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Jugendliche LGBTI*-Vorbilder Die LGBTI*-Organisation GLAAD kürt die "20 under 20" - die wichtigsten jungen LGBTI*-Amerikaner des Jahres

Von ms - 29.09.2023 - 10:00 Uhr
Jugendliche Vorbilder
Foto: iStock / Ackun
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Die landesweit größte amerikanische LGBTI*-Organisation GLAAD hat jetzt rund zwanzig Jugendliche und junge Erwachsene aus der LGBTI*-Community ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Rechte von Homosexuellen und queeren Menschen einsetzen und als Vorbilder für eine ganze Generation dienen können. Die Mitglieder keiner anderen Generation zuvor definieren sich dabei selbst so oft als LGBTI* - im Schnitt ist es mehr als jeder Fünfte. Jetzt gehe es darum, sich zu organisieren und gegen die Unterdrückung anzukämpfen, denn jetzt sei die Zeit, um zu glänzen, so GLAAD weiter.  

Kämpferisch gegen LGBTI*-Gewalt

Dabei hofft die Organisation auch, dass sich bis 2040 die Lage von LGBTI*-Jugendlichen dramatisch verbessert hat, nachdem gerade die USA aktuell einen massiven Rollback inklusive mehrerer hundert Gesetzesvorhaben Jahr für Jahr erleben, die sich direkt gegen die LGBTI*-Community richten. Selten war das mit Spannung erwartete Ranking der „20 unter 20“ wichtiger als zuvor – bereits zum vierten Mal präsentierte GLAAD dabei den Reigen aus jungen Aktivisten, Entertainern, Schriftstellern oder auch Forschern.

„Wenn mehr Menschen so ihren Kampfeswillen aufzeigen würden, sähe die Welt bereits ganz anders aus. Die gute Nachricht ist, dass wir angesichts ihrer Hartnäckigkeit und ihres Fachwissens mit einer besseren Zukunft rechnen können. Aber wir befinden uns nicht in diesem imaginären Jahr 2040, und die Realität ist düsterer. LGBTI*-Personen, insbesondere Jugendliche, sind Angriffen ausgesetzt (…) Bücher, die sich für queere Stimmen und Themen einsetzen, werden verboten und die Gewalt gegen die LGBTI*-Gemeinschaft nimmt erschreckende Ausmaße an.“

Ein Vorbild für Millionen: Der schwule Stranger-Things-Star Noah Schnapp

Stranger Things Star Noah Schnapp unter den Preisträgern

GLAAD betont dabei weiter: „In der aktuellen Situation des Hasses gegen LGBTI*-Menschen sind die diesjährigen ´20 unter 20´ Preisträger ein Vorbild dafür, wie wir weitermachen. Die Arbeit der diesjährigen Klasse und ihr herausragendes Engagement sind eine Blaupause und ein Regelwerk für das weitere Vorgehen.“

Der berühmteste Name auf der Liste der zwanzig jungen Persönlichkeiten dürfte der Schauspieler Noah Schnapp (18) sein, der in der Netflix-Hitserie „Stranger Things“ nicht nur einen schwulen Teenager spielt, sondern sich Anfang des Jahres auch selbst als schwul geoutet hat. Mit der einfachen Aussage, er sei seiner Serienfigur Will Byers wohl ähnlicher, als er dachte, erreichte er binnen kurzer Zeit weit über 30 Millionen Menschen. „Ich habe geweint. Ich dachte: 'Ich habe es geschafft. Ich bin fertig. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen“, so Schnapp damals gegenüber Variety.

Einsatz für LGBTI*-Menschen

Auch die meisten anderen Preisträger glänzen durch viral gegangene Statements und Aktionen, in denen sie sich für LGBTI*-Menschen aussprechen oder mehr Rechte und Gleichberechtigung einfordern – Beispiele sind die Musiker Isaac Dunbar (20), Brooklynne Webb (19) sowie Evann McIntosh (19), Modedesigner CJ King (19), Visagist Reuben De Maid (19), TikTok-Star Zachary Willmore (20) sowie die Aktivisten Dylan Brandt (17), Harleigh Walker (16), Isabella Fallahi (20), Lee Gordon (19), Lucía Umeki-Martínez (19), Rebekah Bruesehoff (16), Rosie Couture (20) und Drag Performer Jameson Johnson alias Ophelia Peaches (18).

Besondere Lebensläufe

Einige Lebensläufe beeindrucken dabei in besonderer Weise, beispielsweise von Jaiden Blancaflor (20), der sich bereits als schwuler farbiger 14-jähriger Schüler für die LGBTI*-Community und behinderte Menschen einsetzte. Er will aufzeigen, dass die „menschliche Verbindung“ uns alle zusammenbringen kann.

Daneben steht Lauren Scruggs (20), die beste Florettfechterin auf College-Ebene der Vereinigten Staaten von Amerika, sechsfache Junioren-Weltmeisterin im Fechten, Nummer eins im Land und die Nummer zwei in der Welt. Sozusagen „nebenbei“ auch noch erfolgreiche Harvard-Absolventin. Ein bekanntes Gesicht im Kampf für die LGBTI*-Community ist in den USA dann auch noch Lukas Islam (16), Sänger und Schauspieler, der bereits mit 13 Jahren bei „America's Got Talent“ so sehr begeisterte, dass Jurorin Julianne Hough den berühmten goldenen Buzzer betätigte und Islam damit direkt ins Halbfinale schickte.

Junge LGBTI*-Menschen schreiben Geschichte

Beeindruckt hat auch der kämpferische Einsatz des schwulen Tänzers und Choreografen Xavier Logan (20) – bekannt wurde er durch eine der renommiertesten Tanzschulen der Welt, wo er als erster Student überhaupt Hip-Hop auf die Hauptbühne der Juilliard School brachte und damit Geschichte schrieb. Inzwischen ist er beruflich auf der halben Welt zu Hause und war in TV-Shows und Serien wie „The Vampire Diaries“ zu sehen.

Ausgezeichnet wurden außerdem als Gruppe die vier Trans-Jugendlichen Daniel Trujillo (16), Hobbes Chukumba (16), Libby Gonzales (13) und Grayson McFerrin-Hogan (12). Die vier Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Bundesstaaten, taten sich aber für einen „Abschlussball ihrer Träume“ zusammen und feierten diesen mit rund 200 Menschen und vielen Künstlern als Zeichen gegen das politisch LGBTI*-feindliche Klima direkt vor dem US-Kapitol.

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