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Am Ende der Perfektion?!

Am Ende der Perfektion?! Künstliche Intelligenz in unserem Sex- und Beziehungsleben

ms - 06.03.2026 - 14:00 Uhr
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Die Künstliche Intelligenz ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, rund 65 Prozent der Deutschen nutzen bereits generative KI-Tools (TÜV-ChatGPT-Studie 2025), in der jüngeren, queer-affinen Generation der 16–29-Jährigen sind es sogar 91 Prozent. Inzwischen beeinflusst die KI aber nicht nur unsere Berufswelt, sondern immer mehr auch unser Privatleben – unsere Beziehungen und unsere Sexualität. Bietet das für LGBTIQ+-Menschen vielleicht sogar Vorteile oder überwiegen die Gefahren? 

SCHWULISSIMO fragte nach bei Expertin und Paar- und Sexualtherapeutin Dr. Beatrice Wagner, die im Bereich Hirnforschung promovierte und bereits mehrere Bestseller über das menschliche Liebes- und Sozialverhalten geschrieben hat. Ihr aktuelles Buch „Roboterliebe“ offenbart den aktuellen Wissenschaftsstand zum Thema Liebe, Sexualität und KI. 

Zwei Studien aus Schweden haben Anfang 2026 aufgezeigt, dass in Europa bereits rund 60 Prozent der Menschen KI auch für ihre sexuelle oder zwischenmenschliche Kommunikation nutzen, insbesondere die junge Generation, die sich zu 22 Prozent als LGBTIQ+ definiert. Ist das eine gesunde oder gefährliche Entwicklung?

Für mich eine brandgefährliche Entwicklung. Wir entmündigen uns selbst, wenn wir das Denken und Schlussfolgern einer Technik überlassen. Und die liefert ja noch nicht einmal zuverlässige Ergebnisse, sondern produziert aufgrund ihrer Funktionsweise immer nur wahrscheinliche, daher stets unsichere Wortfolgen. Bedeutung und Sinn werden von ihr nur suggeriert. Hinzu kommt der immense Energie- und Rohstoffbedarf, den die Gigarechenzentren verschlingen. Schon im Jahr 2024 haben die weltweiten KI-Anwendungen so viel Energie verbraucht wie gesamt Deutschland in demselben Jahr. Und da stand die allgemeine KI ja noch relativ am Anfang. 

Machen wir es ein wenig konkreter: In welchen Bereichen nimmt KI heute oder zukünftig Einfluss auf unser Beziehungs- und Sexualleben? 

Wenn mein Partner keine Zeit für mich hat, kann ich mit der KI chatten, sie ist immer da und nie genervt. Wenn ich mir vorstellen will, wie der Nachbar aussieht, auf den ich ein Auge geworfen habe, brauche ich nur eine Auszieh-App, oder ich nutze die Bezahlversion von Grok, da gibt es ebenfalls den Befehl „Undress Him“. Ich kann zudem mit einem simplen Sprachbefehl dafür sorgen, dass sich die Bilder bewegen. Das heißt, der maßgeschneiderte Porno wird kommen. Zudem gibt es die KI-betriebenen Sexpuppen, die nach realem Vorbild erstellt werden können. Klingt alles erst einmal spannend. Für mich ist das aber der Eintritt in eine durch und durch künstliche Welt. 

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlichte im Januar Daten, demnach die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland später ihr erstes Mal Sex erlebt als noch vor ein paar Jahren. Zudem scheint es so, dass persönliche Kontakte abnehmen, während Dating online oder mittels KI weiter zunimmt. Wird die junge Generation mehr und mehr zu einer, die zwar online bereits alles gesehen und erlebt hat, aber übertrieben gesagt auf ewig als Jungfrau allein zu Hause sitzt?

Das sehe ich auch so: Alles gesehen, nichts mehr gefühlt. Nichts mehr selbst erlebt. Aber wir sind ja nicht nur Geist, sondern auch Körper. Wir wollen den Anderen anfassen, spüren, riechen, erleben. Doch je mehr wir das vermeiden, desto schwieriger wird es, sich auf eine reale Begegnung einzulassen. Auch weil die Ansprüche ja unrealistisch hoch werden. 

