondi Beach genannt wurden. Auch die Bankstown-Gebetshalle Al Madina Dawah Centre, die nach den Schüssen geschlossen wurde, stand in Verbindung zu den Angreifern. Polizeiliche Beweise führten Mitglieder der Gruppe zu einflussreichen Pro-IS-Persönlichkeiten.

Welle von Angriffen auf Homosexuelle

Ein übergeordnetes Muster von Angriffen zeigt, dass schwule und bisexuelle Jugendliche teilweise über Dating-Apps zu Treffen gelockt und anschließend angegriffen wurden. Die Attacken nach dem Muster der Dating-Masche nehmen kontinuierlich in Down Under zu, inzwischen wurde eine erste Untersuchung der Sachlage eingeleitet. Allein seit 2023 wurden in New South Wales und Victoria laut ABC mindestens 64 Personen wegen Angriffen auf homosexuelle Menschen angeklagt. 

Eine Bundesuntersuchung unter der Leitung der ehemaligen High-Court-Richterin Virginia Bell prüft Antisemitismus und die Umstände der Bondi-Attacke. Sie soll die Verbreitung extremistischer Gewalt und deren Ursachen analysieren und der Regierung Empfehlungen vorlegen. Die Bondi-Schüsse hatten bereits neue Waffengesetze, verschärfte Regelungen gegen Hassrede und erweiterte Befugnisse zur Einschränkung von Protesten zur Folge.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neue Statistik von Pornhub

Vorlieben schwuler Jungs online

Eine Auswertung zum Pride Monat 2026 zeigt, welche Kategorien und Suchbegriffe bei schwulen Pornoinhalten weltweit besonders gefragt waren.
"Patriarchat muss brennen"

Kritik an martialischer Sprache

Der Christopher Street Day (CSD) in Freiberg sorgt mit seinem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen" für Aufsehen.
Dating-Masche in Indien

Festnahmen nach Erpressung

Ein Mann in Indien soll über eine Dating-App in eine Falle gelockt, misshandelt und anschließend erpresst worden sein.
Bittere Zahlen

WM und der Einsatz für LGBTIQ+

Eine neue Auswertung zeigt: Gerade einmal acht der fast 1.300 Fußballer bei der laufenden WM setzen sich aktiv für LGBTIQ+-Themen ein.
Klage gegen queeren US-Verband

US-Agenda schreitet weiter voran

Die US-Regierung verschärft ihren Kurs gegen Organisationen, die Standards für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickeln.
Kasachstan sperrt Webseite

Vorgehen gegen queere Gruppe

Kasachstan hat im Rahmen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes eine erste Webseite mit LGBTIQ+-Themen gesperrt.
Erneute Kritik an FIFA

Sind die eigenen Regeln egal?

Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell wirft der FIFA vor, ihre eigenen Antidiskriminierungsregeln nicht konsequent durchzusetzen.
Verbot für Deepfakes

EU votiert für neue KI-Regeln

Die EU verschärft den Kampf gegen missbräuchliche KI-Anwendungen. Die queere Community ist uneins bei der Frage, ob das gut oder schlecht ist.