Direkt zum Inhalt

Aktion queerer Flüchtlinge "Pride bedeutet Schutz, nicht Abschiebung!"

Von ms - 19.03.2026 - 12:30 Uhr
Aktion queerer Flüchtlinge
Foto: iStock / AndreyPopov
ANZEIGE
Loading audio player...

Eine Gruppe von queeren Flüchtlingen hat sich jetzt unter dem Motto  „Pride bedeutet Schutz, nicht Abschiebung“ zu einer Kampagne zusammengeschlossen, um stärker auf die problematischen und mitunter schwierigen Lebensrealitäten von LGBTIQ+-Asylsuchenden in Deutschland aufmerksam zu machen und zu einem stärkeren, solidarischen Handeln zu appellieren. 

Feindseligkeit und Bedrohung

„Wir sind queere Asylsuchende und Geflüchtete in Deutschland. Wir erleben zunehmend Feindseligkeit, Diskriminierung und die Bedrohung durch Abschiebung. Die aktuelle Behandlung im Asylsystem – zusammen mit den bevorstehenden Reformen des sogenannten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), die beschleunigte Grenzverfahren, haftähnliche Bedingungen und eingeschränkte faire Anhörungen vorsehen – macht es noch schwieriger, Schutz zu erhalten“, so Suru Emmanuel, einer der beiden Botschafter der Kampagne. 

Dabei bekräftigt Emmanuel zudem: „Viele von uns sollen in unsere Herkunftsländer abgeschoben werden, wo wir aufgrund unserer Sexualität oder Geschlechtsidentität gravierender Verfolgung ausgesetzt sind, darunter der Selbstjustiz, der sogenannten ´Mob Justice´, und Folter, Inhaftierung und sogar der Todesstrafe.“ Gezielt richtet sich die Aktion deswegen auch an die queere Community und ihre Verbündeten, um sich stärker solidarisch zu zeigen und auf die Problematik verstärkt aufmerksam zu machen

Sichtbarkeit beim CSD

Zweiter Botschafter der Aktion ist Wasajja Shadic, der überdies betont: „Schließ’ dich uns an! Erhebe deine Stimme. Mach einen Unterschied. Werde aktiv! Steh an der Seite queerer Geflüchteter! Deine Unterstützung macht einen Unterschied.“ Aktuell ist deswegen auch geplant, mit einem eigenen Wagen beim CSD in München präsent zu sein, aktuell werden Spenden dafür gesammelt. „Pride bedeutet Schutz, nicht Abschiebung. Pride ist für alle, unabhängig von der Herkunft. Der CSD ist ein Fest queeren Stolzes. Es geht um Vielfalt, Liebe und Zusammenhalt. Doch der CSD ist auch Protest. Seit seinen Anfängen erinnert er uns daran, dass Freiheit und Gleichberechtigung immer wieder neu erkämpft werden müssen“, so die beiden Männer abschließend. Unterstützt wird die Kampagne von der Flüchtlingsberatung des Schwul-Queeren Zentrums Sub sowie der Initiative Rainbow Refugees Munich.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDWegen lockerer Maskenpflicht: Wie eine Lesben-Bar in einen "woken Shitstorm" gerietBR24Wasserzeichen in ChatGPT-Texten: Das sollten Sie beachtenDER STANDARDMareike Fallwickl: "Ein Frauenleben ist auch ohne Männer sehr erfüllt"DER SPIEGELFitness: Queere Körperideale - »Jetzt werde ich auch einer von denen«Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Verknallt in Testosteron-Jesus

Anti-LGBTIQ+-Influencer schwärmt

Der christliche Anti-LGBTIQ+-YouTuber Gabe Poirot sagt, er habe im Koma Jesus getroffen und dieser sei sehr „männlich“ und voller „Testosteron“.
McHenry startet in Italien

Offen schwul in der SuperLega

Der schwule US-Volleyballer Merrick McHenry wechselt nach Piacenza, schreibt als offen schwuler Profi Geschichte und hat Olympia 2028 im Blick.
Rekord bei Buchverboten

Strikte Zensur in den USA

Fast 12.000 Buchverbote registriert PEN America aktuell an US-Schulen – besonders häufig betroffen sind Werke über Sexualität, LGBTIQ+ und Rassismus.
Eiskunstlaufstar aus Südafrika

Bodasing schreibt Sportgeschichte

Shiven Bodasing schreibt südafrikanische Eiskunstlauf-Geschichte – neben seinem Beruf als Jurist und seinem Einsatz für LGBTIQ+.
Pionier Donald Webster Cory

Vom Vorkämpfer zur Reizfigur

Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet Donald Webster Cory, der die frühe US-Schwulenbewegung prägte und später mit seinen Ansichten empörte.
Flucht vor Todesdrohungen

Aktivisten erreichen Spanien

Zwei schwule LGBTIQ+-Aktivisten aus Sierra Leone sind nach ihrer Flucht in Spanien angekommen. Sie berichten von massiven Todesdrohungen.
Trump verspottet Aktivisten

„Gays for Palestine“ im Visier

Donald Trump verspottet „Gays for Palestine“ und deutet an, queere Aktivisten würden von einer Reise in die Region nicht zurückkehren.
Trauer um Hélène Hazera

Ein Leben voller Kämpfe

Die französische Journalistin, trans* Aktivistin und Vorkämpferin der Community Hélène Hazera ist am Montag mit 74 Jahren gestorben.
Basler warnt vor Coming-Out

Homosexualität bleibt Tabuthema

Mario Basler hält ein Coming-Out im Profifußball weiterhin für kaum möglich und warnt vor massiven Anfeindungen gegen schwule Spieler.