Direkt zum Inhalt
Innenminister verteidigt Ungarn-Urteil wegen schwerer Gewalt
ANZEIGE

Dobrindt verweist auf Tatort Innenminister verteidigt Ungarn-Urteil wegen schwerer Gewalt

mr - 06.02.2026 - 19:30 Uhr
Loading audio player...

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verteidigt das strafrechtliche Vorgehen und das Urteil gegen die nichtbinäre deutsche Person Maja T. in Ungarn, nachdem diese an Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten beteiligt gewesen sein soll. Die Justiz des EU-Partners konstatiert schwere Körperverletzungen, darunter einen Schädelbruch. Dobrindt betont die Notwendigkeit konsequenter Strafverfolgung angesichts der Schwere der Tat.

 

Plädoyer für Urteil in Ungarn

Dobrindt verweist auf den Tatort Ungarn und sieht keinen Anlass, das Verfahren sowie das anschließende Urteil des Budapester Stadtgerichts infrage zu stellen. Maja T. wird von den Behörden einer linksextremistischen Gruppe zugeordnet, die mit Schlagstöcken und Gummihämmern neun Menschen attackiert haben soll – vier davon trugen schwere Verletzungen davon. Das Gericht verhängte eine achtjährige Haftstrafe, wobei die Verurteilung auf den Auswertungen von Überwachungskameras beruhte, die die Angeklagte gemeinsam mit anderen Tatverdächtigen am Ort des Geschehens zeigen.

 

Beweislage und Kritik am Verfahren

Die Beweislage bleibt umstritten: Weder Aussagen von Zeugenden noch konkrete DNA-Spuren belasten Maja T. unmittelbar. Die Anklage stützt sich hauptsächlich auf eine Indizienkette und Aufnahmen von Sicherheitskameras nahe des Tatorts. Die Verteidigung wies darauf hin, dass die Identifizierung auf diesen Bildern unscharf bleibe und die abgebildete Person keine Tatwaffe bei sich trage. Die Staatsanwaltschaft hält die vorgelegten Belege dennoch für ausreichend. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sowohl Verteidigung als auch Behörde wollen in Berufung gehen.

 

Ungarns Rechtstaatlichkeit im Fokus

Internationale Beobachtende sowie Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt die Unabhängigkeit der ungarischen Justiz kritisiert. Die EU warnte zuletzt vor zunehmender Einflussnahme der Politik auf Gerichte im Land und sieht demokratische Grundrechte in Gefahr. Gerade für Betroffene, die Minderheitengruppen wie die queere Community angehören, gelten Verfahren in Ungarn als besonders risikobehaftet. Mehrere Kundgebungen in Deutschland und Europa fordern faire Verfahren für alle Beteiligten dieses Falls.

 

Wie geht es weiter für Maja T.?

Die nächste Instanz wird über die juristische Bewertung des Falls entscheiden. Für die deutsche Politik und die Zivilgesellschaft steht dabei mehr auf dem Spiel als ein einzelner Prozess: Es geht um den europäischen Umgang mit extremer politischer Gewalt und die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien innerhalb der EU. Die Entwicklung bleibt ein Prüfstein für Grundrechte und Justizstandards zwischen den Mitgliedstaaten.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Erstes nationales Denkmal

Gedenkstätte auf Friedhof Sihlfeld

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde ein öffentliches Denkmal für die Opfer von Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen eingeweiht.
Rücktritt gefordert

Kirche schweigt nach CSD-Anschlag

Der Passauer Bischof Oster hat bei einer Predigt queere Menschen und Veranstaltungen wie den CSD offen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Aus Scham wird Stärke

Vom Escort zum Tarot-Coach

Ein ehemaliger Gay-Escort macht persönliche Erfahrungen mit Scham und Trauma zum Ausgangspunkt für seine Arbeit mit Tarot.
Instagram greift durch

Heimliche Videos stoppen

Instagram verschärft den Kampf gegen heimliche Aufnahmen mit Smartbrillen und sperrt erstmals Konten mit Millionenpublikum.
Hass-Konferenzen in Afrika

Erweiterte Pläne für 2027

Ein afrikanisches Anti-LGBTIQ+-Netzwerk will seine Aktivitäten 2027 deutlich ausbauen und strebt langfristig Einfluss auf Gesetze an.
"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.