Direkt zum Inhalt

Kritik von Zach Sullivan Bisexueller Sportler nimmt Stellung zu schwuler Eishockey-Serie

Von ms - 22.01.2026 - 15:30 Uhr
Kritik von Zach Sullivan
Foto: IMAGO / Just Pictures
ANZEIGE
Loading audio player...

Der bisexuelle Profi-Eishockeyspieler Zach Sullivan hat sich kritisch zur schwulen Erfolgsserie „Heated Rivalry“ geäußert. Der 31-jährige Brite erklärte, die Produktion habe bei ihm alte Traumata ausgelöst und bilde die Realität des Profisports nur unzureichend ab. Zugleich räumte er ein, dass die Serie für viele LGBTIQ+-Menschen eine wichtige positive Wirkung entfalten könne.

Traumata wieder aufgefrischt

Sullivan hatte 2020 als erster aktiver Profispieler im Eishockey öffentlich gemacht, dass er bisexuell ist. Die sechsteilige Serie mit Hudson Williams und Connor Storrie in den Hauptrollen habe ihn innerlich zerrissen zurückgelassen, schrieb Sullivan jetzt auf Instagram: „Ich bin einer von nur zwei aktiven männlichen Profieishockeyspielern, die sich öffentlich als LGBTIQ+ geoutet haben, und diese Serie hat viele persönliche Traumata wieder hochgeholt. Es fühlt sich stellenweise so an, als würden Teile meines Lebens vor mir auf der großen Leinwand nachgespielt. Ich weiß nicht, ob mich das wütend, traurig, gesehen oder glücklich macht. Ich bin zutiefst hin- und hergerissen.“

Trotz dieser Belastung betonte Sullivan die Bedeutung der Serie für andere. „Ich liebe diese Serie für das, was sie der LGBTIQ+-Community gibt, und dafür, wie sie die Welt des Eishockeys herausfordert, es besser zu machen“, sagte er weiter. Gleichzeitig ergänzte er: „Ich hasse diese Serie für die persönlichen Traumata, die ich beim Zuschauen in jeder einzelnen Sekunde wieder erlebt habe.“

Lob und Kritik für die TV-Produktion 

Lob fand Sullivan für die beiden Hauptdarsteller. „Es fühlte sich an, als würde ich zwei sehr talentierten und unbestreitbar attraktiven Schauspielern dabei zusehen, wie sie Teile meines Lebens nachspielen“, schrieb er. „Ich habe keinerlei Zweifel, dass diese Serie vielen kämpfenden LGBTIQ+-Menschen helfen wird.“

Kritisch sieht Sullivan jedoch die Darstellung des Profisports. Die Serie greife zwar Themen wie homosexuelle Beziehungen im Männersport, Coming-Outs gegenüber Familie und Teamkollegen sowie das Gefühl von Akzeptanz auf. Die psychischen Belastungen eines ungeouteten Lebens im Eishockey würden aus seiner Sicht jedoch ausgeblendet. „Ich habe das Gefühl, dass das psychische und mentale Trauma, das ungeoutete LGBTIQ+-Athleten in einem hypermaskulinen und offen homophoben Sport erleben, komplett ignoriert wird“, sagte Sullivan. Auch der Anpassungsdruck auf junge Spieler werde nicht realistisch gezeigt. „Die Kultur, das Formen junger Spieler zu robotischen Persönlichkeiten, die ihre Eigenarten ablegen müssen, um dazuzugehören, wird ausgeblendet.“

Homophobie im Profi-Eishockey 

Aus seiner eigenen Karriere berichtete Sullivan, ihm sei früh beigebracht worden, Emotionen zu unterdrücken und „sich zusammenzureißen“. Das habe auch bedeutet, die eigene Sexualität zu verstecken. „Ich bin völlig fassungslos über den Unterschied zwischen dem professionellen Eishockey im echten Leben und seiner Darstellung in der Serie.“

Er schilderte Situationen, in denen er sich nicht getraut habe, in der Kabine eine Nachricht von einem Mann zu lesen, und beschrieb die Isolation vom Team. Schlafmangel, Lügen, belastete Freundschaften und dauerhafte Erschöpfung hätten seine sportliche Laufbahn geprägt. Diese Erfahrungen sehe er in „Heated Rivalry“ nicht ausreichend repräsentiert.

Dennoch äußerte Sullivan Hoffnung. „Ich glaube aufrichtig, dass diese Serie insgesamt etwas Positives für die LGBTIQ+-Community sein wird“, sagte er. „Gleichzeitig bin ich aber überzeugt, dass diese Serie professionellen Eishockeyspielern, die mit ihrer Sexualität kämpfen, nicht helfen wird – und ich hoffe wirklich, dass ich mich irre.“ Die Serie basiert auf der Romanreihe „Game Changer“ von Rachel Reid. Die zweite Staffel soll auf dem Folgeband „The Long Game“ beruhen, der einen stärkeren Fokus auf die mentale Gesundheit der Hauptfiguren legt. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

SWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-Hirschgeweihntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

"Glee" feiert Comeback

Disney bestätigt Reboot

Disney+ und Hulu planen eine Neuauflage der Musicalserie „Glee“. Ryan Murphy arbeitet am Comeback – doch nicht alle Fans sind begeistert.
Blauer Panther für Hegemann

Politisches Zeichen für Community

Beim Blauen Panther in München wurde Johannes Hegemann für den Film "Olivia" ausgezeichnet. Politische Botschaften prägten die Preisverleihung.
Pikante Beichte bei „The Power“

Kevin über Nacht mit Marc Terenzi

Kevin Schäfer erzählt bei „The Power“ von einer Nacht mit Marc Terenzi nach der „Promi Big Brother“-Party. Was er verrät.
Andrew Scott wird 50

Schwul, erfolgreich, einzigartig

Andrew Scott feiert seinen 50. Geburtstag. Der offen schwule Schauspieler begeistert mit besonderen Rollen und steht für mehr Sichtbarkeit im Kino.
Flirt nach dem TV-Geständnis

Sänger findet Ex-Kicker „hot“

Erst schwärmt Christian Lell im TV von Bill Kaulitz, jetzt flirtet der Sänger zurück. Sein Bruder Tom tritt allerdings auf die Bremse.
Rekord für Kaulitz-Zwillinge

78.000 Fans wollen dabei sein

Noch vor ihrer ersten „Wetten, dass..?“-Sendung melden Bill und Tom Kaulitz einen Rekord: 78.000 Menschen bewerben sich binnen zwei Stunden um Tickets
Heimliches Liebespaar?

Joe Locke und Sebastian Croft

Eine angeblich geheime Beziehung zwischen Joe Locke und Sebastian Croft sorgt für Schlagzeilen. Croft spricht über schmerzhaften Liebeskummer.
„Young Sheldon“ wehrt sich

Schwulengerüchte seit Kindertagen

„Young Sheldon“-Star Iain Armitage spricht über Gerüchte zu seiner Sexualität und kritisiert den Druck, unter dem junge Prominente stehen.
Weihnachtstour der No Angels

13 Konzerte im Advent 2027 geplant

Nach dem ausverkauften Weihnachtskonzert in Berlin gehen die No Angels 2027 erstmals auf Christmas-Tour – mit 13 Shows und vielen bekannten Hits.