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Abschied von Walter Koenig Ein Freund der Gleichberechtigung

Von ms - 27.10.2026 - 12:30 Uhr
Abschied von Walter Koenig
Foto: IMAGO / Panama Pictures
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Der US-Schauspieler Walter Koenig, der als Pavel Chekov in der Science-Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ weltberühmt wurde, ist tot. Er starb am Sonntag, 25. Oktober, im Alter von 90 Jahren in seinem Haus im kalifornischen North Hollywood. Das teilte seine Agentur Galactic Productions mit. Nach Angaben der Agentur starb Koenig an Altersschwäche. Seine Tochter und seine Nichte waren bei ihm.

Das Wichtigste im Überblick

  • Walter Koenig ist tot: Der US-Schauspieler starb am 25. Oktober 2026 im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in North Hollywood. Familienangehörige waren bei ihm.
  • Bekannt durch „Star Trek“: Als Navigator Pavel Chekov wurde Koenig ab 1967 zu einem der bekanntesten Gesichter der Science-Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“.
  • Besondere Verbindung zur LGBTIQ+-Community: Koenig unterstützte seinen homosexuellen Schauspielkollegen George Takei über Jahrzehnte. Ihre Freundschaft begann in den 1960er-Jahren.
  • Trauzeuge bei gleichgeschlechtlicher Hochzeit: Als Takei 2008 seinen langjährigen Partner Brad Altman heiratete, stand Koenig ihm als Trauzeuge zur Seite.
  • Bewegender Abschied: George Takei würdigte seinen verstorbenen Freund mit persönlichen Worten und erinnerte an ihre fast 60-jährige Verbundenheit.
  • Letzte Mitglieder der Originalbesetzung: Nach Koenigs Tod leben von der ursprünglichen Enterprise-Besatzung noch William Shatner und George Takei.

George Takei trauert 

Mit Koenig verliert die internationale „Star Trek“-Gemeinschaft einen ihrer bekanntesten Darsteller. Für die LGBTIQ+-Community hat sein Tod eine zusätzliche Bedeutung: Der Schauspieler war über Jahrzehnte ein enger Freund und Unterstützer seines homosexuellen Kollegen George Takei, der in der Serie den Steuermann Hikaru Sulu verkörperte. Ihre Freundschaft reichte weit über die gemeinsame Arbeit vor der Kamera hinaus. Besonders sichtbar wurde sie 2008, als Koenig bei Takeis Hochzeit mit dessen langjährigem Partner Brad Altman als Trauzeuge auftrat. Der inzwischen 89-jährige George Takei reagierte mit bewegenden Worten auf den Tod seines ehemaligen Schauspielkollegen. Auf Facebook schrieb er: „Mein Herz ist schwer. Walter Koenig, unser Fähnrich Pavel Chekov, ist heute früh verstorben.“

Takei erinnerte sich an die Anfänge: „Walter und ich lernten uns in den 1960er Jahren auf der Brücke der Enterprise kennen und blieben fast sechs Jahrzehnte lang Freunde. Als Brad und ich 2008 heirateten, stand Walter als unser Trauzeuge an unserer Seite.“ Der Schauspieler würdigte seinen Freund nicht nur als Kollegen, sondern auch als Menschen, der sich durch Loyalität, Nachdenklichkeit und seine vielseitigen Interessen auszeichnete. „Walter war mehr als nur Chekov. Er war ein Schriftsteller, ein Lehrer, ein nachdenklicher Mensch und ein treuer Freund. An die Fans, die ihn so viele Jahre lang geliebt haben: Danke. Auch er hat euch geliebt. Ruhe in Frieden, mein lieber Freund. Halte weiterhin einen festen Kurs.“

Unterstützung in schwierigen Zeiten

Die Beziehung zwischen Koenig und Takei begann in einer Zeit, in der Homosexualität in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie weitgehend tabuisiert wurde. Als die beiden in den 1960er-Jahren für „Star Trek“ vor der Kamera standen, lebte Takei seine sexuelle Orientierung noch nicht öffentlich. Sein Coming-Out erfolgte erst 2005. Koenig gehörte zu den Menschen in seinem beruflichen Umfeld, bei denen Takei offenbar schon früh Akzeptanz erlebte. Eine von Takei erzählte Anekdote aus der gemeinsamen Drehzeit verdeutlicht das besondere Verhältnis. Demnach machte Koenig seinen Kollegen eines Morgens am Kaffeestand auf einen attraktiven männlichen Statisten aufmerksam und zwinkerte ihm dabei zu.

