Direkt zum Inhalt
Todesfall AnNa R.

Todesfall AnNa R. Fans und Kollegen reagieren geschockt – Polizei gibt erste Details bekannt

ms - 18.03.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Die Nachricht über den Tod der Berliner Rosenstolz-Sängerin AnNa R. mit nur 55 Jahren schockte gestern ganz Deutschland – nun sind erste Details über die mögliche Todesursache bekannt geworden. Offiziell geht die Polizei nach Angaben der Berliner Zeitung zwar weiterhin von einer ungeklärten Todesursache aus, ein Fremdverschulden sowie ein Suizid werden aber inzwischen ausgeschlossen. Auch eine Überdosis mit Drogen sei unwahrscheinlich. 

Ermittlungen zur Todesursache

Nach bisherigen Ermittlungen deutet demnach alles auf eine Krankheit als Todesursache hin. Die 55-jährige Sängerin soll heute obduziert werden. In der Nacht auf Montag war AnNa R., die mit bürgerlichem Namen Andrea Neuenhofen hieß, tot in ihrer Wohnung in der Berliner Grünberger Straße aufgefunden worden. Nach Recherche der Berliner Zeitung soll die Sängerin bereits einige Tage tot in ihrer Wohnung gelegen haben. Die Polizei hat offenbar aus ermittlungstechnischen Gründen die Wohnung der Sängerin versiegelt. Zwei Jahre zuvor war bereits der Ehemann von AnNa R., der MTV-Senior Producer und Regisseur Nilo Neuenhofen laut der BILD-Zeitung an einer Leberzirrhose verstorben. Das Paar hatte sich zuvor bereits getrennt, war aber noch freundschaftlich verbunden. 

Trauer bei Fans und Kollegen 

Fans und Kollegen reagierten seit der gestrigen Nachricht geschockt auf den Tod der Rosenstolz-Sängerin, allen voran ihr Band-Kollege Peter Plate, der bereits gestern via Instagram erklärte: „Wir haben uns immer als Geschwister gesehen. Was für fantastische Zeiten wir hatten! Wir haben so viel gelacht, auch geweint. Wir hielten uns fest und ließen uns los, als es an der Zeit war. (…) AnNa, du wirst mir so fehlen. Mein ganzes Leben, meine Jahre in Berlin – all das war mit dir verbunden. Rosenstolz war eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Rosenstolz, das waren du und ich. Und jetzt bist du nicht mehr da. Ich werde dich jede Sekunde vermissen. Danke für alles. Ich hoffe, du sitzt irgendwo auf einer Berliner Wolke - und es geht dir gut.“

Inzwischen meldeten sich auch weitere prominente Wegbegleiter zu Wort, darunter unter anderem Entertainer Riccardo Simonetti, Sänger Conchita Wurst, Schauspieler Jannik Schümann, No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska, Sängerin Annett Louisan, Moderatorin Dunja Hayali sowie Sängerin Kerstin Ott. Mit schwarzen Herzen, purer Fassungslosigkeit und viel Dank für die schönen Zeiten drückten die Prominenten ihre Trauer aus. Alec Völkel von The BossHoss erklärte: „Mein tiefstes Beileid! Das ist furchtbar traurig und ein großer Verlust. Mit Rosenstolz habt ihr beide deutsche Musikgeschichte geschrieben. In eurer Musik wird sie weiterleben.“

Schock auch unter Politikern 

Auch unter Politikern hat die Todesnachricht für viel Bestürzung gesorgt. Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagte: „Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Anna R., dieser einzigartigen, unvergleichlichen Stimme von Rosenstolz, trifft tief ins Herz. Sie hat uns mit ihrer Musik bewegt, getröstet und gestärkt. Mit Liedern wie 'Liebe ist alles', 'Ich bin ich' oder 'Gib mir Sonne' hat sie Generationen geprägt. Ihre Musik bleibt – und mit ihr die Erinnerungen an ihre unnachahmliche Präsenz, ihre Leidenschaft, ihre Energie.“

Der ehemalige SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert erklärte: „Für einen 16-jährigen schwulen Jugendlichen konnte ein Rosenstolz-Konzert in der Wuhlheide im Sommer 2006 mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl wecken, als tausend Kampagnen es je könnten, weil es echt und fühlbar war, wenn AnNa den Refrain von ´Lachen´ zum 25. Mal ankurbelte.“ Und der scheidende Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, schrieb: „Diese Nachricht trifft mich mitten ins Herz. Die Musik von AnNa R. und Rosenstolz ist der Soundtrack der Liebe zu meinem Mann. Ein Soundtrack von Liebe, Sehnsucht und Begehren. AnNa – Du gehst viel, viel zu früh. Danke für Deine Stimme und Deine Musik, die ewig bleiben wird!“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Angriff nach WM-Partie

Deutscher Fan in Toronto verletzt

Ein deutscher Fußballfan berichtet von einem mutmaßlich homophoben Übergriff nach dem Besuch eines WM-Spiels in Kanada.
Festnahme in Thailand

Adult-Creator inhaftiert

Ein südkoreanischer Content-Creator von Erwachsenen-Inhalten ist in Thailand wegen expliziter Online-Inhalte und Drogenbesitzes festgenommen worden.
Italienische Pride-Kampagne

Video-Clip berührt hoch emotional

Ein Pride-Video eines italienischen Immobilienportals sorgt mit einer sehr emotionalen Geschichte über Akzeptanz für große Resonanz im Netz.
Anti-LGBTIQ+-Gesetze weltweit

Religiöser Einfluss ist prägend

Die weltweite Verteilung von Staaten mit Anti-Homosexuellen-Gesetzen verschiebt sich zunehmend zwischen Christentum und Islam.
Homosexuelle Veteranen

Entschädigungsfrist läuft ab

Mehr als 1.000 homosexuelle Veteranen könnten in Großbritannien trotz Anspruchs auf Entschädigung leer ausgehen, weil die Antragsfrist bald endet.
Neue Debatte über Nmecha

Ein homophober Nationalspieler?

Erneute Debatte: DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte jetzt, er sieht bei Nationalspieler Felix Nmecha keine homophoben Einstellungen.
Flucht aus den USA

Queere Menschen verlassen das Land

Immer mehr LGBTIQ+-Menschen aus den USA suchen wegen politischer Entwicklungen Schutz im Ausland, während die US-Asylpolitik immer restriktiver wird.
Zehn Jahre Kyiv Pride

Tausende protestierten in Kiew

In Kiew demonstrieren Tausende für LGBTIQ+-Rechte und rechtliche Gleichstellung, insbesondere der Wackel-Politik der ukrainischen Regierung.
Quo vadis Großbritannien

Starmer geht, Burnham kommt?

Der britische Premier Keir Starmer ist zurückgetreten, Andy Burnham gilt als möglicher Nachfolger gilt – doch was bedeutet das für LGBTIQ+-Menschen?