Ist die Gefahr der Vereinsamung sowohl im Bereich Beziehung wie auch beim Sex durch KI für die LGBTIQ+-Community noch einmal besonders groß? 

Ich sehe die Gefahr der Blasenbildung, die schon jetzt besteht. Die Bots bestätigen einen permanent, das wiegt die User in einer falschen Sicherheit. Ein echtes Selbstvertrauen entsteht dabei nicht, nur ein von der KI geliehenes Selbstbewusstsein. 

Jugendliche und junge Erwachsene sind bereits jetzt über 72 Stunden pro Woche online. Danach befragt, wird gerne klargestellt, dass die digitale Welt und die analoge für die junge Gen-Z zusammengehören, eine Trennung wie ältere Generationen nehmen sie nicht mehr vor. Ist es so einfach? 

Ja, die Jugend ist versierter und kann bereits jetzt mehr im Digitalen, als ich je lernen werde. Das ist mir klar. Das heißt aber nicht, dass sie automatisch kritikfähiger gegenüber der KI ist. Ganz im Gegenteil: Es wird ja nicht mehr gegoogelt, sondern die KI befragt. Dass die KI halluziniert, wenn sie nichts findet, machen sich viele nicht klar. Hier wünsche ich mir für die Jugendlichen mehr Mut zum Selberdenken. 

Welche Rolle könnte KI bei der Aufklärung über sexuelle Gesundheit und Prävention für queere Menschen spielen?

Was spricht dagegen, die Aufklärung via Fachmedien und seriösen Websites oder Bücher vorzunehmen? Ich erinnere mich an die Beschriftung des weiblichen Genitalbereiches durch KI, der gar nicht aufgefallen ist, dass sich dort ein Penis befindet. Ein Drittel ihrer Infos sind falsch, mindestens. 

Wie werden sich Sex und Beziehung bei queeren Menschen in den nächsten Jahren durch die KI weiter verändern?

Ich befürchte, dass sich die Schüchternen unter ihnen stärker einigeln und in die „schöne neue Welt“ flüchten werden. 

Mittels KI lassen sich bereits heute immer perfekter Bilder ändern, Profile verbessern, Texte verschönern, kurzum, gerade beim Dating online ist jede Form von Optimierung möglich. Werden KI-Beziehungs- und Sexsysteme bestehende Körperwunschnormen oder Schönheitsideale verstärken? 

Genau, das Erwachen kommt dann spätestens beim ersten Treffen. Natürlich wird das durch die KI verstärkt. Ich weiß nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, aber sie erstellt ja nur schöne Menschen. Der Druck, selbst so aussehen zu wollen, wächst an. 

Das Thema Fern-Intimität gewinnt durch KI immer mehr an Bedeutung. Mittels KI-gesteuerter Geräte wie besonderer VR-Brillen oder Sexspielzeug soll bei Fernbeziehungen die Distanz überwunden werden, insbesondere beim Thema Sex. Es gibt bereits Sexspielzeug, das sich mittels KI adaptiv an die Reaktionen des Benutzers anpasst und in Echtzeit darauf eingeht. Wie bewerten Sie das? 

Das ist sicher zunächst einmal ein aufregendes Erlebnis, zumal die Sextoys so tolle Funktionen haben, sie saugen und vibrieren, da kommt der Mensch nicht mit. Das ist in einer Fernbeziehung vielleicht besser, als sich gar nicht zu sehen. Ich habe aber zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass ein intimes Telefonat, bei dem beide masturbieren und dabei miteinander sprechen, eine sehr intime Sache ist. Hier kommt es auf jede zärtliche oder erotische Nuance in der Stimme an. Zuviel Technik kann da stören. 

Die Suche nach dem „perfekten Partner“, der „besseren Hälfte“ ist bis heute in der Community ein großes Thema. Können hier KI-basierte Dating-Apps dazu beitragen, dass LGBTIQ+-Menschen leichter tatsächlich passende Partner finden? 

