Sundance Film Festival 2026 Besonderes Event für die LGBTIQ+-Community
Am morgigen Donnerstag startet im US-Bundesstaat Utah erneut das Sundance Film Festival. Bis zum 1. Februar werden wieder zahlreiche Celebritys und Filmfreunde nach Park City pilgern. Für die LGBTIQ+-Community hat das amerikanische Independent-Filmfest seit Gründungsbeginn eine wichtige Bedeutung, auch in diesem Jahr ist die Community breit vertreten, mehr als ein Dutzend Premierenfilme erzählen Geschichten über Identität, Liebe und Selbstfindung innerhalb der Community.
Besonderes Filmfest-Jahr ohne Redford
Das Festival dürfte dabei in diesem Jahr noch einmal ganz besonders werden, denn es ist das erste Filmfest seit dem Tod von Gründer Robert Redford, der letztes Jahr im September im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Sein Vermächtnis lebt auch und gerade bei Sundance weiter.
Im Fokus der Community stehen in diesem Jahr rund ein Dutzend Filme, die die ganze Bandbreite des queeren Geschichtenerzählens porträtieren – von dramatischen Familiengeschichten über Body-Horror bis hin zu spannenden Storys über Selbstfindung wie beispielsweise in „Big Girls Don’t Cry“ von Paloma Schneideman. Darin entdeckt eine 14-Jährige im ländlichen Neuseeland ihre Sexualität – und das Internet. Junge Liebe steht dann in „Extra Geography“ im Zentrum – unter der Regie von Molly Manners verlieben sich zwei Teenagerinnen an einem englischen Internat ineinander. Um queere Themen und schottische Folklore geht es in „The Incomer“.
Lesbische Experimente und die Rache eines Schwulen
Mit der Dokumentation „Barbara Forever“ wird das Leben und Werk der Pionierin des lesbischen Experimentalfilms, Barbara Hammer, gewürdigt und ihr Einfluss auf nachfolgende Generationen aufgezeigt. Die Dokumentation „Jaripeo“ indes konzentriert sich auf die männlich geprägte Welt der mexikanischen Rodeos und den versteckt homosexuellen Anklängen dieser „Männerwelt“. Queerness und Science-Fiction treffen in „ZI“ aufeinander, während im Coming-of-Age-Film „Leviticus“ Horror und queere Identität verbunden werden. In weiteren Premieren wird die Verbindung von Musik und Community beleuchtet, psychosexuelle Spiele in einer luxuriösen Seniorenresidenz aufgedeckt und eine junge Frau versehentlich von einem Außerirdischen schwanger. Bissig dürfte es zudem in „The Musical“ werden, in dem sich ein frustrierter Theaterlehrer an der neuen Freundin seines Ex-Lovers rächen will.
Sundance und die Community
Das Sundance Film Festival gilt seit seiner Gründung 1978 als eines der bedeutendsten internationalen Filmfestivals für unabhängige Produktionen. Besonders für die LGBTIQ+-Community kommt ihm eine herausragende Rolle zu, weil es seit Jahrzehnten queeren Stimmen eine Plattform bietet, die in Mainstream-Kinos oft marginalisiert werden.
Das Festival hat in den vielen Jahren zahlreiche Filme vorgestellt, die LGBTIQ+-Themen in den Mittelpunkt stellten – von Coming-of-Age-Geschichten über homosexuelle Romantik bis hin zu Dokumentationen über die Kämpfe und Erfolge der Community. Viele dieser Filme, darunter frühe Werke wie „Paris Is Burning“ oder neuere Produktionen wie „Call Me by Your Name“, haben nicht nur viel Anerkennung erfahren, sondern auch gesellschaftliche Debatten über Sichtbarkeit, Diskriminierung und Gleichberechtigung angestoßen.
Darüber hinaus fungiert Sundance als Treffpunkt der Community. Filme, Panels und Diskussionsrunden fördern den Austausch, stärken Solidarität und geben homosexuellen und queeren Künstlern und Zuschauern ein Gefühl von Anerkennung und Zugehörigkeit. Gerade in einer Zeit, in der queere Rechte in den USA wieder unter Druck stehen, ist das Festival ein wichtiger Ort für Sichtbarkeit, Empowerment und kulturelle Einflussnahme. Sundance setzt zudem Zeichen, bricht Tabus und trägt dazu bei, dass queere Geschichten gehört, gesehen und gefeiert werden.