Serie über Siegfried und Roy CGI-Tiger aus dem Computer statt echte Vierbeiner
In der geplanten Miniserie über das weltbekannte schwule Magier-Duo Siegfried und Roy sollen keine lebenden Tiger eingesetzt werden. Stattdessen werden die Tiere ausschließlich digital dargestellt. Das teilte die Tierrechtsorganisation PETA dem Branchenmagazin The Hollywood Reporter mit und berief sich auf entsprechende Zusicherungen der Produktion.
Filmteam befolgt Wunsch von PETA
PETA begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. „PETA begrüßt die mitfühlende Entscheidung von ‚Wild Things‘, sich für die Großkatzen ausschließlich auf Hollywood-Magie zu verlassen – und hofft, dass die Botschaft der Serie unterstreicht, warum die gefährliche, archaische Nutzung von Wildtieren zur Unterhaltung langsam der Vergangenheit angehört“, erklärte die Organisation. Unerwähnt blieb, dass auch keine echten Magier im Film zum Einsatz kommen und damit ausgenutzt werden – das dürfte die Gilde der Magier freuen.
Die Serie entsteht für den Streamingdienst Apple TV und basiert auf dem erfolgreichen Podcast „Wild Things: Siegfried & Roy“. Im Mittelpunkt steht die jahrzehntelange Zusammenarbeit des deutsch-amerikanischen Entertainer-Duos Siegfried Fischbacher und Roy Horn, die mit ihren Shows in Las Vegas weltweite Bekanntheit erlangten. Die Hauptrollen übernehmen Jude Law (53) und Andrew Garfield (42). Die Miniserie soll laut Ankündigung einen intensiven Einblick in die private und berufliche Beziehung der beiden Künstler geben.
Schillernde Lebensgeschichte
Erzählt wird unter anderem, wie Siegfried und Roy gemeinsam mit weißen Tigern Las Vegas zu einem familienfreundlichen Unterhaltungsziel machten. Zugleich zeichnet die Serie den Weg bis zu dem einschneidenden Ereignis nach, das ihre Karriere abrupt beendete. Am 3. Oktober 2003 wurde Roy Horn während einer Vorstellung von dem Tiger Mantacore angegriffen und am Hals schwer verletzt.
Siegfried Fischbacher, geboren 1939 in Rosenheim, und Roy Horn, Jahrgang 1944 und nahe Bremen geboren, hatten sich einst auf einem Kreuzfahrtschiff kennengelernt. Ab den 1970er-Jahren gehörten sie zu den prägenden Figuren der Las-Vegas-Unterhaltungsszene. Ihr Markenzeichen waren aufwendig inszenierte Illusionen mit weißen Tigern und Löwen. 1988 nahmen beide die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. In einer 2007 erschienenen Biografie wurde bestätigt, dass sie über viele Jahre ein Paar waren, sich jedoch 1998 trennten. Roy Horn starb im Mai 2020 an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Siegfried Fischbacher erlag im Januar 2021 einem Krebsleiden.