Direkt zum Inhalt

Chance vertan US-Republikaner stärken schwulem Lügenbaron Santos politisch den Rücken

Von ms - 02.11.2023 - 14:00 Uhr
Chance vertan
Foto: IMAGO / ZUMA Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Er ist der gefallene Star der US-Republikaner: George Santos. Einst als junger schwuler Vorzeige-Politiker in New York gestartet, um der Welt zu beweisen, wie progressiv und modern die Partei ist, folgte seit Januar dieses Jahres der tiefe Fall des 35-Jährigen. Nach und nach häuften sich die Anzeichen, dass der junge Politiker in so ziemlich allen Aspekten seines beruflichen Werdegangs gelogen und betrogen haben soll. Die Vorwürfe wurden im Laufe der Monate immer dramatischer und sind inzwischen auch straffrechtlich relevant.

Republikaner halten an Santos fest

Mitglieder seiner eigenen Partei brachten daraufhin eine Resolution zum Ausschluss von Santos ein, doch das US-Repräsentantenhaus und damit die Mehrheit der Republikaner votierten gestern Abend nun dafür, dass der offensichtliche Lügenbaron seinen Sitz im US-Kongress behalten darf. 213 Abgeordnete stimmten für ihn, 179 dagegen.  

Santos selbst inszenierte sich indes einmal mehr als Opfer und erklärte während den hitzigen Debatten im Plenum: „Die Bemühungen anderer Mitglieder dieses Gremiums, sich als Richter, Geschworene und Henker aufzuspielen, sind unverantwortlich und rücksichtslos gegenüber unserem republikanischen Regierungssystem und der Integrität dieses Gremiums.“

Sein Partei-Kollege Anthony D'Esposito konterte indes mit dem Vertrauensverlust im New Yorker Wahlbezirk von Santos: „Achtundsiebzig Prozent der Menschen, die im dritten Kongressbezirk leben, wollen George Santos nicht als ihren Vertreter. Diese Resolution wäre von mir eingebracht worden, egal ob ich einen knallroten Bezirk oder den hellsten der blauen Bezirke vertreten würde. Hier geht es darum, das Richtige zu tun. Es geht darum, diese Institution an die erste Stelle zu setzen, und es geht darum, den Menschen des dritten Kongressdistrikts die Möglichkeit zu geben, vertreten zu werden.“

Betrugs-Prozess startet 2024

Santos wird sich im September 2024 in 23 bundesstaatlichen Anklagepunkten vor Gericht verantworten müssen; ihm wird unter anderem Betrug, ungesetzliche Geldtransaktionen, Diebstahl öffentlicher Gelder und Lügen bei der Offenlegung von Finanzen vorgeworfen. Santos selbst plädiert wenig überraschend auf nicht schuldig. Schwer wiegen auch immer noch die zahlreichen falschen Behauptungen zu seinem Lebenslauf, die er teilweise inzwischen eingeräumt hat. Mehrfach trug der Politiker auch LGBTI*-feindliche Gesetze mit, obwohl er selbst homosexuell ist. Den Verbleib im US-Kongress feierte er gestern Abend auf X als großen Erfolg.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

WDRFast ausgestorben: Schwule Pinguine werden ElternDER STANDARDVerhetzungsprozess um "Dachau" und "Mauthausen" gegen lautstarken UneinsichtigenDie Presse„Vor Scham im Boden versinken“: Audi-Chef Döllner erntet harsche Kritik für Auftritt bei Trump-WahlkampfSüddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Viel Stoff, bequemer Halt

Schwule Jungs, lockere Hosen

Zum Tag der Boxershorts wird es luftig: Warum schwule Männer auf lockeren und besonders elastischen Stoff stehen und weshalb das mehr Erotik bedeutet.
Wünsche der Glee-Fans

Viel Liebe und neue Songs

Das „Glee“-Reboot sorgt für Vorfreude: Fans wünschen sich Hits von Chappell Roan, Troye Sivan und Sabrina Carpenter – samt chaotischer Geschichten.
Grusel trifft Glamour

Halloween wird schwul

Von Madonna bis „Heated Rivalry“: Diese Halloween-Kostüme bringen schwulen Glamour, viel nackte Haut und reichlich Selbstironie auf die Party.
Eine Frage der Größe

Doku sorgt für Debatten

Die Dokumentation „Manhood“ zeigt Männer, die für einen größeren Penis viel Geld ausgeben und sorgt damit aktuell für viele Debatten.
Abschied von Walter Koenig

Trauer um Star-Trek-Legende

Der „Star Trek“-Schauspieler Walter Koenig ist mit 90 Jahren gestorben. Für die Community bleibt seine Freundschaft mit George Takei in Erinnerung.
LGBTIQ+-Kino erobert Rom

Community-Filme feiern Erfolge

Das Filmfestival in Rom feiert einen starken Jahrgang des LGBTIQ+-Kinos. Gleich mehrere LGBTIQ-Filme sorgen international für Aufmerksamkeit.
Pflastersteine als Protest

25.000 Dollar für den Pride

Aus einem entfernten Regenbogen-Zebrastreifen in Miami Beach wird ein Zeichen des Widerstands: Eine Dragqueen sammelte damit Geld für Pride-Feste.
Mika Brunold auf Erfolgskurs

Coming-Out beflügelt Tennisprofi

Der Schweizer Tennisprofi Mika Brunold feiert mit 22 Jahren seinen Durchbruch. Sein Coming-Out hat ihm geholfen, selbstbewusster zu spielen.
Tom DeSimone ist tot

Schwuler Filmpionier gestorben

Der US-Regisseur Tom DeSimone ist mit 87 Jahren gestorben. Er prägte den schwulen Pornofilm und machte später mit Horror- und Kultfilmen Karriere.