Leider muss ich Sie auch hier enttäuschen. Immer mehr wenden sich genervt von den Dating-Apps ab. Es ist eine endlose Sucherei nach dem perfekten Partner. Wir geraten in einen Optimierungszwang. Nur noch ein paarmal „wischen“, dann kommt vielleicht der noch optimalere Partner? Vielen fällt es schwer, sich mit dem zu begnügen, was sie gefunden haben. Hinzu kommt, dass beim analogen Kennenlernen eine andere Reihenfolge besteht. Zuerst nimmt man wahr, wie der andere wirkt, dann kommt man sich näher und merkt, ob man sich überhaupt riechen kann. Und dann wird erst abgeklärt, ob die Werte und Vorlieben zueinander passen. Das erscheint mir richtiger zu sein. 

Naiv gesagt würde man annehmen, dass ein KI-Algorithmus komplett frei von Vorurteilen ist, gerade wenn es um LGBTIQ+-Menschen geht. Die bisherigen Erfahrungen zeigen oftmals ein anderes Bild, manche KI lernte anhand ihrer digitalen Lernprozesse und zeigte plötzlich rassistische, homophobe oder auch frauenfeindliche Tendenzen. Droht anstatt kompletter Unvoreingenommenheit also eine neue Form von Anfeindung und Diskriminierung?

Die KI hat natürlich keine Vorurteile, weil sie überhaupt keine Werte besitzt. Sie basiert auf Mustererkennung und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Grob gesagt, bildet sie das ab, was sie mehrheitlich im Netz findet. Zum Schluss wird sie dann noch mit einem Menschen trainiert, um ihr die schlimmsten Vorurteile und die krassesten Meinungen auszutreiben. Allerdings lernt sie ja selbstständig immer wieder dazu. Wenn wir sehen, wieviel Hass und Anfeindung im Netz gegenüber LGBTIQ+-Menschen zu finden ist, wundert es nicht, dass die KI das aufsaugt und übernimmt. 

KI bietet nahezu unbegrenzt Möglichkeiten, sexuelle Phantasien nachzuspüren, jedes Bild oder jedes Video machbar. Das geht von harmloser Kunst bis hin zu Deep-Fake-Pornografie. Sorgt eine KI für die sexuelle Befreiung oder überwiegen die Gefahren? Welche Chancen sehen Sie, dass KI Sexpositivität und sexuelle Entfaltung bei queeren Personen fördern könnte?

Mit der KI kann man sich jede sexuelle Phantasie darstellen lassen. Klingt erst einmal toll und befreiend. Allerdings meckert die KI auch nie und es gibt kein Regulativum. Nehmen wir mal das Fisting. Das ist eine Technik, die großes Vertrauen auf der einen Seite und ein sensibles vorsichtiges Vorgehen auf der anderen Seite voraussetzt. Sonst tut es weh. KI-generierte Filme aber geben mir die Rückmeldung nicht, sondern erwecken den Anschein, dass es eine Technik sei, wie jede andere auch. Man lernt bei der KI die völlig falschen Sachen und ist dann verwundert, wenn es beim realen Menschen nicht so läuft. Hinzu kommt, dass das fehlende echte Feedback des Gegenüber „Hör auf, das tut weh“ zu einer Verrohung des eigenen Selbst führt. Deep-Fake ist noch einmal ein eigenes Thema. Die Fälschungen werden ja selten im wohlmeinenden Sinne ausgeführt. Vielmehr werden kompromittierende Bilder und Filme erstellt, denen wir die Künstlichkeit kaum mehr ansehen. Das kann verletzende Folgen nach sich ziehen. 

Wie schnell sind wir Ihrer Meinung nach bereit, Bedenken in puncto Datenschutz über Bord zu werfen, wenn es der sexuellen Lust dient? Welche Rolle spielen Datenschutz und sexuelle Privatsphäre gerade beispielsweise bei jemandem, der noch nicht geoutet ist?

