Tragödie in Florida Auto rast vor Schwulenclub in Menschenmenge
Die Community in Florida steht unter Schock, die Polizei von Tampa spricht von einer „sinnlosen Tragödie“, jetzt wurden erste Details bekannt: Am vergangenen Wochenende raste ein Autofahrer in eine Menschenmenge vor dem Schwulenclub Bradley's im Stadtviertel Ybor City in Tampa, vier Menschen sterben dabei, dreizehn weitere Personen werden teils lebensgefährlich verletzt. Die Polizei kann einen Tatverdächtigen festnehmen.
Verfolgungsjagd mit der Polizei
Nach bisherigen Ermittlungen handelt es sich bei dem Fahrer um Silas Sampson (22). Der Mann soll in der Nacht auf Sonntag zunächst bei einem illegalen Straßenrennen mitgemacht haben, anschließend fuhr er demnach mit stark überhöhter Geschwindigkeit über die Autobahn, sodass die Verkehrsüberwachung im Hubschrauber die Polizei alarmierte. Videoaufnahmen zeigen, wie Sampson von der Schnellstraße abfährt und durch die Innenstadt von Tampa rast.
Die Florida Highway Patrol (FHP) und die Polizei von Tampa (TPD) versuchen, den Fahrer zu stoppen, doch das misslingt. Nach Angaben der Beamten war Sampson bewaffnet. Die Polizei verfolgte den Mann weiter, schlussendlich verlor der Raser auf der 7th Avenue die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte mit voller Wucht gegen die Terrasse der Schwulenbar Bradley's, auf der sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Dutzend Menschen aufhielten.
Tatverdächtiger ist polizeibekannt
Drei Besucher des beliebten Szenetreffpunkts sterben unmittelbar vor Ort, eine vierte Person etwas später im Krankenhaus. Dreizehn weitere Menschen aus der Community werden teilweise schwer verletzt, zwei davon sind aktuell nach Angaben der Florida Highway Patrol in einem lebensgefährlichen und äußerst kritischen Zustand. Die Polizei nahm den Fahrer direkt am Unfallort fest. Der 22-Jährige kam daraufhin in das Gefängnis von Hillsborough County – inzwischen wurde er wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung angeklagt.
Der junge Mann bleibt zunächst in Haft, da er nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Gefahr für die Gemeinde darstelle. Ob er gegen Kaution freigelassen wird, entscheidet sich dann Ende dieser Woche. Nach bisherigen Ermittlungen ist es nicht das erste Mal, dass Sampson mit der Polizei in Kontakt gekommen ist: Mitte September wurde er bereits wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn angeklagt, damals war er knapp 50 km/h zu schnell gefahren.
Tiefe Trauer in der Community
Der Polizeichef von Tampa, Lee Bercaw, erklärte: „Was hier passiert ist, war eine sinnlose Tragödie. Unsere Herzen sind bei den Angehörigen der Opfer und allen Betroffenen. Rücksichtsloses Fahren hat unschuldige Menschenleben in Gefahr gebracht. Die Polizei von Tampa und die Florida Highway Patrol setzen sich dafür ein, dass den Opfern und ihren Familien Gerechtigkeit widerfährt.“ Die Bürgermeisterin der Stadt, Jane Castor, veröffentlichte eine Erklärung auf ihrer Facebook-Seite, in der sie den Unfall als „verheerend“ bezeichnete. „Man schläft und plötzlich klopft es an der Tür und man erfährt, dass sich das Leben seines Kindes verändert hat oder beendet ist“, so Castor weiter – sie verbrachte die letzten zwei Tage damit, die Hinterbliebenen und Überlebenden zu besuchen.
Vor dem Bradley´s fanden seit Sonntag mehrere Mahnwachen statt, viele Gemeindemitglieder und LGBTIQ+-Menschen stellten Kerzen ab, beteten gemeinsam und zeigten sich tief geschockt von der Tragödie. Sarah Kate Ellis vom größten queeren US-Verein GLAAD erklärte: „Wir senden der LGBTIQ+-Gemeinschaft in Tampa nach dieser schrecklichen Tragödie unsere Liebe." Inzwischen wurden die Namen der Opfer veröffentlicht, es handelt sich um die 25-jährige Christina Richards, die 41-jährige Lisa Johnson, der 53-jährige Sherman Jones und der 53-jährige Marlon Collins. Das Bradley's gilt als „Säule der Schwulenszene in Tampa“. Die Polizei betonte abschließend, dass sie nicht davon ausgehe, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf einen Szenetreffpunkt gehandelt hat.