Direkt zum Inhalt
Hoffnung auf HIV-Heilung

Hoffnung auf Heilung HIV-Experten in Australien können das bisher unsichtbare HI-Virus sichtbar machen – ein bahnbrechender erster Schritt!

ms - 11.06.2025 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

HIV-Forschern in Australien ist es jetzt gelungen, das bisher unsichtbare HI-Virus in weißen Blutkörperchen sichtbar zu machen – ein wesentlicher erster Schritt hin zu einer möglichen Heilung. Gelungen ist dem Ärzteteam der bahnbrechende Ansatz mittels einer zur Bekämpfung von Covid-19 entwickelten mRNA-Technologie.

HIV sichtbar machen 

Vereinfacht gesagt wurde der Boten-Ribonukleinsäure mRNA ein Mantel aus Lipid-Nanopartikeln umgelegt, winzige Fettkügelchen, die selbst in ruhende Immunzellen eindringen können – genau jene Orte, wo sich HIV besonders hartnäckig „versteckt“. Die ruhenden Zellen wirken nach außen völlig normal, weswegen sie oftmals vom Immunsystem nicht als infiziert erkannt werden können. Erstmals kam dieser neue Ansatz im Rahmen des mRNA-Impfstoffes zum Einsatz, um mRNA in Zellen zu transportieren. Mittels des HIV-Proteins namens Tat kann das Virus nun gefunden und sichtbar gemacht werden, ohne die Zelle selbst zu schädigen oder zu aktivieren. Gerade dieser Aspekt ist von besonderer Bedeutung: Bisher versuchte man, das Virus mit Medikamenten aufzuwecken, um es sichtbar zu machen – dabei konnte die infizierte Zelle allerdings schnell beschädigt werden oder ganz absterben. Das ist jetzt anders.  

Forscher des Peter Doherty Institute for Infection and Immunity in Melbourne schafften es dabei überdies, dass sich die mRNA einmal in der Zelle angekommen dauerhaft an das HI-Virus anheften kann. Damit wird es nun viel einfacher, das Virus aufzuspüren und sogar mehrere HIV-Stämme zu lokalisieren. Laut den Forschern die ideale Technologie und wichtigster Ausgangspunkt für eine mögliche Heilung.

Forscher zeigen sich begeistert 

„Im Bereich HIV-Heilung haben wir noch nie etwas gesehen, das so gut funktioniert wie diese Methode. Seitdem haben wir den Versuch noch viele, viele, viele Male wiederholt. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese Art von Reaktion auch bei Tieren beobachten können, und dass wir dies schließlich auch beim Menschen tun können. Wir hoffen, dass dieses neue Nanopartikeldesign ein neuer Weg zu einer HIV-Heilung sein könnte“, so Dr. Paula Cevaal vom Peter Doherty Institut.

Bis zum möglichen Einsatz am Menschen dürften noch Jahre vergehen, trotzdem betonten die Forscher mehrfach, wie positiv überwältigt sie von den Ergebnissen sind. Studien-Mitautor Dr. Michael Roche ist überdies der Ansicht, dass die neu entwickelte mRNA-Methode auch bei der Behandlung anderer Krankheiten, einschließlich Krebs, hilfreich sein könnte.

Einer der weltweit führenden HIV-Forscher, Dr. Anthony Fauci aus den USA, erklärte zu den bisherigen Ergebnissen: „Trotz der fast vier Jahrzehnte währenden Bemühungen der weltweiten Forschungsgemeinschaft bleibt ein wirksamer Impfstoff zur Verhinderung von HIV ein schwer zu erreichendes Ziel. Dieser experimentelle mRNA-Impfstoff vereint allerdings mehrere Eigenschaften, die die Schwächen anderer experimenteller HIV-Impfstoffe überwinden könnten, und stellt somit einen vielversprechenden Ansatz dar.“

Lässt sich das Virus tatsächlich gezielt auffinden, muss ein Weg gefunden werden, das Virus anschließend zu verändern oder zu neutralisieren. Das könne entweder durch eine Modifizierung der Immunreaktion des Körpers erfolgen oder direkt durch Medikamente, so die Forscher weiter. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wegen Hänseleien jetzt Hip-Hop

Lehrerin setzt sich für Schüler ein

Ein achtjähriger Junge verlässt in Italien seine Ballett- und Modern Dance-Kurse. Er wurde von Gleichaltrigen verspottet, weil er tanzt.
Landesweite Debatte in den USA

Donald Trump ordnete Entfernung an

Die Forderung nach der Rückkehr der Pride-Flagge am Stonewall-Denkmal entfacht eine US-Debatte über Sichtbarkeit und politische Einflussnahme.
Budapester Bürgermeister

Zeichen gegen queerfeindliche Politik

Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat den Budapester Amtskollegen Gergely Karácsony zum diesjährigen Christopher Street Day in Berlin eingeladen.
Hasskriminalität gegen LGBTIQ+

Stagnation 2025 auf hohem Niveau

Nach den vorläufigen Zahlen kam es 2025 zu über 2.000 Angriffen auf LGBTIQ+-Menschen, die Dunkelziffer dürfte um 90 Prozent höher liegen.
Erfolge bei Olympia

Gute Woche für LGBTIQ+-Athleten

Die erste Woche bei den Olympischen Winterspielen war für LGBTIQ+-Athleten sehr erfolgreich, bisher gab es fünf Medaillen, darunter vier Mal Gold.
Starker Anstieg von Homophobie

Viel Hass britischer Fußballfans

In Großbritannien haben die homophoben Übergriffe im Umfeld des Fußballs zuletzt massiv zugenommen, eine neue Kampagne soll jetzt Abhilfe schaffen.
Trauriges Jubiläum in Kamerun

10 Jahre homophobes Hass-Gesetz

Der verschärfte Strafartikel Artikel 347-1 schafft in Kamerun seit nunmehr zehn Jahren ein Klima der Angst vor Gewalt unter Schwulen und Lesben.
Überraschung bei Disney

Erster Film mit trans* Charakter

Der Disney Konzern hat seinen ersten Film mit einem trans* Charakter angekündigt und vollzieht damit eine Kehrtwende zu jüngsten Entwicklungen.