Direkt zum Inhalt
Meinungsfreiheit in Deutschland
Foto: iStock / Tero Vesalainen
ANZEIGE

Ende der Meinungsfreiheit? Deutsche Entwicklungen zeigen besondere Gefahr auch für LGBTIQ+

ms - 09.02.2026 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

In Deutschland mehren sich nach Einschätzung einer UN-Sonderberichterstatterin die Anzeichen dafür, dass die Meinungsfreiheit immer mehr unter Druck gerät und inzwischen ernsthaft in Gefahr ist. Viele Menschen äußerten die Sorge, ihre Ansichten überhaupt noch öffentlich vertreten zu können, so Irene Khan, Sonderberichterstatterin des UN-Menschenrechtsrats für das Recht auf freie Meinungsäußerung.

UN warnt vor Diskriminierungen 

Besonders betroffen seien Gruppen, die ohnehin häufig Diskriminierung ausgesetzt sind, darunter jüdische Studenten und Studentinnen, Befürworter von Frauenrechten, Journalisten, Akademiker und Künstler. Auch die LGBTIQ+-Community kann von den Einschränkungen besonders stark betroffen sein, da sie ohnehin in Teilen der Gesellschaft immer wieder Angriffen und Ausgrenzung ausgesetzt ist. In den letzten Jahren ist zudem bereits die Akzeptanz gegenüber Homosexuellen und queeren Menschen in der Gesellschaft zurückgegangen, wie mehrere Studien der letzten Jahre belegen. Einschränkungen der Meinungsfreiheit treffen einige Gruppen in besonderem Maße, erklärte Khan weiter.

Überwachungsstaat Deutschland?

Die Expertin hatte in den vergangenen Tagen Berlin, Leipzig, Dresden, Köln, Düsseldorf und Karlsruhe besucht. Ihrer Einschätzung nach ist die Reaktion der Behörden auf Bedrohungen teilweise problematisch: Zwar werde das Thema ernst genommen, gleichzeitig setze die Regierung auf „Kriminalisierung“ und „sicherheitsorientierte Ansätze“. Dies verkleinere den Raum für demokratische Debatten und trage zur Polarisierung bei.

„Viele dieser Maßnahmen – von einem verstärkten Schutz von Amtsträgern vor öffentlicher Kritik bis hin zu pauschalen Verboten von Slogans von Aktivist*innen und der Überwachung von Organisationen unter schwammigen Begründungen von ‚Extremismus‘ – stehen im Widerspruch zu internationalen Menschenrechtsstandards“, sagte Khan. Besorgt zeigte sie sich auch über den Einsatz von Anti-Terror-Gesetzen, die in vielfältiger Weise grundsätzliche Menschenrechte minimieren könnten. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nicht-monogame Nerds

Tabletop-Gamer und Polyamorie

Eine neue Feeld-Auswertung deutet auf einen amüsanten Zusammenhang zwischen „nerdigen“ Hobbys und nicht-monogamen Beziehungsformen hin.
Russland sperrt Heated Rivalry

Autorin Rachel Reid im Visier

Russland lässt Webseiten mit Rachel Reids „Heated Rivalry“-Romanen sperren und geht damit gegen schwule Inhalte der Romanreihe vor.
Fokus Geschlechtskrankheiten

Mitte 30-Jährige stark betroffen

Neue Daten zu Geschlechtskrankheiten: Das höchste Pro-Kopf-Risiko liegt weiterhin bei 25- bis 39-Jährigen, doch ältere Männer rücken nach.
Schockstudie Niederlande

Akzeptanz unter Jugendlichen sinkt

Eine neue Studie zeigt einen erneut starken Rückgang der Akzeptanz von Homosexualität unter niederländischen Jugendlichen.
Brasilien löst Olympia-Ticket

Schwule Stars trotzen Hass

Brasiliens Volleyballer gewinnen die Südamerika-Meisterschaft und qualifizieren sich für Olympia – trotz massiver homophober Angriffe.
Rekord bei Oscar-Nominierung

Neun LGBTIQ+-Filme im Rennen

Rekord bei den Oscars: Neun Länder schicken LGBTIQ+-Filme ins Rennen um den besten internationalen Film.
Pride trotz Papstbesuch?

Buenos Aires sagt Pride ab

Buenos Aires verbietet öffentliche Veranstaltungen rund um den Papstbesuch, auch den geplanten Pride. Die LGBTIQ+-Community ist empört und protestiert
Ängste von LGBTIQ+-Senioren

Sorge vor Diskriminierung im Alter

Ältere LGBTIQ+-Menschen fürchten Diskriminierung in Pflege und Alter – und die Gefahr, vergessen zu werden, wie eine britische Studie jetzt belegt.
USA holt WM-Titel

Sieg gegen Kanada im Finale

Die US-Frauen gewinnen erstmals seit 16 Jahren die Rollstuhl-Basketball-WM. Drei offen homosexuelle lebende Teammitglieder feiern mit.