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Appell an IOC

Appell an den IOC Kein Ausschluss von trans* Athletinnen bei Olympia 2028

ms - 19.03.2026 - 14:00 Uhr
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Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles wächst die Kritik an möglichen neuen Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Mehr als 70 Organisationen haben sich in einem gemeinsamen Appell deswegen jetzt gegen verpflichtende Geschlechtsüberprüfungen und einen generellen Ausschluss von trans* Athletinnen ausgesprochen.

Neuausrichtung beim IOC?

Auslöser ist eine mögliche Neuausrichtung unter IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Eine Arbeitsgruppe zum Schutz der Frauenkategorie soll empfohlen haben, genetische Tests zur Feststellung des Geschlechts einzuführen und trans* sowie intergeschlechtliche Athletinnen vollständig vom Frauensport auszuschließen. Zuvor hatte auch US-Präsident Donald Trump bereits Ende 2025 erklärt, er werde trans* Sportlerinnen bei Olympia ganz verbieten lassen. 

Mögliche Gründe für ein solches Vorgehen werden vor allem im Spannungsfeld zwischen Fairness, Rechtssicherheit und politischem Druck gesehen. Ein zentrales Argument ist der Schutz der Chancengleichheit im Frauensport: Kritiker der bisherigen Regelungen führen an, dass körperliche Unterschiede – etwa in Kraft oder Ausdauer – trotz Transition bestehen bleiben könnten und damit einen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Zudem spielt die Vereinheitlichung von Regeln eine Rolle. Internationale Sportverbände verfolgen teils unterschiedliche Kriterien für die Teilnahme, weshalb das IOC bestrebt sein könnte, klare und weltweit einheitliche Standards zu schaffen, um Konflikte und Proteste zu vermeiden. Schließlich geht es auch um rechtliche Absicherung. Entscheidungen im Spitzensport werden zunehmend vor Gerichten angefochten. Einheitliche, klar definierte Regeln könnten aus Sicht des IOC helfen, rechtliche Risiken zu minimieren und die eigene Position besser zu verteidigen.

Kritik am Plan des IOC

Die unterzeichnenden Organisationen sehen darin allerdings einen massiven Rückschritt. Andrea Florence von der Sport & Rights Alliance erklärte: „Eine Politik von Geschlechtstests und eines allgemeinen Verbots würde eine katastrophale Aushöhlung der Rechte und der Sicherheit von Frauen darstellen.“ Weiter sagte sie: „Die Kontrolle des Geschlechts und der Ausschluss schaden allen Frauen und Mädchen und untergraben genau die Würde und Gleichheit, die das IOC zu verteidigen vorgibt.“ Auch medizinische und ethische Bedenken werden angeführt. Bereits 1996 hatte das IOC entsprechende Tests eingestellt, da sie als wissenschaftlich unzuverlässig und ethisch problematisch galten. 

Payoshni Mitra von Humans of Sport warnte vor konkreten Folgen: „Frauen und Mädchen zu verpflichten, sich genetischen Screenings zu unterziehen, nur um Sport treiben zu können, würde eine Praxis wieder einführen, die – selbst als einmaliger Test – ihre Privatsphäre verletzt, sie öffentlicher Demütigung aussetzt und den Weg für unnötige medizinische Eingriffe ebnet.“ Besonders Minderjährige seien gefährdet. Und Julia Ehrt von ILGA World betonte: „Sport sollte ein inklusives Umfeld sein.“ Das IOC müsse „die Sicherheit über die Politik stellen und keine Praktiken zulassen, die alle Frauen gefährden“. Nach Ansicht der Organisationen gibt es zudem keine Belege dafür, dass solche Maßnahmen die Fairness im Sport verbessern. 

Kritisiert wird auch mangelnde Transparenz im Entscheidungsprozess. „Das IOC sollte sich an seine eigenen Standards guter Regierungsführung halten und eine unabhängige Prüfung aus wissenschaftlicher und menschenrechtlicher Sicht gewährleisten“, heißt es in dem Appell. Die Unterzeichner weisen zudem auf praktische Probleme hin. Die Umsetzung verpflichtender Tests in mehr als 200 Ländern sei kaum kontrollierbar und könnte hohe Kosten verursachen.

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