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Europarat stärkt LGBTIQ+-Schutz

Europarat stärkt LGBTIQ+ Mehrheit votiert für ein Verbot von "Homo-Heilungen"

ms - 30.01.2026 - 08:00 Uhr
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Die Parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE) hat sich gestern trotz Widerstands unter anderem aus konservativ-christlichen Kreisen für ein Verbot von Konversionstherapien ausgesprochen. In einer verabschiedeten Resolution werden die 46 Mitgliedstaaten nun aufgefordert, Gesetze und Richtlinien zum Schutz von LGBTIQ+-Menschen zu erlassen. 71 Abgeordnete stimmten dafür, 26 dagegen. Das Vorhaben ist nicht bindend, erhöht aber den Druck auf die Europäische Union, aktiv zu werden. 

Große Sorge über Praktiken 

Grundlage der Empfehlung ist ein Bericht der britischen Labour-Abgeordneten Kate Osborne, der zuvor im Ausschuss für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung einstimmig angenommen worden war. Darin heißt es: „Die Versammlung ist zutiefst besorgt darüber, dass Konversionspraktiken in den Mitgliedstaaten des Europarats weiterhin, oft im Verborgenen, praktiziert werden, trotz der zunehmenden Erkenntnis des Schadens, den sie verursachen, und trotz des Verbots durch viele einschlägige Berufsverbände.“ Bereits im letzten Jahr forderten in einer Petition über einer Million Menschen ein Verbot der umgangssprachlichen Homo-Heilungen. Die EU-Kommission kündigte daraufhin im Oktober letzten Jahres Schritte gegen Konversionstherapien an. 

Kontroverse Debatte

Begleitet wurde das Verfahren von Protesten konservativer und fundamentalistischer Gruppen. Eine Online-Petition des Netzwerks CitizenGo gegen die Resolution wurde dem Parlament kurz vor der Abstimmung mit mehr als 160.000 Unterschriften übergeben. CitizenGo kritisierte insbesondere die Einbeziehung der Geschlechtsidentität und sprach von einer Einschränkung elterlicher und therapeutischer Handlungsspielräume. Weitere Kritiker betonten eine mögliche Einschränkung der Religionsfreiheit.

Resolution nicht verbindlich 

Die Resolution ist rechtlich nicht bindend für die EU, stärkt aber Gerichte, NGOs und Parlamente, die sich für ein Verbot der unseriösen Praktiken aussprechen, die die Vereinten Nationen als Folter definiert haben und zumeist von christlichen Verbänden und Einrichtungen angeboten werden. Die Bandbreite der Behandlungen reicht dabei von erzwungenem, stundenlangen Beten bis hin zu Schlägen, Foltermethoden und Elektroschocktherapien.

Laut einer Studie der ILGA Europe hat jeder vierte homosexuelle und queere Mensch (24%) in Europa bereits Konversionstherapien erlebt, Deutschland liegt mit 28 Prozent sogar über dem europäischen Durchschnitt. Rund 90 Prozent der Betroffenen leiden auch Jahre nach den erlebten Praktiken noch darunter, 89 Prozent stimmten einer Konversionstherapie nicht freiwillig zu, sondern wurden dazu gezwungen.   

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