Direkt zum Inhalt
Regenbogen über dem Bundesrat

Regenbogen über dem Bundesrat Die Kontroverse geht weiter: Während der Bundestag farblos bleibt, wird am Bundesrat nun die Regenbogenfahne wehen

ms - 25.07.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Seit Wochen wird in Berlin über die Absage von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) debattiert, die sich aus Neutralitätsgründen weigert, während des Berliner CSD an diesem Wochenende die Regenbogenfahne über dem Bundestag hissen zu lassen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte diese Entscheidung. Einzelne Ministerien werden indes trotzdem Flagge zeigen – wie jetzt auch der Bundesrat.

Regenbogenfahne auf dem Bundesrat

Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger (SPD) erklärte dazu: „Jeder Mensch hat das Recht, ohne Diskriminierung in Würde zu leben und zu lieben.“ Dies gehöre nebst Freiheit und Gleichheit zum „Kern der Demokratie“. So sei auch die Regenbogenflagge ein Bekenntnis zu Werten, denen sich Demokratinnen und Demokraten verpflichtet fühlen, bekräftigte Rehlinger. Die Fahne werde daher vor dem Bundesratsgebäude „als Zeichen für Vielfalt, Respekt und Toleranz“ gehisst werden. Zuvor hatte bereits auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärt, am Rathaus die Pride-Flagge wehen zu lassen. Ob die Kontroverse damit final beendet sein dürfte, bleibt indes abzuwarten. 

Großaufgebot der Polizei 

Die Polizei in der Regenbogenhauptstadt rüstet sich derweil mit einem Großaufgebot der Einsatzkräfte für das kommende Wochenende, rund 1.300 Polizisten und über 1.000 weitere Sicherheitskräfte werden im Einsatz sein. Bei zahlreichen CSDs in diesem Jahr kam es inzwischen zu kleineren und größeren Auseinandersetzungen mit Rechtsextremisten bei Prides, in Berlin wurde nun eine rechte Gegendemonstration unter dem Motto „Gemeinsam gegen den CSD-Terror und der Identitätsstörung“ angemeldet, erwartet werden über 400 Teilnehmer. Im letzten Jahr wurden Pride-Besucher im Umfeld des CSDs und auf dem Nachhauseweg angegriffen, das soll in diesem Jahr bestmöglich vermieden werden. Die Streitdebatte um die Regenbogenfahne indes hat die Gemüter sowohl innerhalb der Community wie aber auch am politisch rechten Rand weiter aufgeheizt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Appell von FIFA-Direktor

Dialog mit homophoben Staaten

Der schwule FIFA-Mediendirektor Bryan Swanson verteidigte jetzt die Zusammenarbeit mit homophoben Staaten, in denen Schwule kriminalisiert werden.
Ausschluss vom US-Militär

Bittere Niederlage für HIV-Positive

Ein US-Berufungsgericht hat nun bestätigt: Menschen mit HIV dürfen vom US-Militär ausgeschlossen werden. "Irrationaler Rückschritt" sagen die Kritiker
Frauen-Eishockey-Finale

USA gewinnt vor Kanada Gold

Das US-Team hat beim Eishockey-Finale der Frauen olympisches Gold gewonnen. Rekord für die Community: Neun LGBTIQ+-Spielerinnen waren dabei.
Mahnmal soll errichtet werden

Finanzierung durch Spende und Stadt

Der legendäre Pulse-Nachtclub in Orlando, einst Schauplatz des schwersten Angriffs auf LGBTIQ+-Menschen in den USA, wird im März 2026abgerissen.
Ausstellung im Smithsonian

LGBTIQ+-Künstler aus Afrika

Ausstellung mit Statement: In den USA ist im weltberühmten Smithsonian National Museum erstmals eine Ausstellung queerer Künstler aus Afrika zu sehen.
London LGBTIQ+ Film Festival

31 Weltpremieren aus 47 Ländern

Das London LGBTIQ+ Film Festival feiert im März das 40. Jubiläum und wartet mit 31 Weltpremieren auf sowie einen Ausblick auf den Heartstopper-Film.
Kein Pride-Festival in Zürich

Finanzprobleme und Widerstand

Das Zurich Pride Festival 2026 wurde unter anderem wegen Finanzproblemen von den Veranstaltern abgesagt, Demonstration und Partys bleiben bestehen.
Bildung in Uganda unerwünscht

Keine LGBTIQ+-Workshops erlaubt

Nebst dem Anti-Homosexuellen-Gesetz ist auch jedwede Information über LGBTIQ+ in Uganda unerwünscht, bekräftigte jetzt ein Berufungsgericht.