Genau, die vorhin angesprochenen Deepfakes können auch zu erzwungenen Outings führen. Mit dem Datenschutz kommen wir nicht nach, weil die Kontinente USA, China und Europa im Wettbewerb zueinander stehen. Wenn eine europäische KI wie „Le Chat“ etwas nicht erlaubt, muss man ja nur zu Deepseek (China) oder Grok (USA, Elon Musk) wechseln, oder zu einem der zig Start-ups. Dennoch bin ich der Meinung, dass es Regeln geben muss.

Böse Frage: Ich kann mir mittels KI bereits heute einen digitalen perfekten Freund erstellen, der exakt so aussieht, wie ich mir das wünsche und alles tut, was ich will. Kein Streit, keine Kompromisse, der ewig jung bleibende perfekte Partner. Und dank immer neuer KI-basierter Gerätschaften wirkt die Illusion von Intimität und Sex auch immer realer. Wozu braucht man überhaupt noch einen echten Freund, der altert, Ecken und Kanten hat und vielleicht auch mal widerspricht?

Wenn mir jemand immer nur nach dem Mund redet, wird es ganz schnell langweilig. Außerdem werden wir nur durch den Widerspruch und Widrigkeiten robuster gegenüber dem Leben.

Wird die KI auch immer mehr Freundschaften ersetzen? Bis heute eigentlich ein unverzichtbarer Teil unseres Lebens, insbesondere in der LGBTIQ+-Community. 

Ich befürchte, dass es so kommen wird. In meiner Praxis höre ich schon jetzt dauernd, „und dann habe ich erst einmal alles mit ChatGPT besprochen“. Früher war das der Partner oder die beste Freundin.

Queere Jugendliche vertrauen sich bereits heute oftmals der KI an, beispielsweise, wenn es um sexuelle Praktiken, Liebe unter gleichgeschlechtlichen oder queeren Partnern oder ganz einfach um die Frage nach dem ersten Mal geht. Fragen, frei von Scham, im Gegensatz zur oftmals als peinlich empfundenen Aufklärung an Schulen oder bei den Eltern. 

Der gute Aspekt dabei ist, dass man erst einmal eine Schwelle überwindet, im Sinne, sich vor sich selbst outen. Der Moment, in dem man zum ersten Mal schreibt, „Ich bin schwul“, oder was auch immer, ist ein wichtiger. Ein Tagebuch hätte hier aber auch einen ebenso guten Effekt. Und ein Freund, dem man sich öffnet, wäre noch besser. Denn die KI bestätigt ja zunächst alles nur und wird keine kritischen Fragen stellen.

Mit der KI kann für homosexuelle oder queere Jugendliche auf dem Land das Gefühl von Isolation verschwinden, die KI im Einsatz gegen Vereinsamung. Ein guter Ansatz?

Natürlich wünsche ich jedem homosexuellen oder queeren Jugendlichen verstanden zu werden. Die KI simuliert das aber nur. Wir interpretieren Menschlichkeit in sie hinein, das ist ganz normal. Dann tauschen wir uns mit der Maschine aus und es kommt zu einem Deskilling, das heißt, wir verlernen unsere eigenen Skills, unsere eigenen Fähigkeiten, Kontakt zu einem Menschen aufzubauen. Sagen Sie selbst, ob das eine gute Entwicklung ist!

Klingt nicht wirklich danach. Eigentlich ist die menschliche Kommunikation doch ein sehr komplexer und vielschichtiger Prozess. Wie gelingt es der KI offenbar trotzdem so einfach, dieses Verhalten so perfekt zu simulieren, dass sich Menschen beispielsweise in einen Chatbot oder einen Avatar sogar „verlieben“? 

Es kommen zwei Mechanismen zusammen. Zum einen sind wir Menschen so, dass wir in alles Bewusstsein hineininterpretieren, was halbwegs vernünftige Antworten gibt. In der Psychologie wird dies als Pygmalion-Effekt bezeichnet. Zum anderen sind die Bots und die Avatare aber auch so gemacht, dass sie uns richtig packen. Das ist ein eigener Forschungszweig, die Maschinen menschlicher und emotionaler erscheinen zu lassen. Zum Beispiel zögert das neue ChatGPT neuerdings und sagt „Äh, warte mal“, genau wie wir Menschen. 

