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Höchststand bei Hinrichtungen Die meisten Hinrichtungen gab es im Iran und Saudi-Arabien – hier steht auf Homosexualität die Todesstrafe

Von ms - 29.05.2024 - 10:00 Uhr
Höchstzahlen bei Hinrichtungen
Foto: iStock / breakermaximus
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Der neuste Report von Amnesty International zeichnet ein düsteres Bild von der Menschenrechtslage weltweit – die Zahl der Hinrichtungen stieg 2023 auf den höchsten Stand seit 2015. So kam es mindestens zu 1.153 Hinrichtungen. Davon betroffen sind in mehreren Staaten auch immer wieder schwule Männer. Auch die Zahl der weltweit neu verhängten, aber noch nicht vollzogenen Todesurteile stieg 2023 gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf 2.428. 

Wohlgemerkt handelt es sich bei all den Daten nur um die offiziell dokumentierten Fälle, die tatsächliche Anzahl an Hinrichtungen sowie Todesurteilen dürfte noch einmal deutlich höher liegen. In einigen Ländern wie China ist die Dokumentationslage zudem extrem mangelhaft – Amnesty International geht davon aus, dass die meisten Todesurteile bis heute in China vollzogen werden.  

Todesstrafe auf Homosexualität

Das zudem Bemerkenswerte: Obwohl die Zahl der Staaten insgesamt, die überhaupt noch Hinrichtungen durchführen, auf dem historisch niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen angekommen ist, stiegen die Hinrichtungen selbst in den verbleibenden Staaten rapide an. Von den 16 Ländern, die Hinrichtungen vollzogen haben, sind nur wenige für den extrem hohen Anstieg verantwortlich.

Auf den Iran entfielen fast drei Viertel (853) aller registrierten Hinrichtungen, ein Anstieg von 48 Prozent binnen eines Jahres. In Saudi-Arabien verzeichnete Amnesty International 172 Fälle und in Somalia 38 – das sind sechs Mal so viele Hinrichtungen wie noch ein Jahr zuvor im ostafrikanischen Land. In allen drei Staaten werden Todesurteile auch aufgrund der Homosexualität der Angeklagten gefällt.

Saudi-Arabien ist bis heute auch das einzige Land, das im letzten Jahr noch immer die Hinrichtungsmethode der Enthauptung anwendete. „Todesurteile wurden dabei nach unfairen Verfahren gefällt und ´Geständnisse´ durch Folter erpresst (…) Im Juli 2023 wurde Mohammad al-Ghamdi für regierungskritische Social-Media-Posts zum Tode verurteilt“, so die Menschenrechtsorganisation weiter. 

Wenige Länder vollstrecken die Todesstrafe

Erfreulich ist, dass in Belarus, Japan, Myanmar und Südsudan erstmals 2023 keine Todesurteile mehr vollstreckt worden sind. Insgesamt haben bis heute 144 Länder die Todesstrafe per Gesetz (112 Länder) oder in der Praxis (32 Länder) abgeschafft.

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, sagt dazu: „Immer mehr Länder verabschieden sich von der grausamen Praxis der Todesstrafe. Für Amnesty International ist der Einsatz für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe jedoch erst beendet, wenn kein Mensch mehr Opfer staatlicher Exekutionen wird. Zugleich richten ein paar wenige Staaten immer mehr Menschen hin – das ist sehr besorgniserregend. Die iranischen Behörden legten 2023 eine grobe Missachtung menschlichen Lebens an den Tag. Saudi-Arabien, das sich selbst für seine Reformbemühungen immer wieder rühmt, fällt Todesurteile teils aufgrund nichtiger Taten wie dem Absetzen von regierungskritischen Social-Media-Posts. Einige US-Bundesstaaten bekannten sich zur Todesstrafe und führten sogar eine neue grausame Hinrichtungsmethode ein – auch das ist sehr bedenklich." In den USA wurden 2023 insgesamt 24 Menschen hingerichtet. 

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