Warnung vor Extremisten Forbidden Colour appelliert an Brüssel und die Community
Die europäische LGBTIQ+-Organisation Forbidden Colours warnt jetzt vor einem Treffen von Rechtskonservativen und Extremisten und ruft zum Widerstand auf. Hintergrund ist das sogenannte Transatlantic Forum, eine Diskussionsplattform und Konferenzreihe für Meinungsaustausch. Anfang Februar sollen dabei eine Gruppe rechtspopulistischer und anti-liberaler Akteure zusammenfinden, um ihre politische Agenda zu verfolgen. Ein Kernziel ist dabei der Kampf gegen LGBTIQ+-Rechte.
Warnung vor Treffen in Brüssel
Organisiert wird das Treffen vom Political Network for Values. „Ein globales Netzwerk von antidemokratischen Akteuren, das von US-amerikanischen evangelikalen Gruppen, russlandnahen Netzwerken und politischen Stiftungen, die Viktor Orbán nahestehen, finanziert und unterstützt wird“, so Rémy Bonny von Forbidden Colours.
Nach Angaben der queeren Organisation wird bei dem Treffen im Februar unter anderem Lucy Akello vor Ort sein, eine ugandische Politikerin, die für das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda verantwortlich ist, das Homosexualität mit der Todesstrafe ahndet. Akello wurde offenbar ins Europäische Parlament eingeladen, um „Best Practices“ aus einem Land zu teilen, in dem Homosexualität mit dem Tod bestraft wird.
„Ebenfalls anwesend wird Sharon Slater sein, eine zentrale Figur in den Einflussoperationen der US-amerikanischen Evangelikalen im Ausland, eng verbunden mit dem Trump-Regime. Ihre Organisation hat Hand in Hand mit russlandnahen Netzwerken und amerikanischen Fundamentalisten gearbeitet, um Kampagnen in Uganda und anderswo zu finanzieren und zu koordinieren, die direkt zur Kriminalisierung von Homosexualität führten“, so Bonny, der zudem warnt: „Das ist kein Zufall. Das ist kein Randphänomen. Dies ist eine koordinierte transatlantische Strategie, um Queerness zu einer politischen Waffe zu machen, Hass zu normalisieren und die europäische Demokratie von innen heraus zu untergraben.“
Appell an die Community
Forbidden Colours hat deswegen jetzt zusammen mit mehreren EU-Abgeordneten aller großer politischen Parteien die belgische Regierung offiziell dazu aufgefordert, zu handeln und Akello die Reise nach Brüssel zu verwehren. „Es zuzulassen, dass eine Politikerin, die Gesetze unterstützt, die die Inhaftierung oder Hinrichtung von LGBTIQ+-Menschen fordern, im Europäischen Parlament spricht, würde Gewalt legitimieren und die Werte verraten, für die die EU angeblich steht“, so Bonny weiter. Mit Blick auf die queere Community warnte der Direktor abschließend: „Dies ist einer dieser Momente, in denen Schweigen nicht neutral ist. Wenn du glaubst, dass die europäischen Institutionen niemals eine Plattform für Menschen werden dürfen, die uns zum Töten aufrufen, dann bitte ich dich, mit uns zusammenzustehen.“