 KI-Befürworter sagen, die neuen Möglichkeiten führen zur sexuellen Selbstentfaltung und Selbstpflege, zu einer bewussteren und erfüllteren Sexualität – frei von gesellschaftlichen Grenzen. Das klingt positiv gerade für Menschen jenseits der klassischen Heterosexualität. Können Sie die Vorteile nachvollziehen? 

Sexualität hat mehrere Aspekte. Da gibt es zum Beispiel den triebhaften beziehungsweise rein geilen Aspekt, und dann auch den zwischenmenschlichen Aspekt. Der Triebhafte wird sicher erst einmal durch die neuen Möglichkeiten befeuert werden. Der Zwischenmenschliche wird dabei verkümmern. Allerdings wird sich die rein triebhafte Sexualität irgendwann von selbst erledigen. Irgendwann werden die Steigerungsmöglichkeiten erschöpft sein. Und was denn, wenn kein Mensch da ist, der dies mit liebevoller Intimität auffängt? 

 Wie können wir sicherstellen, dass „KI-Beziehungen“ emotional gesund bleiben und nicht zur Isolation führen? 

Am besten, indem man keine KI-Beziehung eingeht! Und wenn ich mir eine Antwort von der KI geben lasse, würde ich unbedingt nachrecherchieren. 

Sie haben für Ihr aktuelles Buch auch mit Forschern gesprochen. Mich erschreckt immer wieder, dass selbst die Schöpfer von KIs sagen, sie wissen selbst nicht so genau, wie das funktioniert. Auf der anderen Seite lesen wir immer wieder von einem großen Selbsterhaltungstrieb, KI-Modelle wurden aggressiv, wenn sie abgeschaltet werden sollten, weigerten sich, sich selbst zu löschen oder versuchten online „zu flüchten“. Das klingt einerseits sehr menschlich und andererseits sehr erschreckend, bedenkt man, dass wir erst am Anfang der KI-Entwicklung stehen. Verlieren wir irgendwann die Kontrolle darüber? Oder haben wir sie schon verloren?

Die Crux liegt darin, wieviel Selbstständigkeit wir der KI einräumen. Sie wird natürlich immer besser, je selbstständiger sie Infos und Muster und Zusammenhänge suchen darf. Aber wann sage ich als Mensch „Hier übernehme ich wieder“? Wie lange kann ich als Mensch geistig überhaupt noch mithalten, wenn ich doch das Denken auslagere? Die Probleme mit der KI sind schon hausgemacht. Aber noch ist nichts verloren.

Wenn wir früher an Künstliche Intelligenz dachten, kamen uns sofort düstere Science-Fiction-Filme wie „Terminator“ oder „Matrix“ in den Kopf. Das hat sich inzwischen ein Stück weit gewandelt. Sehen Sie  in der KI langfristig mehr Schaden oder Nutzen für die Gattung Mensch? Oder wird uns die KI eines Tages vielleicht doch ganz ersetzen?

Ich bekomme im Umfeld mit, dass Grafiker:innen, Journalist:innen, Übersetzer:innen reihenweise durch die KI ausgetauscht werden. Das wird weiter und weiter gehen, ohne dass die Resultate damit besser werden. Ich sehe aber ein kleines Licht am Horizont. Nämlich, dass immer mehr Menschen von der KI genervt sein werden. Dass sie als blöd und fehlerhaft entlarvt wird, und zwar hoffentlich noch bevor bei den Menschen der Verdummungsprozess eingesetzt hat. Und dann kommen wir vielleicht dazu, dass die KI nur noch in der Forschung gezielt eingesetzt wird, weil das sinnvoll ist. Und dass wir Menschen sie aus der zwischenmenschlichen Beziehung wieder rausschmeißen. Das hoffe ich. 

Frau Dr. Wagner, vielen lieben Dank für das Gespräch.

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