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Queere Familien in Kamerun

Queere Familien in Kamerun Studie dokumentiert Hindernisse für Regenbogenfamilien

ms - 14.01.2026 - 15:00 Uhr
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In Kamerun ist das Kinderkriegen für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil sozialer Anerkennung. Für homosexuelle und queere Menschen stoßen solche Wünsche jedoch auf rechtliche, medizinische und gesellschaftliche Hürden. Eine neue Untersuchung des Femmes Debout Forschungs- und Dokumentationszentrums (CRD) beleuchtete jetzt diese Herausforderungen und betont, dass das Gründen einer Familie für LGBTIQ+-Menschen im zentralafrikanischen Land zugleich ein Akt des Widerstands ist. 

Großer Traum einer Familie 

Das in Yaoundé ansässige CRD wird von trans* Personen geleitet, die Organisation engagiert sich gegen Gewalt an Minderheiten und bietet Räume für Identität, Forschung und rechtlichen Beistand. Eine aktuelle Umfrage unter LGBTIQ+-Personen aus Kamerun zeigte dabei: Viele Befragte äußerten den Wunsch nach Kindern. Gleichzeitig lasten erheblicher sozialer und familiärer Druck auf ihnen. „Der Wunsch nach Kindern ist mit sozialer Anerkennung verknüpft“, berichtete eine 29-jährige trans* Frau. Und ein trans* Mann ergänzt: „In den Selbsthilfegruppen habe ich verstanden, dass mein Wunsch nach Kindern keine Schwäche ist, sondern eine Stärke.“ Die Studie zeigt außerdem, dass die Altersgruppe zwischen 26 und 30 Jahren den größten Druck empfindet, Kinder zu bekommen. 

Strategien für Regenbogenfamilien

Um den Hindernissen zu begegnen, entwickeln queere Menschen unterschiedliche geheime Strategien. Dazu zählen häusliche Insemination, gezielter Sex oder sogenannte Scheinehen. Rechtliche Hürden stellen für queere Paare trotzdem auch hier ein Problem dar, das Gesetz über Reproduktionstechnologien (ART) schließt LGBTIQ+-Menschen explizit aus. Hinzu kommen hohe Kosten für medizinische Verfahren. Neben biologischen Optionen prüfen einige queere Menschen daher auch eine Adoption, Co-Elternschaft oder Patchwork-Familien – ihre Identität müssen sie dabei allesamt verstecken. 

Das CRD zieht das Fazit, dass der Wunsch nach Kindern „menschlich, legitim und universell“ ist. Für queere Menschen in Kamerun werde er zudem zu einem „Akt des Widerstands und der Zugehörigkeit“. Das Motto „Ein Kind, ein Recht, eine Würde“ verdeutliche, dass Elternschaft weder durch Gesetze noch durch soziale Normen eingeschränkt werden dürfe. Die Gründung einer Regenbogenfamilie bleibt trotzdem ein besonders mutiges Unterfangen in einem Land, das bis heute rabiat gegen Homosexuelle vorgeht inklusive mehrjährigen Haftstrafen und einem weitverbreiteten Tabu in der Gesellschaft

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