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Destanee Aiava tritt zurück Schwere Vorwürfe der Homophobie im Profi-Tennis

Von ms - 17.02.2026 - 14:00 Uhr
Destanee Aiava tritt zurück
Foto: IMAGO / Imagn Images
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Die australische Tennisspielerin Destanee Aiava will ihre Laufbahn im Profitennis beenden und hat in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gegen Teile des Sports erhoben. Die 25-Jährige erklärte in einem ausführlichen Instagram-Beitrag, dass 2026 ihr „letztes Jahr im Profitennis“ sein werde.

Persönliche Zweifel an Karriere 

Aiava hatte 2017 mit Platz 147 ihre bislang beste Weltranglistenposition erreicht und war damals die erste, im Jahr 2000 oder später geborene Spielerin, die an einem Grand-Slam-Turnier teilnahm. In ihrer Karriere gewann sie zehn ITF-Titel im Einzel. Bei den Australian Open erreichte sie 2025 die zweite Runde, bei den US Open 2024 und 2025 sowie bei den French Open jeweils die erste Runde. Derzeit wird sie auf Rang 258 der Weltrangliste geführt.

In ihrem Statement blickte Aiava auf ihre Laufbahn zurück und schilderte persönliche Zweifel. „Seit meiner ersten Stunde im Casey Tennis Club war Tennis mein ganzes Leben“, schrieb sie. „Ich habe oft darüber nachgedacht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte, und ob es sich gelohnt hat, alles zu opfern, was ich für diesen Sport geopfert habe.“ Mit 17 Jahren habe sie kurz vor dem Durchbruch gestanden. „Ich war 17, nicht vorbereitet und gefährlich naiv in Bezug auf die Konsequenzen, den falschen Menschen zu vertrauen. Die Entwicklung meiner Karriere war danach nicht mehr dieselbe.“

Pflichtgefühl und neue Chancen

Phasenweise habe sie aus Pflichtgefühl weitergespielt, schrieb Aiava weiter: „Manchmal habe ich weitergespielt, weil ich das Gefühl hatte, es nicht nur mir selbst, sondern allen zu schulden, die mich in meiner Karriere unterstützt hatten – um zumindest auf dem Papier zu dem Niveau zurückzukehren, zu dem ich glaubte zu gehören.“ Zugleich habe sie Angst vor einem Neuanfang gehabt. „Mit anderen Worten: Tennis war mein toxischer Freund.“

Neben Dankbarkeit für Reisen, Freundschaften und die Plattform, ihre Geschichte zu teilen, schilderte Aiava auch persönliche Verluste. „Aber der Sport hat mir auch Dinge genommen. Die Beziehung zu meinem Körper. Meine Gesundheit. Meine Familie. Mein Selbstwertgefühl.“ Zugleich betonte sie: „Eines hat mich der Sport gelehrt: Es gibt immer eine Chance für einen Neuanfang.“

Homophobe Kultur im Tennis

Deutliche Kritik übte die Spielerin an Teilen der Tennisgemeinschaft. „Ich möchte ein großes ‚Fuck you‘ an alle in der Tennisgemeinschaft richten, die mir das Gefühl gegeben haben, weniger wert zu sein. An jeden Wettspieler, der mir Hass oder Morddrohungen geschickt hat.“ Zudem sprach sie von einer „rassistischen, misogynen, homophoben Kultur“, die sich hinter Traditionen verberge.

Ihr Ziel sei es nun, „jeden Tag aufzuwachen und ehrlich sagen zu können, dass ich liebe, was ich tue“, schrieb Aiava. Sie dankte unter anderem der Gemeinschaft der pazifischen Inseln, ihren Fans, Sponsoren, ihrer Familie und Freunden: „Ich weiß nicht, wie dieses Jahr aussehen wird oder ob Tennis darin Platz haben wird. Aber dieses Kapitel endet so, wie ich es will.“ Im vergangenen Sommer gewann Aiava beim Lexus Birmingham Open ihren ersten WTA-125-Titel im Doppel an der Seite der Spanierin Cristina Bucșa. Im Männertennis hatten sich zuletzt der Brasilianer João Lucas Reis da Silva und der Schweizer Mika Brunold als homosexuell geoutet.

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