Direkt zum Inhalt
Widerstand gegen Pride-Flagge
ANZEIGE

Widerstand gegen Pride-Flagge Forderung nach Neuregelung von Regenbogenflaggen an Ministerien

ms - 31.10.2025 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums drängen darauf, das jährliche Hissen der Regenbogenflagge an Ministerien künftig unterbinden zu lassen – dies berichtet exklusiv der Berliner Tagesspiegel. Das Pride-Symbol werde „privilegiert behandelt“, so die Kritik an der Verwendung der symbolträchtigen Fahne der Community. 

Neues Verbot von „Logo-Flaggen“

Im Jahr 2022 hatte die ehemalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) die grundsätzliche Genehmigung erteilt, die Regenbogenflagge an allen Ministerien und Dienstgebäuden der Bundesrepublik zu bestimmten Anlässen wie der Pride-Parade hissen zu dürfen. Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums wendeten sich in dieser Sache offenbar bereits im Juli dieses Jahres mittels einer sogenannten „internen Unterrichtung“ an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und erklärten, es komme „fortwährend zu unterschiedlichen Erscheinungsbildern“, außerdem gebe es „bewusste und öffentlich wahrnehmbare Zuwiderhandlungen“ gegen die vom Innenministerium verbindlich aufgestellten Regeln.

Abseits aktueller Debatten um die Regenbogenflagge regen die Beamten des Ministeriums daher eine „grundsätzliche Überarbeitung“ der Vorschriften von Faeser an. Offenbar gab es bereits vor drei Jahren viel Kritik an der Neuregelung der SPD-Ministerin, schon damals erklärten die Mitarbeiter, dass Logo-Flaggen wie jene der LGBTIQ+-Community prinzipiell nicht für eine amtliche Beflaggung zugelassen seien. Ausnahmen seien nur besondere Termine mit einem bundesweiten und staatlichen Bezug, beispielsweise die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands. 

Streit innerhalb der Bundesregierung 

„Die Bundesflagge hat Verfassungsrang, ist wichtigstes Staatssymbol und steht für Einheitlichkeit und Kontinuität staatlichen Handelns und dient insbesondere der Identifikation der Bürger mit dem Staat“, so der Tenor im internen Schreiben an Dobrindt. Nach Ansicht der Mitarbeiter des Hauses gefährde eine Regenbogenflagge dies. Dazu komme, laut den Verfassern, dass es „Forderungen anderer gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen“ gebe, die „aus ihrer Sicht ebenso ein nachvollziehbares Interesse an einer Logo-Beflaggung haben.“ Wo also die Grenze ziehen? Es gebe daher einen „Dissens innerhalb der Bundesregierung“ bei der Debatte um die Regenbogenflagge. Auf Rückfrage des Tagesspiegels erklärte ein Sprecher des Ministeriums: „Die bestehende Regelung zum Hissen der Regenbogenflagge gilt gegenwärtig unverändert fort.“ Wie damit allerdings zukünftig verfahren wird, ist offen. Dobrindt selbst äußerte sich bisher nicht dazu. 

Bereits im Sommer dieses Jahres hatte es heftigen Streit um die Verwendung der Regenbogenfahne gegeben, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hatte das Hissen der Flagge am Bundestag zum Pride in Berlin verweigert, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte kurz darauf diese Entscheidung. Einzelne Ministerien sowie auch der Bundesrat indes zeigten die Pride-Flagge vor ihren Gebäuden. Mehrere queere Organisationen hatten Klöckner daraufhin vorgeworfen, sie greife die LGBTIQ+-Community auf subtile Weise an.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Spekulationen in Marokko

Gerüchte über König Mohammed VI.

Marokkos König Mohammed VI. steht wegen seiner häufigen Abwesenheit und seiner "besonderen Nähe" zu Kampfsportler Abubakr Abu Azaitar im Fokus.
Gen Z will reich werden

Freizeit bleibt besonders wichtig

Eine neue Studie zeigt: Viele junge queer-affine Menschen wünschen sich Reichtum – trotz ihres starken Fokus auf Freizeit und Lebensqualität.
Überfall auf Asylbewerber

Schwuler Mann aus Gaza betroffen

Ein schwuler Asylsuchender aus Gaza soll in den Niederlanden mit einer Fahrradkette angegriffen worden sein. Hilfsverbände kritisieren die Behörden.
Neuigkeiten zu Perez Hilton

Über Monate im Krankenhaus

Die Verletzungen, die sich Blogger Perez Hilton zugefügt hat, sind schlimmer als angenommen – er soll über Monate oder Jahre in der Klinik bleiben.
Hayden Panettiere ist tot

Große Trauer um "Heroes"-Star

Die bisexuelle Schauspielerin Hayden Panettiere ist mit 36 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie durch „Heroes“ und „Nashville“.
Gewalteskalation in Italien

Mob schlägt auf Schwulen ein

Der schwule Gründer eines queeren Musikkollektivs wurde in Sardinien von einem 30-köpfigen Mob mit Steinen und Faustschlägen fast tot geschlagen.
Dating-Gefahr in Australien

Lage dramatisiert sich zusehends

In Australien werden Attacken auf Schwule mittels der Dating-Masche immer mehr zum „Trend“, wie neue Studiendaten aus Victoria erneut nahelegen.
Türkei attackiert Sänger

Anklage von Matiz wegen Obszönität

Die türkische Rundfunkaufsicht geht wegen LGBTIQ+ gegen Sänger Mabel Matiz und gegen Streamingdienste wie Netflix wegen „Heartstopper Forever“ vor.
Filmpreis mit Statement

Schwule Liebesgeschichte

Der Film „Das Flussufer“ gewinnt in Locarno den Spezialpreis der Jury und erzählt von schwuler Liebe, Angst und Identität in Brasilien.