Für Takei war diese kleine Geste ein Zeichen stillschweigender Unterstützung. In einer Zeit, in der ein offenes Bekenntnis zur eigenen Homosexualität erhebliche berufliche und gesellschaftliche Folgen haben konnte, waren solche Signale keineswegs selbstverständlich. Koenig respektierte seinen Kollegen und begegnete dessen sexueller Orientierung ohne erkennbare Vorbehalte. Die Freundschaft der beiden Schauspieler wurde damit auch zu einem Beispiel dafür, welche Bedeutung persönliche Solidarität für homosexuelle Menschen haben konnte, lange bevor öffentliche Unterstützung selbstverständlich wurde.

Zeichen für gesellschaftliche Vielfalt

Auch die Serie, die Koenig und Takei bekannt machte, hatte eine besondere gesellschaftliche Bedeutung. Als „Star Trek“ in den 1960er-Jahren im amerikanischen Fernsehen lief, waren internationale und ethnisch vielfältige Besetzungen keineswegs selbstverständlich. Serienschöpfer Gene Roddenberry setzte mit der Besatzung des Raumschiffs Enterprise bewusst auf eine Zukunftsvision, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam arbeiteten. Koenig verkörperte mit Pavel Chekov einen russischen Navigator – mitten im Kalten Krieg, als die politischen Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion von tiefem Misstrauen geprägt waren. George Takei spielte mit Hikaru Sulu einen asiatischen Offizier, der als selbstverständlicher Teil der Schiffsbesatzung dargestellt wurde. Auch Nichelle Nichols schrieb als Kommunikationsoffizierin Nyota Uhura Fernsehgeschichte. 

In der 1968 ausgestrahlten Folge „Platons Stiefkinder“ war sie an einem der bekanntesten Küsse zwischen einer schwarzen Frau und einem weißen Mann im amerikanischen Fernsehen beteiligt. Ihr Partner in der Szene war William Shatner als Captain Kirk. Die Serie zeigte damit eine Gesellschaft, in der Herkunft und Hautfarbe nicht über den Wert eines Menschen entscheiden sollten. Eine ausdrücklich homosexuelle Hauptfigur gehörte damals allerdings noch nicht zur ursprünglichen Besatzung. Gerade deshalb erhielt Takeis späteres Coming-Out für viele LGBTIQ+-Fans eine besondere Bedeutung. Koenigs jahrzehntelange Freundschaft mit Takei verbindet die Geschichte der Serie auch mit der Entwicklung gesellschaftlicher Akzeptanz homosexueller Menschen.

ls Pavel Chekov weltberühmt

Walter Koenig wurde am 14. September 1936 in Chicago geboren. Seine Eltern waren russisch-jüdische Einwanderer. Nach einer Schauspielausbildung in New York begann er Anfang der 1960er-Jahre seine Fernsehkarriere mit Gastauftritten in verschiedenen Serien. Seinen Durchbruch erlebte er 1967, als er zur Besetzung von „Star Trek“ stieß. Gemeinsam mit William Shatner, Leonard Nimoy, George Takei, Nichelle Nichols, James Doohan und DeForest Kelley wurde Koenig Teil einer Fernsehbesetzung, die über Generationen hinweg Kultstatus erreichte. Auch nach dem Ende der ursprünglichen Serie spielte er Chekov in mehreren „Star Trek“-Kinofilmen. 

Später war er unter anderem in „Babylon 5“, „Columbo“ und „Futurama“ zu sehen. Besonders innerhalb der Science-Fiction-Szene blieb er über Jahrzehnte eine bekannte Persönlichkeit. Koenig pflegte auch im fortgeschrittenen Alter engen Kontakt zur „Star Trek“-Fangemeinde. Er nahm regelmäßig an Comic-Con-Veranstaltungen und Fan-Conventions teil, beantwortete Fragen und berichtete von seiner Arbeit an der berühmten Fernsehserie. Neben seinen beruflichen Erfolgen erlebte Koenig schwere familiäre Schicksalsschläge. Im Jahr 2010 starb sein Sohn Andrew im Alter von 41 Jahren durch Suizid. 2022 verlor der Schauspieler seine Ehefrau Judy, mit der er fast 60 Jahre verheiratet gewesen war. Bis zuletzt blieb Koenig mit seiner Familie und der internationalen „Star Trek“-Gemeinschaft verbunden. Nach seinem Tod gehören William Shatner, inzwischen 95 Jahre alt, und George Takei zu den letzten beiden noch lebenden Hauptdarstellern der ursprünglichen Enterprise-Besatzung.

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